Navigationspfad: Home » Foren
Foren
recht.de :: Thema anzeigen - Gewerbeanmeldung , Selbstanzeige Steuerhinterziehung
Forum Deutsches Recht
Foren-Archiv von www.recht.de
Achtung: Keine Schreibmglichkeiten! Zu den aktiven Foren whlen Sie oben im Men "Foren aus!
 
 SuchenSuchen 

Gewerbeanmeldung , Selbstanzeige Steuerhinterziehung

 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    recht.de Foren-bersicht -> Steuerstrafrecht
Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
hallole
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 11.09.2005
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 11.09.05, 17:41    Titel: Gewerbeanmeldung , Selbstanzeige Steuerhinterziehung Antworten mit Zitat

Hallo,
im nchsten Monat habe ich vor mein Gewerbe anzumelden. Jetzt habe ich ein kleines Problem und hoffe jemand kann mir helfen.
Ich verkaufe seit ca 3 Jahren bei Internetauktionshaus [Name gendert] Gerte die ich teurer wieder verkaufe (auch bei Internetauktionshaus [Name gendert]). Die meiten Gerte kaufe ich defekt und setz die dann wieder zusammen. In diesem Jahr habe ich ca. 22 Gerte fr ca. 650 gekauft und 10 Gerte fr ca 770 -Versandkosten und Internetauktionshaus [Name gendert] Geb. verkauft. Der Rest soll nach Gewerbeanmeldung verkauft werden. Also Gewinn dieses Jahr so gut wie 0 . Im letzten Jahr habe ich etwas mehr Gewinn erzielt(23 Gerte gekauft, 17 verkauft) (Ausgaben:530 , Einnahmen:1250 - Versand, also ca. 650 Gewinn). Vor zwei Jahren wei ichs leider nicht, war aber bestimmt nur gering.
Jetzt zu meinen Fragen:
Droht mir nach meiner Gewerbeanmeldung eine Strafe in Form einer Anzeige mit hohen Summen?
Was wird vom Finanzamt kontrolliert Konto oder Internetauktionshaus [Name gendert] oder vielleicht manchmal garnichts?
Ist eine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung ratsam?
Wie viel wrde mich so eine Nachzahlung ungefhr kosten?
Gibt es noch andere Lsungen die in Frage kommen wrden?

Wre sehr nett wenn ich antworten bekomme wenn sich jemand auskennt.
Danke
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
showbee
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 12.01.2005
Beitrge: 1524
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 12.09.05, 19:54    Titel: Antworten mit Zitat

hallo,

steuererklrungen fertigen, zum gewerbeamt gehen und anmelden, danach direkt zum finanzamt und steuererklrungen einreichen.

sollten KEINE weiteren einknfte vorliegen, fllt eigentlich keine steuer an

- einkommensteuer, der gewinn liegt weit unter dem freibetrag
- umsatzsteuer, hier kann kleinunternehmerregelung bis 17.500 EUR umsatz mglich sein
- gewerbesteuer, wohl auch nicht, da freibetrag 24.500 EUR

also keine panik. hole formulare der letzten jahre aus dem amt, flle alles beim besten gewissen aus und gibs ab.

bei weniger kenntnis zum steuerrecht sollte ggf. ein steuerberater zu rate gezogen werden.

dann sind die sorgen weg und steuern sollte auch keine kommen. nebenbei, wo keine steuern entstehen wrden, kann auch nix hinterzogen werden, also auch keine straftat.

gruss vom

showbee
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden MSN Messenger
hallole
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 11.09.2005
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 13.09.05, 14:36    Titel: Antworten mit Zitat

Danke fr die schnelle Antwort.

Habe vergessen zu erwhnen, dass ich bis zum letzten Monat Student war und seit 1,5 Jahren einen Minijob habe. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das so einfach mit dem Finanzamt zu regeln ist. Die Kleinunternehmerregelung kann ja fr mich nicht gelten da ich noch kein Gewerbeschein habe. Habe gelesen, dass man bei Verkufen mit regelmigen Gewinn einen Gewerbeschein braucht. Ohne Gewerbeschein ist dies illegal.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
showbee
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 12.01.2005
Beitrge: 1524
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 13.09.05, 21:32    Titel: Antworten mit Zitat

hallole hat folgendes geschrieben::
Die Kleinunternehmerregelung kann ja fr mich nicht gelten da ich noch kein Gewerbeschein habe. Habe gelesen, dass man bei Verkufen mit regelmigen Gewinn einen Gewerbeschein braucht. Ohne Gewerbeschein ist dies illegal.



