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Schwimmbad - vorgeschriebene Badekleidung fr Schler
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lascii
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Anmeldungsdatum: 18.05.2006
Beitrge: 1

BeitragVerfasst am: 18.05.06, 12:25    Titel: Schwimmbad - vorgeschriebene Badekleidung fr Schler Antworten mit Zitat

Guten Tag,
ich bin ein Schler aus der Pfalz und habe mich in diesem Forum angemeldet, weil ich eine Frage habe, bei der ich selbst nicht weiter weiss.

Vielleicht kommt euch meine Situation ein bisschen lcherlich und kindisch vor, aber ich hoffe trotzdem, dass ihr mir Antworten auf mein Problem geben knnt.

Also zur Situation:
Im Sportunterricht haben wir vor einer Woche eine neue Trainingseinheit bekommen, wir gehen ins Schwimmbad. Eigentlich eine ziemlich positive Sache, da ich jede Woche vom DLRG aus im Schwimmbad trainiere.
Jedoch bekammen wir einen Dmpfer verpasst, alle Jungs mssen enganliegende Badehosen anziehen. Aus Grnden der Sicherheit (Durch die sog. Bermuda-Shorts soll Wasser aus dem Schwimmbecken getragen werden und Leute wren darauf ausgerutscht). wre es uns nicht erlaubt 'normale' etwas lngere Badehosen anzuziehen. Da ich vom DLRG aus eigentlich immer diese langen Hosen anhabe, war ich sehr verwundert, warum ich als Schler ausgerechnet kurze enge Badehosen anziehen muss.
Um ehrlich zu sein, fhle ich mich in solchen kurzen Badehosen sehr unwohl und sozusagen wie auf einem Prsentierteller.

Ich habe heute mit dem Chef des Schwimmbades geredet, dieser besttigte mir die Grnde (Sicherheit), ausserdem meinte er, dass andere Schler von 'anderen Schulen' sich gegenber den Bademeistern sehr unfreundlich verhalten htten.

Ich habe diesen Beitrag im Verfassungsrecht geschrieben, da uns doch eigentlich durch das GG das Recht zugestanden wird, Frei zu sein. Frei auch im Sinne, wie ich mich anziehe.
Ausserdem fhle ich mich im Gegensatz zu den Bademeistern und anderen (erwachsenen) Gsten ausgegrenzt, da diese sich im Schwimmbad anziehen knnen wie sie wollen und das toleriert wird.
Mir kommt es so vor, als wrden die Bademeistern nach dem Prinzip denken: 'ach das sind doch nur schler, mit denen kann man das machen'
Ich glaube nicht, dass irgendein Bademeister zu einem Erwachsenen gehen wrde und ihm ihn darauf hinweisen wrde, dass er sich doch bitte kurze Badehosen anziehen soll.


Was meint ihr dazu. Ist das was das Schwimmbad macht rechtmssig, knnen sie die Besucher in Schubladen einteilen und sagen, wer was anzuziehen hat. Ich meine wenn ich freiwillig die Entscheidung zu treffen habe, ob ich dieses Schwimmbad besuche oder ein anderes in dem soetwas nicht verboten ist, wre es ja noch in Ordnung, aber ich werde von der Schule sozusagen 'gezwungen', ausser ich bin damit einverstanden, dass am Ende des Jahres 0 Punkte in meinem Zeugnis stehen.

Ich wre fr jede Antwort dankbar, egal in welche Richtung sie geht.
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Michael A. Schaffrath
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 15339
Wohnort: Rom

BeitragVerfasst am: 18.05.06, 14:27    Titel: Re: Schwimmbad - vorgeschriebene Badekleidung fr Schler Antworten mit Zitat

lascii hat folgendes geschrieben::
da uns doch eigentlich durch das GG das Recht zugestanden wird, Frei zu sein. Frei auch im Sinne, wie ich mich anziehe.


