Navigationspfad: Home » Foren
Foren
recht.de :: Thema anzeigen - Gewhrleistung beim Hund - Gendefekt trotz mglichem Gentest
Forum Deutsches Recht
Foren-Archiv von www.recht.de
Achtung: Keine Schreibmglichkeiten! Zu den aktiven Foren whlen Sie oben im Men "Foren aus!
 
 SuchenSuchen 

Gewhrleistung beim Hund - Gendefekt trotz mglichem Gentest

 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    recht.de Foren-bersicht -> Tierrecht/ Tierkaufrecht/ Haftung
Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
msright
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 22.02.2005
Beitrge: 41

BeitragVerfasst am: 07.01.06, 01:08    Titel: Gewhrleistung beim Hund - Gendefekt trotz mglichem Gentest Antworten mit Zitat

Frau X kauft beim Zchter A eine Hndin. Im Kaufvertrag ist festgehalten, da mit der Hndin gezchtet werden soll, d. h. X hat diesen Hund als Zuchthund im Welpenalter gekauft, was auch im schriftlichen Vertrag festgehalten wird.

Nach einigen Wochen entdeckt X aufgrund eigener Recherchen im Internet, da es einen Gendefekt in dieser Rasse gibt, auf den man seine Tiere testen kann. X lt die Hndin testen und siehe da, sie hat diesen (angeborenen) Defekt.

Der Defekt schaut so aus, da der Hund sterben knnte, wenn ihm z. B. ein falsches Medikament verabreicht werden wrde.

Htte A die Zuchthunde untersuchen lassen, htte man kranke Tiere vermeiden knnen.




Was kann X tun? Um mit der Hndin zu zchten, mte ein vom Gendefekt freier Rde gefunden werden, was sehr aufwendig ist (zumal ja bei der Zucht auch andere Kriterien eine Rolle spielen).

Wenn X selbst mit der Hndin nicht zchtet, sondern die Hndin abgibt, steht sie als Zchterin selbst in der Gewhrleistung?

Wenn X einen Preisnachla gibt, die Hndin z. B. fr 200 Euro verkauft, was ist mit dem Differenzbetrag zum Kaufpreis von ehemals z. B. 700 Euro?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Nordlicht_1
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 05.07.2005
Beitrge: 47

BeitragVerfasst am: 07.01.06, 08:51    Titel: Antworten mit Zitat

Frau X hat mangelhafte Ware bekommen, aber warum hat sie nicht vor dem Kauf recherchiert?

Was kann X tun? Um mit der Hndin zu zchten, mte ein vom Gendefekt freier Rde gefunden werden, was sehr aufwendig ist (zumal ja bei der Zucht auch andere Kriterien eine Rolle spielen).

Mit der Hndin wrde ich gar nicht mehr zchten.

Wenn X selbst mit der Hndin nicht zchtet, sondern die Hndin abgibt, steht sie als Zchterin selbst in der Gewhrleistung?

Wie gesagt: Es muss geliefert werden, was im Vertrag steht.

Wenn X einen Preisnachla gibt, die Hndin z. B. fr 200 Euro verkauft, was ist mit dem Differenzbetrag zum Kaufpreis von ehemals z. B. 700 Euro?

Sie kann versuchen, den Betrag vom Zchter zurckzubekommen. Die meisten Zchter sichern sich allerdings das Vorkaufsrecht.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Abrazo
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 07.01.06, 11:08    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Im Kaufvertrag ist festgehalten, da mit der Hndin gezchtet werden soll

Erst mal beim Zuchtverband nachfragen, inwieweit Hunde mit diesem Defekt berhaupt zur Zucht empfohlen werden.
Zweitens Tierschutzgesetz abklopfen: das hat nmlich was dagegen, wenn man achtlos kranke Tiere zchtet.
Drittens Wirtschaftlichkeitsaspekt erwgen: wenn dieser Effekt trotz richtiger Auswahl des Rden dazu fhren kann, dass sich das eine oder andere kranke Gen bei einem Welpen durchsetzt, wird das fr den Zchter ein wirtschaftliches Verlustgeschft.

Kommt heraus, Hund ist fr die vertraglich zugesicherte Eigenschaft Zucht nicht geeignet, ist der Vertrag nicht erfllt. Und da man daran nichts ndern kann, hat der der Zchter den Hund gegen Kostenerstattung zurck zu nehmen.

