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Hund verletzt Kind
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lissy
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Anmeldungsdatum: 10.05.2005
Beitrge: 1500

BeitragVerfasst am: 30.01.06, 09:51    Titel: Antworten mit Zitat

Bei dem Hund in meiner Anfrage handelt es sich um einen Hund, der Publikumsverkehr auf seinem Grundstck gewohnt ist, er luft frei umher und jedermann, auch Kinder, knnen ihn streicheln und ttscheln. Den Vorfall hat niemand beobachtet. Angeblich hat das gebissene Kind ihn auch nur gestreichelt.
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 30.01.06, 13:15    Titel: Antworten mit Zitat

Dann wrde ich mir keine allzu groen Sorgen machen.
Erst einmal kommt es auf die Art der Verletzung an, wie tief, wie schwer. Daran kann man oft schon feststellen, ob es sich um einen Unfall, einen relativ leichten Abwehrbiss oder einen Aggressionsbiss handeln knnte.
Dann kann man das Kind befragen: was hast du denn nun genau gemacht? Kinder knnen auch schon mal auf die Idee kommen, mal gucken, was der Hund macht, wenn man ihn mal tchtig am Ohr zieht, haut oder kneift.
Dann kommt es darauf an, wie der Hund sich bisher verhalten hat und auch weiter verhlt. Bei einem publikums- und kindergewohnten Hund ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass der pltzlich unvermutet nen Rappel kriegt und zubeit.
Und das wichtigste schlielich: der Wesenstest. Veterinrmter sind heute meist recht zuverlssig in der Lage zu beurteilen, ob ein Hund gefhrlich ist oder nicht.
Wenn dann schlielich keiner den Vofall gesehen hat und der Hund als vllig harmlos und ungefhrlich erkannt wird, wird man von einer Provokation durch das Kind ausgehen. Dann stellt sich auch die Frage, warum war das Kind unbeobachtet, also, wo waren die Eltern? Oder, was hatte es da, wo es war, zu suchen?
Im Zweifelsfalle - wenn keine Provokation nachgewiesen werden kann - wird der Halter zivilrechtlich gem. 833 fr den Schaden haften (drfte bei einer leichten Verletzung nicht allzu viel sein, wenn berhaupt), aber vom Ordnungsamt wird er hchstens die Auflage bekommen dafr zu sorgen, dass sich in Zukunft keine Kinder unbeobachtet mit dem Hund befassen knnen, also nix mit einsperren, Maulkorb, Leinenzwang usw.
_________________
Gre,
Abrazo
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lissy
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Anmeldungsdatum: 10.05.2005
Beitrge: 1500

BeitragVerfasst am: 30.01.06, 13:57    Titel: Antworten mit Zitat

Der Hundebesitzer hat nur einen oberflchlichen Riss auf der Backe des Kindes erkennen knnen, dann wurde ihm das Kind seines Blickes entzogen. Das Kind weinte nicht. Die Verletzungsschilderung der Mutter am nchsten Tag hrte sich sehr schlimm an. Der Hundebesitzer ist stark verunsichert. Kann er von sich aus das Kind begutachten lassen?
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 30.01.06, 15:09    Titel: Antworten mit Zitat

Wozu?

Soll er doch erst mal abwarten, ob berhaupt etwas nach kommt!

Wenn die Eltern was vom Hundehalter wollen, dann sollen sie ihm das rztliche Attest bringen (falls man mit so was berhaupt zum Arzt geht; normal gengt da Jodsalbe wegen der Bakterien). Ohne Attest luft gar nichts. Und wenn der Arzt dasselbe bescheinigt, nmlich oberflchliche Schramme, dann hat der Hund nicht gebissen, denn ein Biss sieht anders aus als eine Schramme. Ne Schramme kann ein Kind sich auch holen, wenn es sich vom Hund abschlecken lsst und ein bisschen unachtsam an den Reizahn kommt; genau so kann man sich an einem Zweig eine Schramme holen. Bagatellverletzung, krht kein Hahn nach.

Und wenn die Eltern den Hund beim Ordungsamt anzeigen, kann ich auch nur zu ruhig Blut raten. Sollen die Halter auch erst mal nach Attest fragen und nach Aussage des Kindes. Manche Leute regen sich nmlich gerne wegen nix auf. Wei auch das Ordnungsamt.