hi,

n... das ist falsch erkannt! gewerbeschein hat was mit ordnungsrecht (gewerbeordnung) zu tun, also wie melderecht. hier gibts ggf. bugeld weil du das gewerbe nicht rechtzeitig angezeigt hast.

fr die steuergesetze ist meldung (s.o.) egal, hier geht es um die tatschliche durchfhrung, und unternehmer oder gewerbetreibender ist man nach den steuergesetzen schon VOR der anmeldung.

gruss vom

showbee
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden MSN Messenger
Phil
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beitrge: 48

BeitragVerfasst am: 14.11.05, 13:38    Titel: Antworten mit Zitat

showbee hat folgendes geschrieben::
n... das ist falsch erkannt! gewerbeschein hat was mit ordnungsrecht (gewerbeordnung) zu tun, also wie melderecht. hier gibts ggf. bugeld weil du das gewerbe nicht rechtzeitig angezeigt hast.

fr die steuergesetze ist meldung (s.o.) egal, hier geht es um die tatschliche durchfhrung, und unternehmer oder gewerbetreibender ist man nach den steuergesetzen schon VOR der anmeldung.


Mageblich wird sein, wann dem Finanzamt der Betriebserffnungsbogen zugestellt wird, bzw. was dort als Neugrndungsdatum eingetragen wird. Das Finanzamt bekommt ja ohnehin nach der Gewerbeanmeldung die Information vom Gewerbeamt und nimmt dann zur steuerlichen Erfassung Kontakt mit dem Gewerbetreibenden auf.

Denke aber auch dass bei dem geringen Umsatz keine Steuern anfallen werden.

Ob mann sich allerdings betreffend der Umsatzsteuer auf die Kleingewerberegelung berufen kann sehe ich als fraglich an, da ja schlielich zu dem Zeitpunkt kein angemeldetes Gewerbe vorlag. Die Frage ist, ob auf den kompletten Umsatz der betreffeden Jahre noch Umsatzsteuer gezahlt werden muss, oder ob die Umnsatzsteuer vllig ausser Acht gelassen wird.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
showbee
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 12.01.2005
Beitrge: 1524
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 14.11.05, 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

Phil hat folgendes geschrieben::
Ob mann sich allerdings betreffend der Umsatzsteuer auf die Kleingewerberegelung berufen kann sehe ich als fraglich an, da ja schlielich zu dem Zeitpunkt kein angemeldetes Gewerbe vorlag.


hallo,

hatte ich doch schon geschrieben! das gewerbe hat nichts mit dem kleinunternehmer zu tun. fr 19 UStG muessen einzig und allein die voraussetzungen des UStG vorliegen. hier also unternehmereigenschaft des 2 UStG. das hat mit gewerbe (i.S.d. 15 EStG oder i.S.d. GewO) nix zu tun.

zu prfen sind also 2 I, 19 I UStG:

1. Unternehmer ist, wer eine gewerbliche oder berufliche Ttigkeit selbstndig ausbt. Das Unternehmen umfasst die gesamte gewerbliche oder berufliche Ttigkeit des Unternehmers. Gewerblich oder beruflich ist jede nachhaltige Ttigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt ...

2. Die fr Umstze im Sinne des 1 Abs. 1 Nr. 1 geschuldete Umsatzsteuer wird von Unternehmern, die im Inland oder in den in 1 Abs. 3 bezeichneten Gebieten ansssig sind, nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht berstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht bersteigen wird.

da 19 UStG der regelfall ist, wenn man solche winzelumstze hat und man (entgegen aller herschenden ideen in den laiensphren und auch entgegen vieler ideen in manch steuerberaterkopf) fr kleinunternehmereigenschaft KEINEN antrag o.. stellen muss, ist nach bejahung von 1. UND 2. der fall durch.

gruss vom

showbee
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden MSN Messenger
Phil
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beitrge: 48

BeitragVerfasst am: 14.11.05, 17:03    Titel: Antworten mit Zitat

showbee hat folgendes geschrieben::

da 19 UStG der regelfall ist, wenn man solche winzelumstze hat und man (entgegen aller herschenden ideen in den laiensphren und auch entgegen vieler ideen in manch steuerberaterkopf) fr kleinunternehmereigenschaft KEINEN antrag o.. stellen muss, ist nach bejahung von 1. UND 2. der fall durch.