Na dann freuen Sie sich mal auf die in der Diskussion stehenden Schuluniformen. Auf den Arm nehmen

Es ist doch offensichtlich, da es eine solche uneingeschrnkte Freiheit nicht geben kann, sonst knnten Sie auch in voller Montur ins Schwimmbecken oder auf die obligatorische Badekappe verzichten. Das Schwimmbad hat Hausrecht und mu Sie gar nicht herein lassen, wenn es nicht will. Zumal die Einschrnkung ja offenbar auch noch sinnvoll begrndet ist. Und auch die Schule kann gewisse Regeln aufstellen, an die sich Schler zu halten haben.

lascii hat folgendes geschrieben::
Ausserdem fhle ich mich im Gegensatz zu den Bademeistern und anderen (erwachsenen) Gsten ausgegrenzt, da diese sich im Schwimmbad anziehen knnen wie sie wollen und das toleriert wird.


Noch gibt es kein Antidiskriminierungsgesetz. Und auch hier ist wohl ein Sachgrund gegeben, denn Schler verhalten sich nun mal anders als Bademeister. Aus demselben Grund hat auch der Hausmeister einen Schlssel zum Damenklo und Sie nicht (nein, nicht wegen des Verhaltens, sondern wegen eines Sachgrundes Winken).

[Edit: genderter Username des Threaderstellers]
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Karsten11
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 17.06.2005
Beitrge: 3169

BeitragVerfasst am: 18.05.06, 15:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

die Verfassungsvter haben tatschlich den Artikel 1a vergessen: "Jeder Deutsche hat das Recht seine Kleidung selbst zu whlen". Lachen

Entschuldigung. War nicht bs gemeint. Aber ernsthaft:

Wenn ich mir den Katalog der Grundrechte anschaue, sehe ich lauter wichtige Dinge:
Wrde, freie Entfaltung seiner Persnlichkeit, Leben, Gesundheit, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit etc.

Ohne die Kleidungsfrage herabwrdigen zu wollen, stelle ich mir doch die Frage, ob die Schutzwrdigkeit hier nicht um vieles niedriger anzusetzen ist, als bei den genannten Grundrechten.

Ganz bewut hat der Gesetzgeber manche Dinge als Grundrecht erklrt und andere nicht. Und nicht alles, was fr einen wnschenswert scheint ist, ist mit der Generalklausel von der Wrde des Menschen einklagbar.

Selbst wenn hier ein Grundrecht betroffen wre, so wre es gegen andere Grundrechte abzuwgen. Wir hatten bei uns den Fall einer Muslima, die im Schulsport mit Ganzkrperbekleidung schwimmen wollte. Das wre richtig gefhrlich geworden.

Hier wre in der Tat ein Grundrecht, nmlich das der Religionsfreiheit betroffen. Nur: Abgewogen gegen das Grundrecht auf krperliche Unversehrtheit war ein Verbot dieser Kleidung auch rechtlich i.O..
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Michael A. Schaffrath
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Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 15339
Wohnort: Rom

BeitragVerfasst am: 18.05.06, 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

Karsten11 hat folgendes geschrieben::
Hier wre in der Tat ein Grundrecht, nmlich das der Religionsfreiheit betroffen. Nur: Abgewogen gegen das Grundrecht auf krperliche Unversehrtheit war ein Verbot dieser Kleidung auch rechtlich i.O..


Ergnzend angemerkt: wobei da dann natrlich die Religionsfreiheit immerhin noch insofern "gewinnt", als die Schlerin dann nicht zur Teilnahme gezwungen werden kann und entsprechend auch nicht mit "ungengend" bewertet werden darf.
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0Klaus
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 30.12.2004
Beitrge: 2595

BeitragVerfasst am: 19.05.06, 19:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

wenn andere Badegste entsprechende Badebekleidung whlen knnen, aber Schler nicht, stellt sich die Frage, ob dieser Rechtseingriff berhaupt geeignet ist, den angestrebten Zweck (nicht ausrutschen) zu erreichen. Das drfte nicht der Fall sein, die Anordnung ist unverhltnismig und somit auch rechtswidrig.

Falls es sich um ein kommunale Schwimmbad handelt, msste eine entsprechende Regelung darber hinaus in der Benutzungssatzung (Anstaltsordnung) vorgesehen sein. Falls das nicht der Fall ist, besteht seitens der Schule auch kein Bedarf eine entsprechende Anordnung des Bademeisters zu beachten.

