Navigationspfad: Home » Foren
Foren
recht.de :: Thema anzeigen - Amoklauf in Emsdetten
Forum Deutsches Recht
Foren-Archiv von www.recht.de
Achtung: Keine Schreibmglichkeiten! Zu den aktiven Foren whlen Sie oben im Men "Foren aus!
 
 SuchenSuchen 

Amoklauf in Emsdetten
Gehen Sie zu Seite 1, 2  Weiter
 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    recht.de Foren-bersicht -> Recht und Politik
Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
ThomasS
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.08.2006
Beitrge: 1050

BeitragVerfasst am: 22.11.06, 16:56    Titel: Amoklauf in Emsdetten Antworten mit Zitat

Hallo,

bei tagesschau.de steht unter Anderem folgendes zu lesen:

Zitat:
Bei seinem berfall habe der 18-Jhrige vier Gewehre bei sich getragen. Gegen den jungen Mann lief nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen unerlaubten Waffenbesitzes. Fr Dienstag hatte ihn deshalb das Jugendgericht Rheine vorgeladen.


Jetzt frage ich mich natrlich, wie eine Person, gegen die wegen unerlaubten Waffenbesitzes ermittelt wird, derartige Mengen an dem gefundenen Zeugs "beherbergen" kann:

Zitat:
Im Zimmer des Tters im Haus seiner Eltern fanden die Ermittler Hinweise darauf, dass der 18-Jhrige mit gefhrlichen Chemikalien zur Herstellung von Sprengkrpern experimentiert hat. Zwei Waffen, die er bei seinem Amoklauf benutzt hat, stammen nach Angaben der Ermittler von einem Internet-Verkaufsportal mit Sitz in Darmstadt. Dabei handelt es sich um zwei Vorderladerwaffen nach historischem Vorbild. Ob dabei ein Versto gegen das Waffengesetz vorliege, msse noch geprft werden, sagte Oberstaatsanwalt Schweer. Unklar ist noch, woher das Kleinkalibergewehr stammt, das der Jugendliche ebenfalls mit sich fhrte. Schweer: "Das htte er keinesfalls besitzen drfen."


Dazu msste man natrlich nhere Einzelheiten kennen, aber es ist doch irgendwie beunruhigend, dass jemand, der wegen unerlaubten Waffenbesitzes ein Verfahren am Hals hat, scheinbar in aller Seelenruhe sein Arsenal ungestrt behalten oder erweitern kann. Ist das jetzt Schlafmtzigkeit der Ermittlungsbehrden oder einfach Pech, weil der Tter im Verfahren nicht weiter berwacht wird? Reichen die vorhandenen Gesetze hier nicht aus oder mu die Politik statt Lippenbekenntnissen hier aktiv als Gesetzgeber ttig werden?

Wundert mich eigentlich, dass bei Nutzen der Suchfunktion zum Stichwort "Amok" nur ein Fred (wegen Gotteslsterung bestrafen) erscheint.

Ich meine, dass wenn sich jemand (dazu noch illegal) in den Besitz von Waffen und Munition bringt, die Frage erlaubt sein mu, was der Betreffende damit will. Gehen die Strafverfolgungsbehrden etwa davon aus, dass so jemand nur damit spielen will? Wie ist eigentlich der Strafenkatalog in diesen Fllen bemessen?

Mich wrden mal Meinungen oder Aspekte zu diesem Thema interessieren, die das ganze nachvollziehbar machen.

Wobei nach Mglichkeit nur ber den illegalen Waffenbesitz diskutiert werden sollte, sonst ufert das am Ende noch aus!

Thomas
_________________
Na, Herr Chapuisat, hat denn Berti Vogts schon bei Ihnen angeklopft?
(Christine Reinhart wollte erfahren, wann der Schweizer in der deutschen Nationalelf spielt)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
jurico
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 03.08.2005
Beitrge: 6123
Wohnort: Chemnitz

BeitragVerfasst am: 22.11.06, 17:02    Titel: Re: Amoklauf in Emsdetten Antworten mit Zitat

ThomasS hat folgendes geschrieben::
Ich meine, dass wenn sich jemand (dazu noch illegal) in den Besitz von Waffen und Munition bringt, die Frage erlaubt sein mu, was der Betreffende damit will. Gehen die Strafverfolgungsbehrden etwa davon aus, dass so jemand nur damit spielen will?