Wer einen menschenfreundlichen, braven und gut sozialisierten Hund hat, der braucht vor keinem Ordnungs- und Veterinramt und vor keinem Verhaltenstest Angst zu haben. Ein kleiner Unfall mit Bagatellverletzung kann immer mal vorkommen. Kein Tierarzt - und es sind ja Tierrzte, die den Wesenstest kontrollieren - kommt deswegen auf die Idee, einen Hund als bissig einzustufen.

Und blo nicht das Vertrauen in den Hund verlieren!
_________________
Gre,
Abrazo
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Waschbrin
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Anmeldungsdatum: 28.02.2005
Beitrge: 792

BeitragVerfasst am: 30.01.06, 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Abrazo,

Du wiedersprichst Dir selbst. Der Hund aus meinem Beispiel hat einem Erwachsenen eine Bagatellverletzung zugefgt. Wenn 45 kg Schferhund in Beschdigungsabsicht jemaden beien, da trgt der nicht nur einen blauen Fleck und einen oberflchlichen Kratzer davon. Die geschdigte Person hat den Arzt nicht aufgrund der Schwere der Verletzung aufgesucht, sondern wegen ihrer abgelaufenen Tetanusimpfung. Dummerweise kam dabei zur Sprache, da es ein Hund war, der diesen Kratzer zugefgt hat, und die Maschinerie der Dienstanweisungen kam ins Rollen...

Gleich zwei Gutachter haben diesem Hund, der gerne mal etwas derb spielt, bescheinigt, da er NICHT gefhrlich ist, denn sonst wre er nicht mehr am Leben. Da dieser Vorfall so passieren konnte (Person, die den Hund kennt, betritt das Privatgrundstck und geht wissentlich in den Radius des dort angebundenen Hundes, um dort etwas zu erledigen) hatte zur Folge, da dieser Hund, der sich zuvor jahrelang frei auf dem Firmengelnde und im Firmengebude (mit Publikumsverkehr) bewegt hat, nun auf dem Grundstck nicht mehr frei bzw. ohne Maulkorb laufen darf. Wegen dem Versumnis des Hundehalters, das Grundstck so abzusichern, da wirklich niemand es betreten kann (ein von innen verriegeltes Gartentor reicht nicht aus, wie dieser Fall zeigt), oder besser gesagt wegen der Dummheit einer Person, die selbst einen Hund besitzt, der nicht ohne ist, und glaubt, sie knne mit jedem Hund in jeder Situation fertig werden und msse nicht erst mal Rcksprache mit dem Hundehalter halten bzw. diesen die Arbeit im Radius des angebundenen Hundes erledigen lassen.

Von daher wre ich vorsichtig, in Lissy's Fall davon auszugehen, da keinerlei Probleme auf den Hundehalter und den Hund zu kommen. Das hngt ganz von der jeweiligen Gesetzeslage und deren Handhabung im betreffenden Bundesland und da wieder in nicht unerheblichem Ausma von den Personen ab, die auf den zustndigen mtern sitzen. Von daher kann es vllig unerheblich sein, wie sich das Kind gegenber dem Hund verhalten hat. Alleine da Kind und Hund zusammenkommen konnten und das anscheinend auch noch ohne Aufsicht, wird, wenn es zur Anzeige durch die Eltern kommt, ausschlaggebend sein.

Hinzu kommt die Handhabung bzw. die Auslegung der Gesetzteslage in den einzelnen Bundeslndern. Wenn das Kind einem Arzt vorgestellt wurde und dieser erfhrt, da es sich um einen Hundebi handelt, dann kann es durchaus mglich sein, da dieser den Vorfall der zustndigen Behrde meldet, auch wenn die Eltern von sich aus auf eine Anzeige verzichten. Meine beiden Beispiele sollten nur zeigen, wie schnell so etwas ins Rollen kommen kann, selbst wenn die Geschdigten keine Anzeige erstatten. Es ist nicht notwendig, hier eine Diskussion zu fhren in wie weit irgendein Leinen- oder Maulkorbzwang gerechtfertigt ist. Es waren lediglich Beispiele, da selbst bei einer Bagatellverletzung (die ohne Beschdigungsabsicht des Hundes, der brigens ein ganz normaler Hund ist und keine reiende Bestie, entstanden ist) ohne Anzeige gegen den Hundehalter etwas nachkommen kann.