Nun eigentlich msste man im Betriebserffnungsbogen den voraussichtlichem Umsatz auf unter 17.500,- schtzen und ein Kreuzchen setzen, dass man die Kleinunternehmerregelung auch in Anspruch nehmen mchte (entspricht also quasi einem Antrag).
Dies wurde ja in den letzten beiden Jahren nicht getan, da das Geld "schwarz" verdient wurde und die Ttigkeit nicht angemeldet war. Wenn Du sagst dass das Finanzamt den 19 UStG auch ohne Antrag rckwirkend akzeptiert, so liegen mir hier keine Erfahrungen vor.

Wobei ich das Datum des Grnderjahres schon als wichtiges Beurteilungskriterium fr das Finanzamt einstufe. Wenn "Hallole" nmlich dieses Jahr dann wie geplant sein Gewerbe auch anmeldet und sich vom Finanzamt steuerlich erfassen lsst, welche Umsatzgrenze gilt dann bei ihm / ihr fr den 19 UStG?

Dann knnte er ja nun die Umsatzgrenze von 50.000,- in Anspruch nehmen, da in den beiden Vorjahren weniger als 17.500,. verdient wurden, obwohl das Geld damals schwarz verdient wurde. Kann man den einfach so sein Grnderjahr vorverlegen lassen?

Bei dem genannten Mini-Umsatz von 1000,- im Jahr wrde dies nicht besonders ins Gewicht fallen. Was wre aber, wenn bspw. in 2004 mehr als 17.500,- Umsatz "schwarz" erzielt wurden und das Gewerbe 2005 unter in Anspruchnahme des 19 angemeldet wurde. Msste dann fr beide Jahre Umsatzsteuer nachgezahlt werden?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
showbee
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 12.01.2005
Beitrge: 1524
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 14.11.05, 18:21    Titel: Antworten mit Zitat

Phil hat folgendes geschrieben::
Nun eigentlich msste man im Betriebserffnungsbogen den voraussichtlichem Umsatz auf unter 17.500,- schtzen und ein Kreuzchen setzen, dass man die Kleinunternehmerregelung auch in Anspruch nehmen mchte (entspricht also quasi einem Antrag).
Dies wurde ja in den letzten beiden Jahren nicht getan, da das Geld "schwarz" verdient wurde und die Ttigkeit nicht angemeldet war. Wenn Du sagst dass das Finanzamt den 19 UStG auch ohne Antrag rckwirkend akzeptiert, so liegen mir hier keine Erfahrungen vor.


hallo phil,

wie ich schon schrieb: ein blick ins gesetz vermeidet geschwtz! man beantrag um himmels willen nicht die kleinunternehmerregelung. es ist genau das gegenteil, wenn man vom gesetz her kleinunternehmer ist (umsatzgrenzen), aber dennoch regelbesteuert sein mchte, dann beantragt man eben dieses!!!

insoweit steht auch auf den fragebgen:

1. mein umsatz liegt im lfd. jahr unter 17.500 euro und im folgejahr unter ... JA / NEIN

wenn ja, dann

a) ich mchte dennoch regelbesteuern, achtung, bindung an antrag!

q.e.d.: man beantrag als KU die regelbesteuerung nicht umgedreht!!!


wenn nun von anfang an KU vorlag, wird USt nicht erhoben, dann kann auch nix hinterzogen werden.

gruss vom

showbee
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden MSN Messenger
Phil
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beitrge: 48

BeitragVerfasst am: 14.11.05, 20:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hi showbee,

und was wrde bei einer fiktiven Steuerhinterziehung geschehen, wenn bspw. im Vorjahr kein Gewerbe angemeldet war und trotzdem ein Umsatz von 20.000 erwirtschaftet wurde, der nicht angegeben wurde?
Msste dann bei Entdeckung sowohl Einkommenssteuer als auch Umsatzsteuer + beides Mal Geldstrafe ans Finanzamt gezahlt werden?

Was ergibt sich daraus fr das Folgejahr, wenn erst jetzt das Gewerbe ordungsgem angemeldet wurde. msste der Gewerbetreibende dann von Beginn an Umsatzsteuer abfhren, weil er im Vorjahr bereits ber die Umsatzgrenze von 17.500,- gekommen ist (wenn auch schwarz)?