Wenn sich jemand illegal in den Besitz von Waffen bringt, fragt er nicht vorher die Strafverfolgungsbehrden. Die Frage, was er damit will, wird sich so nicht stellen, weil es im Normalfall niemand auer der "Jemand" wei.

Wir beurteilen die Geschichte ja im nachhinein und fragen, htte man die Frage stellen mssen, weil man eventuell doch von dem Vorhaben wusste oder es sich aufdrngte.

PS: Pfeil 51; 52 WaffG.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
ThomasS
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.08.2006
Beitrge: 1050

BeitragVerfasst am: 22.11.06, 17:18    Titel: Antworten mit Zitat

@Jurico

das sehe ich auch so. Nur gehe ich davon aus, dass die zum Verfahren fhrenden Waffen nicht bei dem Amoklufer belassen wurden. Mir geht es auch nicht darum, jetzt ber die Frage zu diskutieren, ob die Behrden gepennt htten, eher darum, ob sie berhaupt die Mglichkeit nach geltendem Recht gehabt htten, noch ein wenig weiter zu "schnffeln". Das Arsenal war ja mehr als stattlich.

Wenn hier in erster Linie jemand Verantwortung trgt, sind das in meinen Augen die Eltern. Da hat Junior schon ein Verfahren am Hals, sammelt munter weiter und die Eltern tolerieren das offensichtlich. Es wird mir niemand weismachen wollen, dass 4 Langwaffen in einem Kinderzimmer nicht irgendwie auffallen.

Mir geht es eher darum, wie die Rechtslage hier zu beurteilen ist, ob die vorhandenen Gesetze angesichts der zunehmenden Flle dem aktuell offensichtlich vorhandenen Gefahrenpotential gerecht werden.

Thomas
_________________
Na, Herr Chapuisat, hat denn Berti Vogts schon bei Ihnen angeklopft?
(Christine Reinhart wollte erfahren, wann der Schweizer in der deutschen Nationalelf spielt)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Smiler
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beitrge: 5641
Wohnort: 4928'54.64"N 748'26.90"E

BeitragVerfasst am: 22.11.06, 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wenn hier in erster Linie jemand Verantwortung trgt, sind das in meinen Augen die Eltern

Der Schtze, nicht die Eltern, die Schule oder irgendein Computerspiel.
Der Junior war 18 Jahre alt, zerlegte Waffen passen in jede normale Sporttasche und wer sagt das diese im Zimmer(dauerhaft) aufbewahrt wurden?
Zitat:
Mir geht es eher darum, wie die Rechtslage hier zu beurteilen ist, ob die vorhandenen Gesetze angesichts der zunehmenden Flle dem aktuell offensichtlich vorhandenen Gefahrenpotential gerecht werden

Ganz klar ein komplettes Waffenbesitzverbot ohne Ausnahme, da schreien aber die Vereine und die Waffenindustrie auf, und selbst dann wird es keine absolute Sicherheit geben.
_________________
Beitrge erheben keinen Anspruch auf Vollstndigkeit,
zu Risiken und Nebenwirkungen befragen sie den Anwalt ihres Vertrauens.
Und falls wir uns nicht mehr sehen, guten Tag, guten Abend und gute Nacht!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
jurico
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 03.08.2005
Beitrge: 6123
Wohnort: Chemnitz

BeitragVerfasst am: 22.11.06, 18:16    Titel: Antworten mit Zitat

ThomasS hat folgendes geschrieben::
ob sie berhaupt die Mglichkeit nach geltendem Recht gehabt htten, noch ein wenig weiter zu "schnffeln".

... Gefahrenpotential

Ja, gesetzliche Grundlage zum "Schnffeln" gibt es und "Gefahr" ist m. E. das richtige Stichwort. Die Polizei- bzw. Ordnungsgesetze der Lnder erlauben es, beim Vorliegen einer (bestimmten) Gefahr fr die ffentliche Sicherheit, die erforderlichen Manahmen zu treffen, z. B. eine Wohnung nach Waffen zu durchsuchen (exemplarisch: 25 SchsPolG) oder Waffen zu beschlagnahmen (exemplarisch: 27 SchsPolG). Das ist aber grds. kein Fall fr die Strafverfolgung, sondern fr die Gefahrenabwehr.