@Lissy: Der Hundehalter kann jetzt erst mal nur abwarten, ob von Seiten desbetreffenden Amtes etwas kommt. Ich an seiner Stelle wrde mich inzwischen bei den Eltern nach dem Kind erkundigen, ein kurzer Besuch mit einem netten Geschenk, bei dem man das Kind fragt wie es ihm geht und ob es sich arg erschrocken hat, macht sich auch nicht schlecht. Dabei kann man das Kind auch fragen, was denn eigentlich passiert ist, weil man sich Gedanken macht, warum der Hund, der sonst so lieb ist, pltzlich so etwas gemacht hat. Dabei sollte man aber keinesfalls dem Kind unterstellen, da es etwas falsch gemacht und den Bi somit provoziert hat.

Wenn man so etwas einfhlsam macht und die Eltern merken, da es dem Hundehalter leid tut und er solche Vorflle knftig verhindern mchte, dann werden sie nach dem Abklingen des ersten Schreckens u.U. zugnglicher sein. Vor allem, wenn sie sich in ihrer Angt verstanden fhlen (schlielich wurde das Kind ins Gesicht gebissen, eine Horrovorstellung fr Eltern).

LG Waschbrin
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Nordlicht_1
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Anmeldungsdatum: 05.07.2005
Beitrge: 47

BeitragVerfasst am: 30.01.06, 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

Abrazo hat folgendes geschrieben::

Er kann auch gar keine Straftat sein, da ein Hund eine Sache ist und damit nicht rechtsfhig.
.


Wre es so, dann knnte ein Hund ja tun und lassen, was er will, ohne da man bestrafen kann.

DerHund macht sich nicht strafbar, aber der Halter kann sich strafbar machen. Siehe den Hund einfach als verlngerte Hand des Menschen.

Wenn ein Hund ein Kind beit, reagieren die Behrden sehr empfindlich. Das sollte immer beachtet werden.
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 30.01.06, 19:44    Titel: Antworten mit Zitat

Was du sagst, stimmt leider nicht. Auch nicht in Hessen. Ein Blick in die hessische Gefahrenabwehrverordnung ber das Halten und Fhren von Hunden htte weitergeholfen.

Die hessischen Vorschriften sind im Wesentlichen nicht anders als die NRW-Vorschriften. Wenn ein Hund Leinen- und Maulkorbzwang bekommen hat, dann ist er als gefhrlicher Hund eingestuft worden. Dazu muss der Hund nicht gebissen haben. Es gengt gefahrdrohendes Anspringen. Ein Bagatellbiss reicht also vollkommen aus, einen Hund daraufhin zu prfen, ob es sich um einen gefhrlichen Hund handelt.
Dafr, dass die Halter in deinem Beispiel wussten, dass es sich um einen gefhrlichen Hund handelt spricht, dass sie ihn im Hof an der Leine gehalten haben. Es war also bekannt, dass der nicht ohne ist.
Die hier magebenden Vorschriften fr das Halten gefhrlicher Hunde in Hessen lauten, das Grundstck muss umfriedet sein (mit einem geeigneten Zaun), das Tor zu und drauf muss stehen "Vorsicht Hund". Ferner braucht man zum Halten Erlaubnis und Sachkunde. Wer keinen Zaun, kein geschlossenes Tor und kein Schild installieren will, dessen Hund muss eben mit Maulkorb herum laufen. So einfach ist das.
Zitat:
Gleich zwei Gutachter haben diesem Hund, der gerne mal etwas derb spielt, bescheinigt, da er NICHT gefhrlich ist, denn sonst wre er nicht mehr am Leben.

ist falsch.
Es mag sein, dass der Hund erzogen war, dennoch steht in o.g. Verordnung:
Zitat:
Die zustndige Behrde kann, trotz positiver Wesensprfung, fr jeden Hund das Tragen einer Vorrichtung, die das Beien zuverlssig verhindert, anordnen, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass der Hund eine ber das natrliche Ma hinausgehende Aggressivitt und Gefhrlichkeit gegenber Menschen oder Tieren aufweist.

Beit ein Hund jemanden nur deswegen, weil er in den Umkreis seiner Leine kommt, ist dies eine Tatsache, die eine solche Annahme rechtfertigt.