Man kann mit dem Zchter absprechen, dass man den Hund selber verkauft und der Zchter nur die Differenz zum Verkaufspreis trgt, aber das ndert nichts am Grundprinzip.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Lutz11
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 16.01.2006
Beitrge: 1

BeitragVerfasst am: 16.01.06, 11:24    Titel: Antworten mit Zitat

hi,
ich gehe mal davon aus das du von mdr1 sprichst, noch ist der mdr1 test in keinen vereinen vorgeschrieben ob das jemals der fall sein wird lasse ich dahin gestellt.
den test selbst gibt es auch noch nicht so lange das ich nicht glaube das sich der zuechter wissentlich hunde mit diesen defekt verkauft.
ausserdem ist auch noch die frage ob er *nur* trger also +/- oder ob er -/- ist.
dieser defekt bringt einen hund aber nicht um, es heisst nur das man bestimmte medikamenten sorten nicht nehmen soll ( diese sollte man eh nicht nehmen auch wenn der defekt nicht besteht) .
es gibt auch genug rueden die diesen defekt nicht haben, ok vielleicht nicht gleich um die hausecke aber als verantwortungsbewusster zuechter nimmt man ja sowieso nicht den erstbesten rueden? da gibt es ja schliesslich noch viele andere andere faktoren.
ich persnlich finde den augengentest erheblich wichtiger , aber das ist ansichtssache.

jedenfalls ist ein hund mit mdr 1 nicht *krank*
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Abrazo
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 16.01.06, 11:51    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
es heisst nur das man bestimmte medikamenten sorten nicht nehmen soll ( diese sollte man eh nicht nehmen auch wenn der defekt nicht besteht)

Wenn die einzige Auswirkung berempfindlichkeit gegen knstlich zugefhrte Medikamente wre (darin kenne ich mich nicht aus) und nichts anderes, wrde das wohl kaum einer als Mangel anerkennen - es sei denn, Zuchtverbnde wrden solche Tiere als mehr oder minder ungeeignet von der Zucht ausschlieen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Zwerg Jutta
Interessierter


Anmeldungsdatum: 11.03.2006
Beitrge: 14

BeitragVerfasst am: 14.03.06, 08:03    Titel: Antworten mit Zitat

Wie sieht es berhaupt mit der Gewhrleistungspflicht aus???
Mu der Zchter IMMER fr "Mngel" gerade stehen???
Es gibt doch auch Erbkrankheiten , die rezzesiv vererbt werden, d.h. beide Erlterntiere sind "gesund" aber wenn 2 rezzesive Elterntiere zusammentreffen kann diese Erkrankung auftreten, habe das selbst bei Patellaluxation erleben mssen.
Wenn man als Zchte nur nachweislich gesunde Tiere in seiner Zucht einsetzt und dort nun so ein kranker Welpen daraus geboren wurde, mu ich dann trotzdem fr alles gerade stehen???
_________________
LG Jutta
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Abrazo
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 14.03.06, 09:22    Titel: Antworten mit Zitat

Genau darum geht es. Dass sorgfltiger und professioneller gezchtet wird.

Jagdgebrauchshundezchter machen das vor. Von einer Brackenhobbyzchterin, die in einem solchen Verband zchtete, habe ich folgendes gehrt:

1.Ne Jagdbracke kriegt nur ein nachgewiesener Jger.
2. Wer zchten will, muss sich verpflichten, Welpen nur an nachgewiesene Jger abzugeben.
3. Der Zuchthund muss nicht nur die Jagdgebrauchshundeprfung abgelegt haben, der muss auch zur Jagd eingesetzt werden.
4. der Zuchthund muss zur Zucht zugelassen sein.
5. die Verpaarung von Elterntieren muss vom Zuchtverband genehmigt sein, ggf. wird der Rde vom Verband bestimmt.

Sinn: eben diese mgliche rezessive Vererbung zu vermeiden. Wer dem nicht folgt, kriegt keinen Stammbaum vom Verband. Und dieser Stammbaum gilt bei Jgern als Gtesiegel, andere Welpen als solche nehmen die nicht.

Ergebnis: von zuchtbedingen Gendefekten ist noch nichts bekannt geworden.
_________________
Gre,
Abrazo
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Zwerg Jutta
Interessierter


Anmeldungsdatum: 11.03.2006
Beitrge: 14

BeitragVerfasst am: 14.03.06, 13:10    Titel: Antworten mit Zitat

tja, wre ja schn wenn es so wre, aber "leider" wird bei manchen Rassen keine Unterscuhung vorgeschrieben , es werden die Elterntiere bewertet , das wars.

Da kann man zwar ellenlange Ahnentafeln durchlesen, aber auf gewisse Erberkrankungen wird nichts unternommen - GAR NICHTS!!!!!

Doch das war eigentlich nicht meine Frage
_________________
LG Jutta
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Abrazo
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 14.03.06, 23:45    Titel: Antworten mit Zitat

Du musst meines Wissens dafr grade stehen, wenn aus deiner Zucht ein Welpe gekauft wird, bei dem sich eine Erbkrankheit heraus stellt. Die Ware ist dann mangelhaft. Wenn du ein Auto kaufst, interessiert dich ja auch nicht das Argument, das sei leider an einem Montag gebaut worden. Nachbesserung oder Umtausch, aber hallo!