Eventuell sind Vorschriften aus dem WaffG spezieller - da kenne ich mich aber nicht so aus. Verlegen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Klein-Fritzchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 25.05.2005
Beitrge: 2262

BeitragVerfasst am: 22.11.06, 21:11    Titel: Re: Amoklauf in Emsdetten Antworten mit Zitat

ThomasS hat folgendes geschrieben::

...
Dazu msste man natrlich nhere Einzelheiten kennen, aber es ist doch irgendwie beunruhigend, dass jemand, der wegen unerlaubten Waffenbesitzes ein Verfahren am Hals hat, scheinbar in aller Seelenruhe sein Arsenal ungestrt behalten oder erweitern kann. Ist das jetzt Schlafmtzigkeit der Ermittlungsbehrden oder einfach Pech, weil der Tter im Verfahren nicht weiter berwacht wird? Reichen die vorhandenen Gesetze hier nicht aus oder mu die Politik statt Lippenbekenntnissen hier aktiv als Gesetzgeber ttig werden?...

Wie stellst Du Dir eine solche berwachung vor ?
Soll eine Kamera in der Wohnung installiert werden, weil gegen diese Person wegen Versto gegen das Waffengesetz ermittelt wird ?
Oder sollen jetzt in regelmigen Abstnden Durchsuchungen erfolgen ?

jurico:
Zitat:
Ja, gesetzliche Grundlage zum "Schnffeln" gibt es und "Gefahr" ist m. E. das richtige Stichwort. Die Polizei- bzw. Ordnungsgesetze der Lnder erlauben es, beim Vorliegen einer (bestimmten) Gefahr fr die ffentliche Sicherheit, die erforderlichen Manahmen zu treffen, z. B. eine Wohnung nach Waffen zu durchsuchen (exemplarisch: 25 SchsPolG) oder Waffen zu beschlagnahmen (exemplarisch: 27 SchsPolG). Das ist aber grds. kein Fall fr die Strafverfolgung, sondern fr die Gefahrenabwehr.

Ja, da liegt der Hase im Pfeffer.
Aber auch die Annahme einer Gefahr fr die ffentliche Sicherheit mu gut begrndet sein.
Eine Gefahr ist ein Zustand, der die Besorgnis begrndet, da bei ungehinderter Fortentwicklung der Ereignisse mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ein Schaden eintritt.
Die Frage mu also lauten: Welcher Zustand im Vorfeld der Amoktat kann hier die Besorgnis begrndet haben, da ein Schaden mit hinreichender Wahrscheinlichkeit eintritt ?
Im Vorfeld der Tat haben wir einen jungen Mann, der offenbar militrisch interessiert ist, gesellschaftlich weitgehend ausgegrenzt ist, gern am Computer Actionspiele spielt und ein Verfahren wegen Versto gegen das Waffengesetz am Hals hat. Ist das ein Zustand, aus dem man schlieen kann, da mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ein Schaden eintreten wird ? Wie werden Gerichte das sehen ? Werden sie aufgrund der o.g. Tatsachen einen Durchsuchungsbeschlu ausstellen, weil mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu befrchten ist, da die Person Waffen besitzt, mit der sie demnchst einen Amoklauf veranstaltet ?

ThomasS:
Zitat:
...aber es ist doch irgendwie beunruhigend, dass jemand, der wegen unerlaubten Waffenbesitzes ein Verfahren am Hals hat, scheinbar in aller Seelenruhe sein Arsenal ungestrt behalten oder erweitern kann.

Tja...
Ich drcke mich mal bewut ganz platt aus:
Wenn gegen jemanden ein Verfahren wegen Drogenbesitz luft, kann er sich dennoch Drogen verschaffen.
Wenn gegen jemanden ein Verfahren wegen Krperverletzung, kann er whrenddessen weiterhin schlagen.
Und wenn gegen jemanden ein Verfahren wegen Ladendiebstahl luft, kann er weiterhin stehlen.

Das alles sollte einen aber nicht beunruhigen.
Fr so etwas sieht die StPO standartmig die vorlufige Festnahme aufgrund von Wiederholungsgefahr vor. Die Voraussetzungen dafr sind aber relativ hoch.