Und auch fr das Tten gilt:
Zitat:
Die zustndige Behrde kann die Ttung eines Hundes nach 42 des Hessischen Gesetzes ber die ffentliche Sicherheit und Ordnung anordnen, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass von dem Hund eine Gefahr fr Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht. Die Ttung ist anzuordnen, wenn der Hund einen Menschen gettet oder ohne begrndeten Anlass ernstlich verletzt hat.

Ein Hund, der aus Krankheitsgrnden sein eigenes Frauchen in die ambulante Notaufnahme befrdert, ist eine solche Tatsache.

Fr den Verdacht gefhrlicher Hund schlielich gilt:
Zitat:
Gefhrlich sind auch die Hunde, die
1. einen Menschen gebissen oder in Gefahr drohender Weise angesprungen haben, sofern dies nicht aus begrndetem Anlass geschah,

Ein begrndeter Anlass ist, wenn der Hund sich verteidigt, denn das darf er. Gegen einen krperlichen Angriff, wohlgemerkt, nicht dagegen, das einer den Radius betritt, den seine Leine bildet. Sich verteidigen darf er, je nach Gre beider, auch bei einem Kind, wenn das dem Hund was tut.
Allerdings hat man davon auszugehen, dass Kinder aus Unwissenheit oder kindlicher Bosheit dazu in der Lage sind und deswegen Kind und Hund nicht unbeaufsichtigt alleine zu lassen. Kriegt man sptestens im Sachkundetest beigebracht. Womit nicht gesagt ist, dass, wenn die Eltern da sind, dafr in erster Linie der Hundehalter verantwortlich ist.

In diese Richtung gehen mehr oder weniger alle Landeshundegesetze und -verordnungen.

Also, ich bleibe bei meiner Auffassung, wer einen menschenfreundlichen, braven und gut sozialisierten Hund hat, braucht auch bei einer eventuellen Anzeige und Wesenstest nichts zu befrchten. Behrdenwillkr gibt es auch da nicht, und wenn es sie geben sollte, kann man dagegen klagen und wird Recht bekommen.

Deine beiden Beispiele waren keine Beispiele fr menschenfreundliche, brave und gut sozialisierte Hunde.
_________________
Gre,
Abrazo
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Waschbrin
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Anmeldungsdatum: 28.02.2005
Beitrge: 792

BeitragVerfasst am: 30.01.06, 21:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Abrazo,

Abrazo hat folgendes geschrieben::
Deine beiden Beispiele waren keine Beispiele fr menschenfreundliche, brave und gut sozialisierte Hunde.


Wie kommst Du zu solch einer Aussage? Du kennst weder die Hunde noch weit du wie die beiden Vorflle abgelaufen sind. Es ging ja auch gar nicht primr um diese Hunde, sondern darum, wie schnell solch ein Vorfall den zustndigen Behrden gemeldet werden kann ohne das der Geschdigte eine Anzeige erstattet. Auch bei einer Bagatellverletzung (und nicht's anderes war es in dem einen Fall, auch wenn Du ohne jegliche Kenntnisse ber diesen Vorfall diesen Hund zur reienden Bestie abstempelst).

Zu Deiner Info: Bei dem einen Hund, der sein Frauchen zur ambulanten Behandlung in die Notaufnahme gebracht hat, handelte es sich um einen lteren Hund mit einem gesundheitlichen Problem, welches erst kurz vorher bekannt geworden ist und im Anfangsstadium der Behandlung war. Dritte waren durch diesen Hund nie gefhrdet, denn wer, der nicht zur Familie gehrt, fllt Nachts im Dunkeln im Schlafzimmer auf einen schlafenden Hund, der an einem Ort liegt wo er vorher noch nie geschlafen hat?

Der andere Hund war nicht im Garten angebunden, weil er vorher schon unzhlige Polizisten in bsartiger Weise vom Pferd gerissen hat. Sondern deswegen, weil gerade niemand auf ihn achten konnte und damit er nicht vorne an den Zaun luft, wo manchmal Passanten, auch Kinder, vorbeilaufen. Da ein Nachbar durch den Zaun greift und den Mechanismus des Gartentrchens auffriemelt, und dann auch noch in den Radius des dort sichtbar angebundenen Hundes lascht, um ein paar beim Heckeschneiden ber den Zaun gefallene ste aufzusammeln, damit hat halt in diesem Moment niemand gerechnet. Und letzteres war es dann auch, was die Gutachter angekreidet haben, nicht da der Hund eine ber das natrliche Ma hinausgehende Aggressivitt aufweist. Die Kombination "starker Hund, der teilweise grob spielt" und "unzuverlssiger Halter" ist abgestraft worden, nicht das Grundwesen dieses Hundes. Und als "unzuverlssiger Halter" kannst Du in Hessen ratzfatz eingestuft werden!

