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"Surfurlaub" - Kein Surfbrett da!

 
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zoddel
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Anmeldungsdatum: 16.09.2005
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 16.09.05, 09:33    Titel: "Surfurlaub" - Kein Surfbrett da! Antworten mit Zitat

Meine Frage:
Wenn man einen reinen Surfurlaub bucht, und man bekommt am Urlaubsort keine Mglichkeit zu surfen, wieviel Preisminderung / Entschdigung steht einem zu?

Wie ist das, wenn eine Fussballmannschaft ein Trainingslager bucht und ihr der Zugang zu den Sportsttten verwehrt wird?

Damit Ihr Euch ein Bild von meinem Urlaub machen knnt, schreibe ich kurz auf, wie es mir ergangen ist:

Die Buchung
2 Wochen vor Abfahrt habe ich bei einer LAST-Minute-Agentur gesagt, ich wolle einen Surfurlaub am Meer machen. Nach kurzer Diskussion ber mgliche Reviere entschied ich mich fr die Portugiesische Algarve. Beide zur Auswahl stehenden Hotels hatten keine eigenen Surfbretter, aber dies sei dort auch nicht blich, belehrte man mich im Reisebro. Die Surfausrstung werde von Fremdanbietern am Strand in unmittelbarer Nhe zum Hotel vermietet, hie es. Auf der Reisebeschreibung stand Windsurfing unter Angebote in der Umgebung.

Der 1. Urlaubstag
Am Mi. bin ich dann bei schlechtem Wetter am Urlaubsort gegen 17.00 angekommen und erkundete trotz Regen die direkte Umgebung des Hotels (Strand ca. 100m je Richtung und die Sportsttten in der Umgebung: Squash, Tennis, Reiten) auf der vergeblichen Suche nach besagtem Anbieter. Dabei fragte ich den Tennislehrer, ob er wsste, wo man surfen knne. Er hatte keine Ahnung.

Der 2. Urlaubstag
Am darauf folgenden Tag hatte ich gegen Mittag einen Termin mit der Reiseleiterin. Sie reagierte erst nachdem ich ihr auf der Reisebeschreibung nachweisen konnte, dass Windsurfen angeboten wird/werden muss, und dann recht hilflos, und schickte mich nach Rcksprache mit der Rezeption nach Vilamoura (ca. 5km entfernt). Dort am Hafen knne man surfen, sagte sie.

So ging gleich danach los und untersuchte den Hafen erfolglos!

Am Abend schickte ich dann noch einen E-Mail an mein Reisebro, in der ich ber den Missstand informierte um Rckruf am nchsten Morgen bat.

Der 3. Urlaubstag
Als sich daraufhin nichts tat, rief ich dort an und informierte ber die Situation. Ich faxte anschlieend die Reisebeschreibung an das Reisebro und warte eine Stunde spter auf die erste telefonische Stellungnahme. Man beschftige sich dort mit meinem Problem, habe LTUR-Deutschland informiert und be Druck auf die Reiseleitung aus, hei es." Diesen Tag verbrachte ich fast vollstndig in der Nhe des Telefons, da man auf schnelle Ergebnisse hoffte. Zum Schluss hie es hierzu nur: Wahrscheinlich sei es leichter, ein Surfbrett in Deutschland zu organisieren und einfliegen zu lassen, als in Portugal eines zu bekommen.

Am Nachmittag erreichte mich dann ein Fax mit einer Liste mehrere Anbieter, von denen der nchste 60 km (!) entfernt war.

Hierber informierte ich am nchsten Morgen mein Reisebro und faxte ihnen nach Rcksprache diese Liste. Eine Stunde spter erfolgte der Rckruf: Hier und in der Zentrale kann damit niemand etwas anfangen. Vergessen Sie die Liste! hie es. Also wiederholte ich nochmals meine Vorschlge vom Vortag, sogar eine Umbuchung in Kauf zu nehmen, wenn ich nur surfen knne erfolglos!

Am spten Abend kam ein weiteres Fax: Es gebe noch einen Anbieter in Quinta do Lago. Also informierte ich mich bei der Rezeption, wie dahin zu kommen sei. Die Taxifahrt kostet 30,50 pro Strecke, hei es. Dies empfand ich als unverhltnismig teuer, da mir bei der Buchung Angebote am Strand wenige Meter von der Anlange versprochen wurden.

Der 4. Urlaubstag
Trotzdem setzte ich mich am nchsten Morgen mit dem Anbieter in Verbindung. Er sagte, auf dem Meer knne ich gar nicht surfen, und bei ihm gbe es einen sehr schnen See.

Einen schnen See haben wir hier in Bremen auch. Dafr muss ich nicht nach Portugal fliegen, machte ich dem Reisebro schriftlich per Fax klar, und forderte ultimativ bis zum Abend dazu auf, mir Alternativen (ggf. mit Umbuchung zu nennen). An diesem Tag wurden meine Anrufe nicht entgegengenommen und auf meine Hinterlassenschaft auf dem Anrufbeantworter wurde auch nicht reagiert. Die Reiseleiterin habe Flughafendienst, und knne mir daher auch nicht weiterhelfen, hie es, als ich versuchte, sie zu kontaktieren.