Da ein Hund ein Lebewesen ist, gibt es bei dem in der Regel nur Nachbesserung, heit, bernahme von Tierarztkosten.
Ohne Gewhr, wie weit die Gewhrleistungspflicht geht, ist meines Wissens noch nicht ausgelotet worden.
_________________
Gre,
Abrazo
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Waschbrin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 28.02.2005
Beitrge: 792

BeitragVerfasst am: 15.03.06, 00:04    Titel: Antworten mit Zitat

Abrazo hat folgendes geschrieben::
Da ein Hund ein Lebewesen ist, gibt es bei dem in der Regel nur Nachbesserung, heit, bernahme von Tierarztkosten.


Nicht in jedem Fall. Z.B. knnte der Zchter nachweisen, da die betreffende Erkrankung in seiner Zucht bisher nicht aufgetreten ist. Dann hat er gem bestem Wissen und Gewissen gezchtet und es reicht, wenn er die Auflsung des Kaufvertrages oder eine Kaufpreisminderung anbietet.

Zudem braucht er die Tierarztkosten nicht in jedem Fall zu bernehmen. Lassen die Kufer den Hund behandeln, ohne den Zchter vorher zu informieren und nehmen sie ihm somit die Mglichkeit, den "Schaden" selbst zu beheben (z.B. durch einen Tierarzt seines Vertrauens), gehen sie leer aus, sofern die anderweitige Behandlung nicht aufgrund einer akut lebensbedrohenden Erkrankung erfolgt ist. Wenn Du einen Videorecorder im Versandhandel X kaufst und diesen in der Garantiezeit bei Elektrohndler Y reparieren lt, dann ersetzt Dir Versandhandel X ja auch nicht die Reparaturkosten, die Elektrohndler Y von Dir verlangt.

LG Waschbrin
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Abrazo
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 15.03.06, 00:42    Titel: Antworten mit Zitat

Sehen wir mal von Fllen ab, wo die Garantieleistung zu missbrauchen versucht wird. Missbraucht wird jedes Recht, das also wird auch missbraucht werden bzw. man wird es versuchen.

Besagte Jgersfrau hatte als letztes ein Brackenweib, Bestleistungen und Note vorzglich, aber zuchtuntauglich; die Farbe der Augen war bisschen zu hell. Was sie berhaupt nicht gestrt hat und was auch keinen Jger stren wrde, der ist froh, dass er einen erstklassigen Jagdhund hat, was rhrt ihn da die vorschriftsmige Augenfarbe? Wenn da ein unvernnftiger Mensch einen Mangel geltend machen wollte, wr natrlich Bldsinn, wrde wohl niemand einsehen.

Aber ich kenne schon etliche Leute, deren junge Hunde erst mal die Tierrzte frequentieren, erst haben sie dies, dann haben sie das, manchmal sind Operationen ntig ... und die Kosten, die dabei entstehen, sind nicht gering. Und es sind fast ausschlielich Rassetiere (allerdings sichtbar nicht aus bester Zucht). Die bernahme dieser Kosten gnne ich den Zchtern von Herzen.
_________________
Gre,
Abrazo
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Waschbrin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 28.02.2005
Beitrge: 792

BeitragVerfasst am: 15.03.06, 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

Im Fall der Brackenhndin kommt es darauf an, zu welchem Zweck der Hund gekauft wurde. Steht im Kaufvertrag, da er als Arbeits- oder Begleithund gekauft wurde, dann kann ein zuchtausschlieender Mangel sowieso nicht geltend gemacht werden.

Abrazo hat folgendes geschrieben::
Aber ich kenne schon etliche Leute, deren junge Hunde erst mal die Tierrzte frequentieren, erst haben sie dies, dann haben sie das, manchmal sind Operationen ntig ... und die Kosten, die dabei entstehen, sind nicht gering. Und es sind fast ausschlielich Rassetiere (allerdings sichtbar nicht aus bester Zucht). Die bernahme dieser Kosten gnne ich den Zchtern von Herzen.


Ich kenne auch ettliche Leute, die ihren Welpen, der bei der bernahme putzmunter war, krank machen. Ratschlge bezglich der Unterbringung und Bewegung sowie Ftterungsempfehlungen werden in den Wind geschlagen, der Welpe wird hierhin und dorthin mitgezerrt, hier eine Welpenspielstunde, dort stundenlanges Spazierengehen, da wird von einem Futter zum anderen gejumpt und jeder fremde Hund, auf den man trifft, spielt den Welpen halbtot oder aber staucht ihn zusammen. Meiner Ansicht nach sollten die Leute erst mal selbst berlegen was sie falsch gemacht haben und nicht gleich die Schuld beim Zchter suchen. Die berwiegende Mehrheit der Zchter zchtet nmlich nach bestem Wissen und Gewissen. Und bei den anderen sollten sich die Leute mal fragen warum ausgerechnet sie an so jemanden geraten sind (das hat auch immer seine Grnde).

LG Waschbrin
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beitrge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    recht.de Foren-bersicht -> Tierrecht/ Tierkaufrecht/ Haftung Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehen Sie zu:  
Sie knnen keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Sie knnen auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Sie knnen an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
©  Forum Deutsches Recht 1995-2019. Anbieter: Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim , RB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail info[at]recht.de.