Abrazo hat folgendes geschrieben::

Die hessischen Vorschriften sind im Wesentlichen nicht anders als die NRW-Vorschriften.


Sind Dir die Zahlen der Hunde bekannt, die in Hessen und NRW aufgrund der jeweiligen Landesverordnung gettet worden sind?

Abrazo hat folgendes geschrieben::
Also, ich bleibe bei meiner Auffassung, wer einen menschenfreundlichen, braven und gut sozialisierten Hund hat, braucht auch bei einer eventuellen Anzeige und Wesenstest nichts zu befrchten. Behrdenwillkr gibt es auch da nicht, und wenn es sie geben sollte, kann man dagegen klagen und wird Recht bekommen.


Kennst Du betroffene Hundehalter aus Hessen? Weit Du, wie schnell sowas abluft? Der wird im Fall der Flle eingezogen, am nchsten Tag ohne Deine Anwesenheit einem Wesenstest unterzogen und das war's, den siehst Du vor dem Einschlfern nicht wieder. So ist der Ablauf, wenn ein Hund wirklich zubeit, so da es nicht nur einen blauen Fleck gibt. Und wenn der Halter noch weitere Hunde hlt, die an dem Vorfall nicht beteiligt waren, evtl. gar nicht anwesend waren, diese gleich noch mit. Nicht umsonst gibt es Hundehalter, die ihrer Hunde wegen aus Hessen weggezogen sind.

Immer noch: Es kommt ganz stark auf die entsprechende Landesverordnung an in solchen Fllen, darauf, wie die zustndigen Sachbearbeiter angewiesen worden sind damit umzugehen. Darauf, ob das betreffende Bundesland als Dienstherr evtl. Dienstanweisungen erlt, da grundstzlich ALLE Verletzungen, die durch Hunde entstanden sind, der zustndigen Behrde zu melden sind. Und nicht zuletzt darauf, ob die mageblich wichtigen Personen auf den betreffenden mtern Hundefreunde sind oder nicht.

LG Waschbrin
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 31.01.06, 00:09    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wie kommst Du zu solch einer Aussage? Du kennst weder die Hunde noch weit du wie die beiden Vorflle abgelaufen sind.

Ich komme zu meiner Einschtzung aufgrund deiner Aussagen.

Zitat:
Dritte waren durch diesen Hund nie gefhrdet, denn wer, der nicht zur Familie gehrt, fllt Nachts im Dunkeln im Schlafzimmer auf einen schlafenden Hund, der an einem Ort liegt wo er vorher noch nie geschlafen hat?

Mein Hund liegt dauernd an Orten, wo er noch nie gelegen hat und wenn ich aufstehe, muss ich auch aufpassen, dass ich nicht auf den Hund trete. Das ist normal. Aber selbst, wenn sie den Hund versehentlich tritt, ist das fr einen anstndigen Hund kein Grund, ber seine Herrschaft herzufallen.

Zitat:
Der andere Hund war nicht im Garten angebunden, weil er vorher schon unzhlige Polizisten in bsartiger Weise vom Pferd gerissen hat.

Was soll das denn? Glaubst du, bei uns wrde ein Hund auch nur eine Stunde bei seinem Halter bleiben, der auch nur einen einzigen Polizisten vom Pferd reit?

Zitat:
Sondern deswegen, weil gerade niemand auf ihn achten konnte und damit er nicht vorne an den Zaun luft, wo manchmal Passanten, auch Kinder, vorbeilaufen.

Wenn ein Zaun hoch und sicher genug ist, ist es kein Problem, wenn dahinter ein Hund tobt (ich als Halterin wrde ihm das allerdings abgewhnen). Und ein anstndiger Hund benimmt sich auch dann anstndig, wenn die Herrschaft gerade nicht auf ihn aufpassen kann. Wo sind denn unsere Hunde unter Aufsicht, wenn sie vor dem Supermarkt liegen, in dem die Herrschaft gerade einkauft? Und? Passiert etwa deswegen was? Selbst dann nicht, wenn sie unangeleint da liegen, weil die Manieren haben.
Beantwortet brigens nicht die Frage, wieso der Hund zubiss. Ein Hund hat zu stellen, aber nicht zu beien, es sei denn, er wird angegriffen, und dann hat er einen anerkannten Grund und wird nicht als bissig eingestuft. Dieser Hund hatte offenbar keinen anerkannten Grund.