Zitat:
Wenn hier in erster Linie jemand Verantwortung trgt, sind das in meinen Augen die Eltern. Da hat Junior schon ein Verfahren am Hals, sammelt munter weiter und die Eltern tolerieren das offensichtlich. Es wird mir niemand weismachen wollen, dass 4 Langwaffen in einem Kinderzimmer nicht irgendwie auffallen.

Damit wre ich vorsichtig !
"Junior" ist ein erwachsener Mann. Und wenn er ein Verfahren am Hals hat, mssen die Eltern gar nichts.
Ich wrde auch nicht dazu raten, als Elternteil das Zimmer meines erwachsenen Sohnes zu durchsuchen.

Zitat:
Mir geht es eher darum, wie die Rechtslage hier zu beurteilen ist, ob die vorhandenen Gesetze angesichts der zunehmenden Flle dem aktuell offensichtlich vorhandenen Gefahrenpotential gerecht werden.

Nein, das deutsche Rechtsystem kann solche Flle m.E. nicht annhernd verhindern. Es kann sie nicht einmal unwahrscheinlicher machen.

Was fr ein Gesetz stellst Du Dir vor ? Wie sollte es aussehen ?
_________________
Wenn alle das tten, was viele mich knnten, kme ich nicht mehr zum Sitzen!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
windalf
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.01.2005
Beitrge: 7499
Wohnort: PC

BeitragVerfasst am: 22.11.06, 22:57    Titel: Antworten mit Zitat

Was mir so langsam auf den Sack geht ist das Politiker immer mehr meinen den ach so mndigen Brger bevormunden zu mssen...

Es fngt an mit :
Weil x% zu Blde sind fr die Rente vorzusorgen mssen alle Angestellten in die gesetzliche Rentenversicherun einzahlen....
Hier kann man es zumindest teilweise noch nachvolziehen aber

weil evenutell ein verschindend geringer Prozentsatz eventuell und nicht erwiesener Maen nicht mit bestimmten Arten von Computerspielen umgehen kann, mssen diese Spiele gleich verboten werden.

Wo kommen wir denn da hin? Womglich wird mir morgen vorgeschrieben wieviele Hamburger ich hchstens in der Woche essen darf, das ich Sonntags in die Kirche gehen muss, und ich sptestens Abends um 22.00 Uhr im Bett zu liegen habe... Nen Strafzettel gibts dann noch wenn meine Schuhe nicht ordentlich geputzt sind usw...
_________________
...fleiig wie zwei Weibrote
0x2B | ~0x2B
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ThomasS
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.08.2006
Beitrge: 1050

BeitragVerfasst am: 22.11.06, 23:10    Titel: Antworten mit Zitat

@ Klein-Fritzchen

Ich bin ohne Vorstellung ber rechtliche Mglichkeiten in den Fred gestrzt, eigentlich war es mein Anliegen, ber mgliche Konsequenzen aus solchen Geschichten zu diskutieren.

@Jurico

genau darauf wollte ich hinaus: das Waffengesetz regelt die Rechtsfolgen eines Verstosses, mir war daran gelegen, etwas mehr daber zu erfahren, wie so ein Verfahren abluft, weil es im Bekanntenkreis Diskussionen gab, in denen ich nicht so recht wusste, worauf das Augenmerk der Ermittler abzielt.

@Alle

Natrlich war der Bursche 18, steht ja auch berall. Nur haben m. E. die Elterrn eher eine Mglichkeit, die Dinge zu beobachten, als die Polizei. Und, ob 18 oder nicht: Vorgnge in meinem Haus beobachte ich sehr wohl. Die Schreiben der Justiz, auch ohne sie zu lesen, mssen doch in den Briefkasten gelangt sein. Dann stelle ich Junior doch zur Rede, oder nicht? Ich sage ja nicht, dass die Eltern die Schuld trifft, Gott bewahre, aber sie trifft eher eine Verantwortung, als die Ermittler, so war das gemeint.