5.-7. Urlaubstag
Am Sonntag (5. Tag) war naturgem niemand zu sprechen. So sa ich dann den Rest des Urlaubs ab, da mir nach dem Wochenende ein Reiseabbruch nicht mehr verhltnismig erschien. Also versuchte ich auf eigene Faust, Anbieter zu suchen ebenfalls ohne Ergebnis.

Wieder zu Hause
Wieder zu Hause angekommen, verfasste ich meine Reklamation, die abgelehnt wurde. Es gab ja einen Anbieter in Quinta do Lago, und somit sei die Leistung erbracht hie es nur.

Erst nachdem ich der Ablehnung widersprach wurden mir lcherliche 20% Entschdigung angeboten, und das obwohl ich von Anfang an betont habe: Ein Surfurlaub ohne Surfbrett ist wertlos!
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mosaik
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Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beitrge: 1055
Wohnort: Anif

BeitragVerfasst am: 16.09.05, 09:46    Titel: Antworten mit Zitat

Also, man muss jetzt unterscheiden:

a) hat der Veranstalter diesen Urlaub konkret beim gebuchten Hotel mit "Surfurlaub" betitelt oder

b) hat der Veranstalter in seinem Prospekt bei seiner allgemeinen Beschreibung ber Sportmglichkeiten im Ort erwhnt, dass auch ein Surfverleih vorhanden ist? Oder

c) hat der Veranstalter lediglich darauf hingewiesen, dass man in der Region surfen kann, aber nix von Verleih oder Schule angefhrt?


Weiters ist zu beachten, dass das Reisebro der falsche Ansprechpartner wre: Mngel, sofern als Mngel zu betrachten, sind immer dem Vertreter des Reiseveranstalters zu melden! Also der Reiseleitung.

Bei a) wre der Zweck der Reise vereitelt und mglicherweise mit einer Forderung des gesamten Reisepreises verbunden. Bei b) - je nach tastschlicher Beschreibung wren 20 Prozent ok und bei c) htte man gar keine Ansprche.

Aber ganz wichtig: alles hngt jetzt tatschlich von der exakten Beschreibung und wo im Katalog das stand!!!!!

Wichtig wre auch, ob der Kundenwunsch "Surfen mit Surfbrett" Vertragsinhalt wurde oder lediglich im Gesprch mitgeteilt wurde. Denn der Vertreter eines Veranstalters = Reisebro darf keine Zusagen machen, die nicht a) schriftlich vom Veranstalter besttigt wurden oder b) zumindest als "unverbindlicher Kundenwunsch" an den Veranstalter weiter geleitet wurde [diese Thema Kundenwunsch ist aber auch wieder sehr differenziert!!!].

Es gibt aber auch noch ein "d": Wenn das vermittlende Reisebro nachweislich (beweisbare) falsche Informationen gegeben hat, haftet der Veranstalter fr daraus entstehende Mngel.

Gru
Peter
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zoddel
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 16.09.2005
Beitrge: 3

BeitragVerfasst am: 19.09.05, 08:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Peter,

erstmal danke fr Deine Antwort!
Jetzt habe ich ein anderes Problem zu dem gleichen Thema:
Bei der Buchung wollte ich eine Resie haben, wie Du sie unter a beschreibst. Das Reisebro hat mir jedoch eine Reise, wie Du sie unter b beschreibst verkauft und mir vor Zeugen zugesichert, ich knne dort auf jeden Fall zu meinem Surfurlaub kommen. Auerdem wurde ich in keinster Weise darauf aufmerksam gemacht, dass sich dadurch meine Rechtssituation ndert. In wieweit kann man nun ggf. das Reisebro dafr verantwortlich machen?
PS.: Bei dem Reiserro handelt es sich um die Generalagentur des Veranstalters!
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mosaik
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beitrge: 1055
Wohnort: Anif

BeitragVerfasst am: 19.09.05, 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Reisevermittler = Reisebro arbeitet meist im Auftrag des Veranstalters (meist deswegen, weil es natrlich berall Sonderkonstruktionen gibt).

Daher darf ein Reisevermittler nur Informationen im Sinne des Veranstalters geben. Will heien, was ein Reisevermittler im Namen eines Reiseveranstalters verspricht - dafr hat der Veranstalter gerade zu stehen.

Nun ist es aber tatschlich eine Beweissache, was genau gesagt und versprochen wurde.

Beispiel: "Natrlich knnen Sie an der Algarve einen Surfurlaub verbringen" - stimmt ja, nur - mit welchem Brett? "Natrlich bekommen Sie an der Algarve auch Leihbretter" - stimmt ja - nur wo?

bei meinem Fall a) msste allerdings diese Zusicherung im Katalog / Prospekt stehen.
bei meinem Fall b) wren ja die bereits angebotenen 20 Prozent meinem Dafrhalten ok.

Ein Reisevermittler muss aber jetzt nicht unbedingt die genauen Rechtsstellungen des Kundens erlutern. Ich meine, in diesem konkreten Fall wre es jetzt Sache des Gesprchsverlaufes gewesen, zu sagen: achtung: surfen knnen Sie, lt. Katalog sollte es auch einen Verleih geben - aber Garantie kann weder der Veranstalter noch das vermittelnde Bro geben (weil es bei allgemeinen Hinweisen ja klar ist, dass diese Leistungen nicht im Namen des Veranstalters angeboten werden, sondern als so genannte Fremdleistung).

Ich denke, dieser Fall knnte nur vor einem Gericht restlos geklrt werden.

Gru
Peter
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