Im brigen stelle ich mir die Frage, was das fr ein Schwimmbad ist, wenn die Gefahr besteht, dass man ausrutschen kann, falls Wasser breitluft (zB auch durch spielende Kinder). Das wird idR gerade durch besondere Bodenbeschaffenheit verhindert.

- ohne Gewhr -
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mfg
Klaus
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Michael A. Schaffrath
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Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 15339
Wohnort: Rom

BeitragVerfasst am: 19.05.06, 21:34    Titel: Antworten mit Zitat

0Klaus hat folgendes geschrieben::
Das drfte nicht der Fall sein, die Anordnung ist unverhltnismig und somit auch rechtswidrig.


Hausrecht und Benutzungsordnungen mssen sinnvoll sein? Das hre ich jetzt zum ersten Mal. Wenn ein Gastwirt sagt "alle Mnner ber 60 tragen eine Mtze, sonst fliegen sie raus", soll das rechtswidrig sein? Come again?
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FM
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Anmeldungsdatum: 05.12.2004
Beitrge: 7320

BeitragVerfasst am: 19.05.06, 22:41    Titel: Re: Schwimmbad - vorgeschriebene Badekleidung fr Schler Antworten mit Zitat

Michael A. Schaffrath hat folgendes geschrieben::
Das Schwimmbad hat Hausrecht und mu Sie gar nicht herein lassen, wenn es nicht will.


Einspruch, Euer Ehren!

Das typische ffentliche Schwimmbad in einer deutschen Stadt gehrt der Kommune. Die Investition wurde aus Steuermitteln gettigt, und mit Steuern wird der Betrieb subventioniert. Ja, es gibt natrlich wie immer auch ein paar Gegenbeispiele, aber gehen wir doch mal vom 90-Prozent-Normalfall aus.

Wenn jeder Brger als Steuerzahler das Schwimmbad mit finanzieren mu, kann er auch nicht ohne ausreichenden Grund ausgeschlossen werden. Falls Das Bad ffentlich-rechtlich betrieben wird (so wie frher ein paar Ebenen hher das Telefonnetz), sowieso nicht, dann gilt Verwaltungsrecht. Aber auch wenn es fiskalisch betrieben wird, darf eine Kommune m.E. nicht diskriminieren. Selbst dann nicht, wenn nicht die Kommune unmittelbar, sondern z.B. die "Stadtwerke GmbH" der Betreiber sind. Auch dahinter steht finanziell der Steuerzahler.

Und ein weiterer Punkt wre: Schwimmbder haben sehr oft eine lokale Monopolstellung. Selbst wenn ein "echtes" Privatunternehmen der Betreiber ist - so manche Stadt hat in den letzten Jahren ihr Freibad verkauft - wre da noch zu berlegen, ob ein unbegrndeter Ausschlu bestimmter Gste nicht sittenwidrig ist. Es gibt zwar noch kein Antidiskriminmierungsgesetz, aber die entsprechende EU-Richtlinie. Die ist zwar nicht unmittelbar geltendes Recht, kann aber hnlich wie die Grundrechte eine Drittwirkung entfalten durch nhere Bestimmung dessen, was die guten Sitten sind.
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Karsten11
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 17.06.2005
Beitrge: 3169

BeitragVerfasst am: 20.05.06, 10:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

0Klaus hat folgendes geschrieben::
wenn andere Badegste entsprechende Badebekleidung whlen knnen, aber Schler nicht, stellt sich die Frage, ob dieser Rechtseingriff berhaupt geeignet ist, den angestrebten Zweck (nicht ausrutschen) zu erreichen. Das drfte nicht der Fall sein, die Anordnung ist unverhltnismig und somit auch rechtswidrig. Falls es sich um ein kommunale Schwimmbad handelt, msste eine entsprechende Regelung darber hinaus in der Benutzungssatzung (Anstaltsordnung) vorgesehen sein.