Bin ich zu naiv? Und das man 1 Langwaffe ins Haus schmuggeln kann, okay; aber 4? Wie sorglos und uninteressiert mssen Eltern sein? Luft das unter "mein Sohn macht sowas nicht"? Auerdem wei ich nicht, wann die Ermittlungen begannen und wann der Knabe 18 wurde, knnte ja immerhin sein, dass der 18. Geburtstag nach Ermittlungsbeginn und vor der Tat lag und sptestens dann wrde ich als Elternteil hellhrig. So ganz ohne ist das nicht und ich wrde Junior ganz gewiss zur Rede stellen und im Nachgang aufpassen, dass sich so ein Mist nicht wiederholt. Vielleicht haben die Betroffenen das unterschtzt, das soll auch kein Vorwurf sein, nur klarstellen, dass es mir nicht um Kritik an den Ermittlungsbeamten geht.

Was mich interessiert ist, ob diese berhaupt die Mglichkeit gehabt htten, prventiv einzuschreiten. Es geht definitiv nicht um die Schuldfrage sondern um die Frage, wie man solche "Handlungen" mglicherweise durch gesetzgeberische Manahmen verhindern knnte.

Dass man kriminelle Energien nie komplett verhindern kann, ist klar, aber ich dachte, wir loten mal die Mglichkeiten aus, wie man das Optimum rausholen kann.

Schuld ist der Tter, nicht irgendjemand sonst, nur haben wir berhaupt Mglichkeiten, solche Taten im Vorwege zu verhindern; das ist der Hintergrund. Wie ist die Rechtslage und wo ist sie ggf. nachbessrungswrdig?

Mein Wunsch war, in diese Richtung zu diskutieren. Wenn ich wsste, was man machen kann, htte ich vermutlich 'nen 6er im Lotto, hab ich aber nicht, ich stelle nur Fragen.

Schenken wir den Kindern also zu Weihnachten einen Chemiebaukasten?

Thomas
_________________
Na, Herr Chapuisat, hat denn Berti Vogts schon bei Ihnen angeklopft?
(Christine Reinhart wollte erfahren, wann der Schweizer in der deutschen Nationalelf spielt)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
jurico
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 03.08.2005
Beitrge: 6123
Wohnort: Chemnitz

BeitragVerfasst am: 22.11.06, 23:29    Titel: Antworten mit Zitat

ThomasS hat folgendes geschrieben::
Schenken wir den Kindern also zu Weihnachten einen Chemiebaukasten?

Davon wrde ich abraten. Womglich wird man dadurch in der "Antiterrordatei" erfasst. Winken
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Richard Gecko
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 13.11.2006
Beitrge: 7763

BeitragVerfasst am: 23.11.06, 12:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube nicht, dass irgendwelche Gesetze in so einem Fall helfen. Was hier mehr angebracht wre, ist eine nderung in der Gesellschaft. Wenn man seinen Abschiedsbrief liest findet man darin viele Wahrheiten, leider hat er die falschen Schlsse gezogen. Er wurde ausgegrenzt, aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Anstatt dass sich jemand um ihn gekmmert hat. Dafr kann man viele verantwortlich machen, Eltern (denen er aber nichts vorwirft), Lehrer, Mitschler, usw.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Nrgler
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 08.05.2006
Beitrge: 532

BeitragVerfasst am: 23.11.06, 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

windalf hat folgendes geschrieben::
weil evenutell ein verschindend geringer Prozentsatz eventuell und nicht erwiesener Maen nicht mit bestimmten Arten von Computerspielen umgehen kann, mssen diese Spiele gleich verboten werden.


Berechtigter Einwand. Durch den Straenverkehr sterben jhrlich ungleich mehr Personen im Land als durch Amoklufe. Die Konsequenz kann nur sein: jeglicher Straenverkehr muss sofort verboten werden. Natrlich auch PC-Spiele, die Autoverkehr zum Thema haben, es knnte ja jemand daurch agressiv werden.
Auerdem Rauchen, Alkohol, Fallschirmspringen, Bergsteigen, Schwimmen, Klettern, .... einfach alles was tdlich enden kann. Zuerst wird am besten das Sterben verboten.
_________________
Nomen est Omen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
kuaja
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 29.05.2005
Beitrge: 1606

BeitragVerfasst am: 23.11.06, 17:52    Titel: Antworten mit Zitat

Wieso eigentlich Amoklauf?
Ist nicht der versuchte Massenmord die richtige Beschreibung fr das, was er tat?
_________________
Du kommst eigentlich mit jedem zurecht, auch wenn manche Situationen mitunter schwierig sind, weil deine Mitschler dich sehr mgen und dich mit ihrer Zuneigung gar nicht in Ruhe lassen knnen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DonRWetter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 19.09.2004
Beitrge: 1468
Wohnort: Ludwigsburg

BeitragVerfasst am: 23.11.06, 19:24    Titel: Antworten mit Zitat

Smiler hat folgendes geschrieben::
Ganz klar ein komplettes Waffenbesitzverbot ohne Ausnahme, da schreien aber die Vereine und die Waffenindustrie auf, und selbst dann wird es keine absolute Sicherheit geben.