Wenn sowas Jahre spter vom Finanzamt entdeckt wird wrde dies schlielich eine Verkettung von Ereignissen bedeuten.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
showbee
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 12.01.2005
Beitrge: 1524
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 15.11.05, 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Phil hat folgendes geschrieben::
und was wrde bei einer fiktiven Steuerhinterziehung geschehen, wenn bspw. im Vorjahr kein Gewerbe angemeldet war und trotzdem ein Umsatz von 20.000 erwirtschaftet wurde, der nicht angegeben wurde?
Msste dann bei Entdeckung sowohl Einkommenssteuer als auch Umsatzsteuer + beides Mal Geldstrafe ans Finanzamt gezahlt werden?


hi,

das muss man jahresweise betrachten. nehmen wir einen folgenden fall an:

jahr 1, umsatz-brutto 10.000, gewinn 5.000
j. 2, 15.000, 8.000
3, 25.000, 16.000
4, 30.000, 22.000

kein gewerbe angemeldet, das finanzamt weiss von nichts. umsatzsteuer wird auch nicht auf den rechnungen ausgewiesen, rechnungen werden auch nicht aufgehoben, keine eingangsumstze, da nur dienstleistungen (manpower) angeboten wird (bsp. dachdeckerarbeiten und kunde besorgt selber material auf eigene rechnung). kunden sind nur private die auch keinen vorsteuerabzug geltend machen wollen.

nun betrachten wir mgliche hinterziehung von umsatzsteuer:

jahr 1, unter 17.500 EUR ---> keine ust entstanden ---> keine hinterziehung
jahr 2 dto.
jahr 3, umsatz im vorjahr war BER 17.500 EUR --> KU-regel 19 USTG greift nicht mehr, umsatzsteuer von 25.000 / 1,16 x 16% = 3.448,28 EUR hinterzogen
jahr 4, 4.137,93 USt hinterzogen


nun betrachten wir die einkommensteuer:

gewinne sind auch dann steuerpflichtig, wenn kein gewerbe angemeldet wurde. einknfte passen zweifelsfrei unter 15 EStG, also wurden einkommensteuern auf gewinne von 5, 8, 16, 22TEuro hinterzogen. je nach anderen einkunftsarten, familienstand und sonderausgaben ergibt sich eine hinterzogene einkommensteuer und dazu solizuschlag und kirchensteuer.


nun betrachten wir die gewerbesteuer:

gewerbeertrag ist tendenziell genauso wie der gewinn nach EStG (ausnahmen greifen hier nicht) und da der gewerbeertrag jedes jahr unter dem freibetrag von 24.500 EUR liegt, wurde auch keine gewerbesteuer hinterzogen.


auswirkungen:

das finanzamt setzt hinterzogene USt & ESt nebst SolZ und KiSt fest, dazu kommen 6% p.a. hinterziehungszinsen.

im folgenden wird das finanzamt (veranlagung) die ganze sache auch der bugeld und strafsachenstelle im amt weiterleiten (quasie der lange arm der staatsanwaltschaft im finanzamt) und diese werden den sachverhalt ermitteln. liegen die restlichen voraussetzungen der straftaten steuerhinterziehung vor (strafmndigkeit, vorsatz etc.), dann wird die staatsanwaltschaft strafklage einreichen bzw. wenn es geringe betrge sind das verfahren gegen zahlung einer auflage ( 153a StPO) einstellen. ggf. kommt auch ein strafbefehl in betracht wonach zwar bestraft wird, aber keine verhandlung statt findet (verfahren nach aktenlage 407 StPO).

insoweit sind also steuern nachzuzahlen, zu verzinsen und ggf. auflagen oder geldstrafen zu entrichten. wahlweise auch knast (aber nur bei dicken fischen).

ggf. weichen auch die ergebnisse ab, wenn finanzamt bspw. schtzungen des gewinnes vornimmt oder manche jahre schon verjhrt sind (festsetzungsverjhrung) oder der staatsanwalt keinen vorsatz nachweisen kann oder oder oder ...

im falle des falles lohnt sich auf jeden fall immer die konsultation eines steuerberaters nebst anwalt fr strafrecht. oft kommt es zu problemen bei der zusammenarbeit in der ermittlung, weil betriebsprfer, veranlagung, bustra, staatsanwaltsschaft und richter verschiedenste auffassungen haben. hier ist der beste ansatzpunkt fr einen profi, die kohlen aus dem feuer zu holen.

gruss vom

showbee
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden MSN Messenger
showbee
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 12.01.2005
Beitrge: 1524
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 15.11.05, 12:49    Titel: Antworten mit Zitat

Phil hat folgendes geschrieben::
Was ergibt sich daraus fr das Folgejahr, wenn erst jetzt das Gewerbe ordungsgem angemeldet wurde. msste der Gewerbetreibende dann von Beginn an Umsatzsteuer abfhren, weil er im Vorjahr bereits ber die Umsatzgrenze von 17.500,- gekommen ist (wenn auch schwarz)?