Ich habe den SV so verstanden, dass es eine entsprechende Regelung in der Bedeordnung gibt (ist auch blich. Lautet meist ganz allgemein "Die Badbenutzung ist nur in Badekleidung erlaubt")

Wre diese Regelung nach Schlern und anderen Badegsten differenziert ("Die Badbenutzung ist nur in Badekleidung erlaubt, fr Schler gelten Bermuda-Shorts nicht als Badekleidung"), so wre die Anmerkung von OKlaus

a) ein Fall fr die Glosse der Kommunalzeitung, Abteilung "lange nicht mehr so gelacht"
b) mit Sicherheit kein Fall fr das Bundesverfassungsgericht und
c) eine juristisch diskussionswrde Konstellation

Nur: So wie ich den SV gelesen habe, gibt es keine Lex Schler, sondern einen Bademeister, der die Schler auf dem Kiecker hat und deshalb die Badeordnung gegenber
- Schlern
- DLRG und
- Normalgsten unterschiedlich strikt auslegt

Sptestens hier drfte der Sachverhalt nicht mehr justiziabel sein. Der Schwimmmeister hat eine Vielzahl von unterschiedlichen Aufgaben. Technik am laufen halten, Hygienevorschriften berwachen und vor allem: Ein Auge auf die Schwimmer haben, um Badeunflle zu vermeiden.

Wenn er dann bei der DLRG alle Augen zudrckt (weil dort jede Menge ausgebildeter Lebensretter dabei sind), bei Normalschwimmern normale Aufmerksamkeit an den Tag legt und bei Schlern (die altersbedingt nicht immer so diszipliniert sind, wie dies wnschenswert wre) hart (gem den Buchstaben der Badeordnung) zugreift, scheint mir das vllig normal und sachgerecht.

Wir haben z.B. bei der DLRG Rettungsbungen als Kleidungsschwimmen gemacht. Hierzu trgt der Retter einen weiten saugfigen Kittel. Dies simuliert das Retten eines Menschen, wenn man selbst (oder der zu Rettende) angezogen im Wasser ist.

Natrlich widerspricht dieser Kittel der Badeordnung! Und selbstverstndlich toleriert der Bademeister dies.

Wrde es soche "Badekleidung" bei Normalschwimmern akzeptieren, wre dies unverantwortlich.
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0Klaus
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Anmeldungsdatum: 30.12.2004
Beitrge: 2595

BeitragVerfasst am: 21.05.06, 15:49    Titel: Antworten mit Zitat

@ Michael A. S.

selbst wenn es ein rein privates Schwimmbad ist, stellt sich die Frage, ob dieses ihr Hausrecht nach Belieben ausben kann. Die Schler stehen in einem ffentlich-rechtlichen Verhltnis zur Schule und mssen am Unterricht teilnehmen. Da der Staat hier Zwang ausbt steht umgekehrt ein lckenloser Grundrechtsschutz. Der Staat muss also dafr Sorge tragen, dass das private Benutzungsverhltnis zum Schwimmbad so geregelt wird, dass kein bermiger Eingriff stattfindet.
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Michael A. Schaffrath
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Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 15339
Wohnort: Rom

BeitragVerfasst am: 21.05.06, 16:11    Titel: Antworten mit Zitat

Wrde mich aber nicht wundern, wenn die Schule aus Vernunftgrnden heraus dieser Einschrnkung zustimmt. Und warum sollte sie dazu nicht berechtigt sein?
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hawethie
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Anmeldungsdatum: 14.09.2004
Beitrge: 2279

BeitragVerfasst am: 22.05.06, 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

IMHO kann die Schule die Badehose schon vorschreiben - schlielich haftet sie ja dafr, wenn durch Verschulden des Schlers ein anderer Badegast verletzt wird.
Anders ist die Sache bei den anderen Badegsten: die haften nun mal selbst und daher knnen Sie anziehen, was sie wollen, solange es nicht gegen die Hausordnung verstt.

(zu meiner Zeit wurde sogar zum "normalen" Sport vorgeschrieben, was man anzuziehen hatte: weies Sporthemd mit blauem Querbalken und dem Abzeichen des Schule mitten drauf - allein um auf dem Sportplatz, der von mehreren Schulen benutzt wurde, die Schler erkennen zu knnen)
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 26.05.06, 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hm.
Warum nur habe ich das Gefhl, dass hier einige nicht grndlich genug gelesen und nachgedacht haben?