Hallo,

vor allem vor dem Hintergrund, da es sehr viel weniger Aufwand ist, eine Waffe illegal zu beschaffen, als legal ranzukommen. Die Hrden bei der legalen Beschaffung sind auch nicht sehr hoch, aber es dauert und die zustndigen Behrden dokumentieren den Fall.

Wenn man dann noch in Betracht zieht, wie hoch der Anteil der legalen Waffen, die bei Verbrechen benutzt werden im Verhltnis zum Gesamtbestand der legalen Waffen ist (bewegt sich meines Wissens nach im Promillebereich und beinhaltet z.B. die von Polizeibeamten illegal benutzten, eigentlich ja legalen Dienstwaffen), wrde ein entsprechendes Verbot den entsprechenden Politikern zwar kurzfristig Aufmerksamkeit sichern, auf die Anzahl der Verbrechen mit Waffenbenutzung aber keine Auswirkungen haben.

Und zum Schluss: Nein, ich bin kein Waffenlobbyist. Ich bin nur dagegen, die Freiheit des Individuums - mehr als zur Abwehr tatschlicher (nicht behaupteter bzw. gefhlter) Gefahren wirklich erforderlich - einzuschrnken.

Gru

DonRWetter

P.S.: Diese Diskussion musste ja jetzt wieder aufkommen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
windalf
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.01.2005
Beitrge: 7499
Wohnort: PC

BeitragVerfasst am: 05.12.06, 17:25    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.n-tv.de/740902.html

Also so langsam denke ich immer strker darber nach auszuwandern. Zu hohe Steuern und Sozialabgaben gehen mir tierisch auf den Sack und noch so einiges andere aber das Ding ist ja einfach mal nur ne Frechheit (auch wenn nur Diskussionsgrundlage)...

Wenn es soweit kommt, dass ich ne Straftat begehe wenn ich Counterstrike spiele dann werde ich mich ersthaft darber gedanken machen auszuwandern bevor das Auswandern auch noch verboten wird. Irgendwo ist dann echt mal eine Grenze erreicht...

Wenn das kommt werde ich auch ernsthaft drber nachdenken das stndig zu spielen und Selbstanzeigen zu machen... Womglich muss ich dann ja auch mein mir zur Sucht gewordenen Spieltrieb in der Praxis ausleben. Ist ja egal ob ich dann die Leute in Praxis erschiesse oder in nem Spiel. Ist ja beides eine Straftat... grrr... gebt mir soviel rot wie ihr wollt, ich bekomme einfach nur einen riesen Hals wenn ich sowas lese. Einen deutlich greren als wenn dort gestanden htte die Mehrwertsteuer wird auf 25% erhht... Bse
_________________
...fleiig wie zwei Weibrote
0x2B | ~0x2B
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Smiler
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beitrge: 5641
Wohnort: 4928'54.64"N 748'26.90"E

BeitragVerfasst am: 05.12.06, 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Nach den Vorschlgen Becksteins knnten Herstellung, Vertrieb, Kauf und Nutzung menschenverachtender Computerspiele mit bis zu einem Jahr Haft bestraft werden.

Wie soll man sich das vorstellen, die packen ein paar popelige Manager nicht, aber die grten Softwarekonzerne der Welt und die Regierung der USA Lachen
_________________
Beitrge erheben keinen Anspruch auf Vollstndigkeit,
zu Risiken und Nebenwirkungen befragen sie den Anwalt ihres Vertrauens.
Und falls wir uns nicht mehr sehen, guten Tag, guten Abend und gute Nacht!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beitrge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    recht.de Foren-bersicht -> Recht und Politik Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehen Sie zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Gehen Sie zu:  
Sie knnen keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Sie knnen auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Sie knnen an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
©  Forum Deutsches Recht 1995-2019. Anbieter: Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim , RB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail info[at]recht.de.