Wenn sowas Jahre spter vom Finanzamt entdeckt wird wrde dies schlielich eine Verkettung von Ereignissen bedeuten.


hallo,

zweiter teil der frage: pech gehabt, verbrechen lohnt sich nicht, ein alter spruch. wenn man einmal schwarz gearbeitet hat, verbleibt nun nur noch:

a) weiter schwarz
b) alles aufdecken

die dritte variante, das schwarze "reinzuwaschen" bestand bis ins letzte jahr, da bestand die mglichkeit pauschal fr vergangene jahre einen obolus zu entrichten und man konnte wei weiter machen.

also, zahlen und reines gewissen!

gruss vom

showbee
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden MSN Messenger
Phil
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beitrge: 48

BeitragVerfasst am: 15.11.05, 14:11    Titel: Antworten mit Zitat

showbee hat folgendes geschrieben::

nun betrachten wir mgliche hinterziehung von umsatzsteuer:

jahr 1, unter 17.500 EUR ---> keine ust entstanden ---> keine hinterziehung
jahr 2 dto.
jahr 3, umsatz im vorjahr war BER 17.500 EUR --> KU-regel 19 USTG greift nicht mehr, umsatzsteuer von 25.000 / 1,16 x 16% = 3.448,28 EUR hinterzogen
jahr 4, 4.137,93 USt hinterzogen


Danke fr die ausfhrliche Info!

Dass bedeutet also, dass bei Aufdeckung der Steuerhinterziehung von Amts wegen so nachversteuert werden muss, als htte von Beginn an ein ordnungsgem angemeldetes Unternehmen bestanden.
Mit dem Nachteil fr den Schuldigen, dass er evtl. mit den Umsatzgrenzen falsch kalkulierte, da er im Grnderjahr dann auch bereits auf jeden Fall umsatzsteuerpflichtig wre, wenn im Vorjahr mehr als 17.500 schwarz verdient wurden, richtig?

Wobei in Deinem Beispiel der Vorjahresumsatz von Jahr 3 nicht ber 17.500 war, und die hinterzogene Umsatzsteuer in Jahr Drei dann 4.460 wren, oder habe ich falsch gerechnet?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
showbee
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 12.01.2005
Beitrge: 1524
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 15.11.05, 16:03    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="Phil"]
showbee hat folgendes geschrieben::
Dass bedeutet also, dass bei Aufdeckung der Steuerhinterziehung von Amts wegen so nachversteuert werden muss, als htte von Beginn an ein ordnungsgem angemeldetes Unternehmen bestanden.



hi,

zuerst: ja, hatte das mit jahr 3 vertan, hatte die umstze im nachhinein noch gendert und dann wohl im jahr zwei unter 17.500 eingestellt. also in dem fall wie von mir ust-hinterziehung erst ab jahr 4.

zum obigen: nicht " ... als htte von Beginn an ... "!!!

Es bestand von Anfang an ein Unternehmen i.S.d. 2 UStG bzw. ein Gewerbe i.S.d. 15 II EStG!

Auf die Meldung der selbigen beim Finanzamt kommt es NEIN, NICHT, NIE an!!!

der tatbestand das gesetzes ist entscheidend, ob eine steuerpflicht vorliegt, nicht der wille des delinquenten. sonst knnte man doch immer sagen "hab doch gar nicht angemeldet, also keine hinterziehung"... das geht doch nicht.

gruss vom

showbee
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden MSN Messenger
Marco Romswinkel
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 07.11.2005
Beitrge: 85

BeitragVerfasst am: 15.11.05, 16:40    Titel: Antworten mit Zitat

Showbee hat Recht!

M.R.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Phil
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beitrge: 48

BeitragVerfasst am: 15.11.05, 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

showbee hat folgendes geschrieben::

zum obigen: nicht " ... als htte von Beginn an ... "!!!

[b]Es bestand von Anfang an ein Unternehmen i.S.d. 2 UStG bzw. ein Gewerbe i.S.d. 15 II EStG!


Okay das war falsch ausgedrckt von mir. Wollte damit sagen, dass das Finanzamt also bei der Besteuerung bzw. Nachbesteuerung von ESt, USt, Soli etc. sowie der Festsetzung von Umsatzgrenzen keinen Unterschied macht, ob das Gewerbe angemeldet ist / war oder nicht.

Nochmals danke fr die Info,
Gruss, Phil.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beitrge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    recht.de Foren-bersicht -> Steuerstrafrecht Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehen Sie zu:  
Sie knnen keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Sie knnen auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Sie knnen an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
©  Forum Deutsches Recht 1995-2019. Anbieter: Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim , RB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail info[at]recht.de.