Zitat:
Um ehrlich zu sein, fhle ich mich in solchen kurzen Badehosen sehr unwohl und sozusagen wie auf einem Prsentierteller.


Was man bei Schlern immer verstehen sollte, denn in dem Alter kommt es schon mal vor, dass man es im Schwimmbad vorzieht, ne Zeit lang auf dem Bauch zu liegen, ne?

Muss ich noch deutlicher werden?

Und deswegen braucht sich kein Deuvel zu wundern, wenn die meisten Jungs in Schwimmbdern die sog. Bermudashorts vorziehen.

Liebe Nichtschwimmer,

das sind keine Shorts, wie man sie etwa auf der Strae oder beim Sport trgt, nein, Freunde des Nacktbadestrandes, so was kann man kaufen. In der Abteilung Badeanzge, Bikinis, Badelatschen, Badehosen. Das kann man sogar schon mal bei einem groen, allseits bekannten deutschen Discounter kaufen.

Mit anderen Worten, hochverehrte Parteignger des Suspensoriums, es handelt sich beim Begriff 'sog. Bermudashorts' um gnzlich regulre Badekleidung.

Ehrenwerte Sockenfans, wenn wir uns nun schon auf das Grundgesetz beziehen, so liegt es nahe, auf Art. 2 zurckzugreifen, wonach jeder Mann das Recht auf freie Entfaltung seiner Persnlichkeit hat. Allerding ist nicht ausgemacht, ob dieser Grundsatz auch auf jeden Johannes anwendbar ist, eine Frage, die uns bei Bejahung zwangslufig zu der Diskussion fhren wrde, ob 183 StGB nicht geradezu verfassungswidrig ist.

Zumal von dieser Frage durchaus auch die Religionsfreiheit berhrt ist. Denn so steht es geschrieben im 5. Kapitel des Evangeliums nach Johannes, dass Jesus einen Kranken am Rande eines wunderttigen gesund machenden Teiches fand, den niemand hinein trug, wenn ein Engel den Teich zwecks Gesundung bewegte, also dass er schlaff und gelhmt herum liegen musste. Also sprach Jesus (Vers 8 ): "Stehe auf, nimm dein Bett und gehe hin!" Nun wre es zwar eventuell ein bisschen zu viel religise Toleranz, einem frommen Christen zuzugestehen, mit seinem Bett ins Wasser zu gehen, wenn er von der Lahmheit geheilt ist, aber ein paar Bermudashorts wren wohl als Kompromisslsung durchaus akzeptabel.

Andererseits ist der Staat zu weltanschaulicher Neutralitt verpflichtet und kann darum durch seinen Stellvertreter, den Bademeister, einen Schler nicht auf Johannes 1, 14 verpflichten: "Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit." Sch-meine, wenn man noch nich mal Kreuze inne Klasse hngen darf, dann wrde das BVG eine solche Verpflichtung aber hallo umgehend kassieren.

Von daher verweise ich abschlieend kurz und bndig auf Art. 20 GG:

Zitat:
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht mglich ist.


Soll doch der Bademeister Verfassungsklage einreichen.
Winken
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Michael A. Schaffrath
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Beitrge: 15339
Wohnort: Rom

BeitragVerfasst am: 26.05.06, 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

Abrazo hat folgendes geschrieben::
Und deswegen braucht sich kein Deuvel zu wundern, wenn die meisten Jungs in Schwimmbdern die sog. Bermudashorts vorziehen.


Mir ist klar, wieso der Fragesteller das will, aber das ist verfassungsrechtlich irrelevant.
Ich kenne auch Schler, denen ist es todpeinlich, wenn sie in der Schule etwas gefragt werden, auf das sie keine Antwort wissen. Auch ein Fall fr das Grundgesetz, oder wie oder was? Winken
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Abrazo
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Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beitrge: 5941
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 26.05.06, 20:26    Titel: Antworten mit Zitat

Kiste Roten?
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Michael A. Schaffrath
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Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 15339
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BeitragVerfasst am: 26.05.06, 22:40    Titel: Antworten mit Zitat

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