Zitat:
So ist der Ablauf, wenn ein Hund wirklich zubeit, so da es nicht nur einen blauen Fleck gibt.

Wenn der Vorfall klar ist. Meint einer, der Vorfall sei nicht klar, empfiehlt sich ein umgehender Besuch bei einem Anwalt mit der Bitte, sich um eine einstweilige Verfgung zu bemhen. Von nix ktt nix. Wer frchtet, nicht rechtmig behandelt zu werden, muss eben was tun.

Zitat:
darauf, wie die zustndigen Sachbearbeiter angewiesen worden sind damit umzugehen

Die hessischen Durchfhrungsverordnungen lese ich mir aber nicht auch noch durch. Das macht man schn selber. Gegen rechtswidrige Anweisungen kann man brigens auch protestieren, ggf. klagen.
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Gre,
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BeitragVerfasst am: 31.01.06, 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Abrazo hat folgendes geschrieben::
Wenn die Eltern was vom Hundehalter wollen, dann sollen sie ihm das rztliche Attest bringen (falls man mit so was berhaupt zum Arzt geht; normal gengt da Jodsalbe wegen der Bakterien).


Sie sollten stets den Tollwutimpfschutz des Hundes berprfen, wenn dieser (insbesondere bei unbekannten Tieren) nicht sofort sicher festgestellt werden kann, Wundreinigung und Postexpositionsprophylaxe nach den anerkannten Regeln der Medizin durch einen Arzt durchfhren lassen.
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lissy
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Anmeldungsdatum: 10.05.2005
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BeitragVerfasst am: 31.01.06, 10:43    Titel: Antworten mit Zitat

Dank an alle fr bisherige Antworten

@ rueger: Was ist eine Postexpositionsprophylaxe?
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 31.01.06, 12:50    Titel: Antworten mit Zitat

Bei einem Biss auf jeden Fall. Alles, was Fleisch frisst, hat infektise Zhne, inklusive Mensch.

Zeigt imho brigens die Grenzen der Zulssigkeit behrdlich verordneter Anzeigepflicht fr rzte: aus Angst vor den eventuellen ordnungsbehrdlichen Folgen mit einem Hundebiss nicht zum Arzt zu gehen, kann schnell erheblich gravierendere gesundheitliche Folgen haben als der Biss selber. Mein Arzt wrde unter diesen Umstnden auf eine Anzeigepflicht pfeifen.

Bei einer oberflchlichen Verletzung der Haut, auf die man normalerweise hchstens ein Pflaster klebt, gengt allerdings erfahrungsgem Jodsalbe - auf die man jedoch auf gar keinen Fall verzichten sollte.
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Gre,
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lissy
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Anmeldungsdatum: 10.05.2005
Beitrge: 1500

BeitragVerfasst am: 31.01.06, 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

Selbstverstndlich ist das Kind in rztlicher Behandlung. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund Tollwut hat, geht gegen Null, da er geimpft ist und auch sonst keinerlei Aufflligkeiten zeigt. Hundebesitzer ist auch versichert.
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BeitragVerfasst am: 31.01.06, 13:16    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.rki.de/nn_226738/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber__Mbl__Tollwut.html

Bitte den Abschnitt "Postexpositionelle Immunprophylaxe" lesen.
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noidic
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Anmeldungsdatum: 18.01.2006
Beitrge: 555
Wohnort: Mnchengladbach

BeitragVerfasst am: 31.01.06, 13:19    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Tier ist nun mal ein stckweit unberechenbar, da kann man nicht einfach die Eigenschaften messen wie bei ner Schraube oder nem Auto. Wenn sich der hund bei der zweiten, negativen Prfung entsprechend aggreeeiv verhalten hat und sei es, weil ihm ne Mcke in die Nase geflogen ist, kann das Urteil ziemlich bse aussehen. Deswegen kann man da ja Widerspruch einlegen, der im Normalfall mit einem erneuten Test endet.
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