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Videobeweis und Wrde des Opfers

 
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abc
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Anmeldungsdatum: 24.12.2004
Beitrge: 365

BeitragVerfasst am: 30.11.06, 16:05    Titel: Videobeweis und Wrde des Opfers Antworten mit Zitat

Hallo, bisher dachte ich immer ein gegen den Willen des darin Abgebildeten aufgenommenes Foto, Video etc. darf wegen der Verletzung des Persnlichkeitsrechtes nicht zur Urteilsfindung verwendet werden. Warum darf dann ein Video, das nachweislich vom angeklagten Tter und mit Sicherheit gegen den Willen des Opfers angefertigt wurde, vor Gericht gezeigt werden, wenn auch in einer nichtffentlichen Verhandlung? Meiner Meinung nach ist doch die Tatsache, dass er ein solches Video angefertigt hat, zustzlich erschwerend zu werten - das Vorzeigen des Videos bedeutet ja aber offensichtlich, dass man die Aussagen des Opfers anzweifelt? Wrde man dies nciht tun, so wre ja kein Videobeweis ntig. Wenn man aber die Aussagen des Opfers anzweifelt, so wird das Video ja im Grunde zugunsten des Tters verwendet - er wird dadurch besser gestellt, als ein Tter, der die selben Taten begangen, aber nicht die zustzliche Brutalitt besessen htte, diese auch noch mitzufilmen.
a) Warum darf das sein? Wie ist das mit der Menschenwrde vereinbar? Wrde ich Opfer einer solchen Straftat, wrde ich nicht wollen, dass sich auch nur ein weiterer Mensch diesen "Film", auf dem ich zum unfreiwilligen Darsteller in erniedrigenden Szenen degradiert werde, ansieht.
Meiner Meinung nach msste eine von psychologisch geschultem Fachpersonal angefertigte Videoaufnahme der Zeugenaussage des Opfers doch reichen!
b) Darf das Opfer eigentlich die Vernichtung dieses Filmmaterials verlangen? Und falls ja, zu welchem Zeitpunkt?
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ThomasS
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Anmeldungsdatum: 27.08.2006
Beitrge: 1050

BeitragVerfasst am: 30.11.06, 16:22    Titel: Antworten mit Zitat

Auch wenn das Opfer mglicherweise das auf dem Film enthaltene Material (zurecht) als Erniedrigung empfindet, besteht doch die Mglichkeit, dass seine Aussage alleine nicht zur Beweisfhrung ausreicht, solange es keine weiteren Zeugen oder andere Beweise gibt. Dann wre der Tter doch fein raus: Aussage gegen Aussage.

Und um das Vorgehen und die Handlungsweise des Tters auch dem Gericht anschaulich vor Augen zu fhren, drfte das ein geeignetes Mitel sein. Ich denke allerdings, dass die Anwesenheit des Opfers im Gerichtssaal nicht erforderlich sein drfte und ein Gericht mit ein wenig Fingerspitzengefhl den Film auch nicht in aller (ansonsten vielleicht zugelassenen) ffentlichkeit prsentiert. Das ist aber nur eine Bauchmeinung, in dem Bereich kenne ich mich nicht aus.

Das Video dient doch in diesem Fall der Wahrheitsfindung in einem Strafverfahren und ist womglich Teil der Anklage oder dient der Beurteilung des Tters. Insofern wrde ich meinen, dass die Vorfhrung dem Opfer eher dienlich ist und zwar in dem Sinne, dass Tter und Tat besser zu bewerten sind und davon ausgehend mglicherweise vorhandene zivilrechtliche Ansprche des Opfers gegen den Tter eher durchsetzbar sein knnten.

In so einem Fall msste dann wohl eine Abwgung zwischen dem Persnlichkeitsrecht des Opfers und der Notwendigkeit des Vorfhrens im Strafverfahren getroffen werden, womglich ist das irgendwo geregelt, oder es gibt Richterecht dazu?

Aus dem Bauch heraus wrde ich meinen, dass das Persnlichkeitsrecht des Opfers in so einem Fall zurckstehen msste, lasse mich aber auch gerne eines Besseren belehren.
_________________
Na, Herr Chapuisat, hat denn Berti Vogts schon bei Ihnen angeklopft?
(Christine Reinhart wollte erfahren, wann der Schweizer in der deutschen Nationalelf spielt)
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Michael A. Schaffrath
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Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 15339
Wohnort: Rom

BeitragVerfasst am: 01.12.06, 00:27    Titel: Re: Videobeweis und Wrde des Opfers Antworten mit Zitat

abc hat folgendes geschrieben::
Hallo, bisher dachte ich immer ein gegen den Willen des darin Abgebildeten aufgenommenes Foto, Video etc. darf wegen der Verletzung des Persnlichkeitsrechtes nicht zur Urteilsfindung verwendet werden.


Sie widersprechen sich da mehrfach:

abc hat folgendes geschrieben::
Meiner Meinung nach ist doch die Tatsache, dass er ein solches Video angefertigt hat, zustzlich erschwerend zu werten


Ja, aber wie soll das Gericht das bewerten, ohne es gesehen zu haben? Mit Geheimbeweisen wird kein Straftter verurteilt.

abc hat folgendes geschrieben::
das Vorzeigen des Videos bedeutet ja aber offensichtlich, dass man die Aussagen des Opfers anzweifelt?


Jein. Jeder Angeklagte hat ein Recht auf ein faires Verfahren. Wenn das mutmaliche Opfer also behauptet, es gbe so ein Video und die Kassette sogar vorliegt, warum sollte man es nicht anschauen drfen?

abc hat folgendes geschrieben::
Wenn man aber die Aussagen des Opfers anzweifelt, so wird das Video ja im Grunde zugunsten des Tters verwendet


Wie kann denn ein Beweismittel, das eindeutig die Schuld nachweist, "zugunsten" des Angeklagten sein? Mit den Augen rollen

abc hat folgendes geschrieben::
er wird dadurch besser gestellt, als ein Tter, der die selben Taten begangen, aber nicht die zustzliche Brutalitt besessen htte, diese auch noch mitzufilmen.


H? Er wird dadurch besser gestellt, da er Beweismittel zu seiner berfhrung auch noch selbst angefertigt hat? Ich verstehe das Argument nicht.

abc hat folgendes geschrieben::
Meiner Meinung nach msste eine von psychologisch geschultem Fachpersonal angefertigte Videoaufnahme der Zeugenaussage des Opfers doch reichen!


Das hngt am Einzelfall. Bisher wird nur in sehr wenigen Fllen auf eine unmittelbare Vernehmung des Opfers verzichtet. Wie schon gesagt, auch der Angeklagte hat Rechte, die er nicht schon deswegen verliert, weil er Angeklagter ist oder "es ganz bestimmt gewesen ist".
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abc
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Anmeldungsdatum: 24.12.2004
Beitrge: 365

BeitragVerfasst am: 02.12.06, 20:39    Titel: Re: Videobeweis und Wrde des Opfers Antworten mit Zitat

Hallo vielen Dank an Thomas + Michael fr die Antworten.

Nochmal zur Klarstellung meiner Argumentation - ich bin kein Jurist, es ist also aus der Warte eines Laien geschrieben.

Es gibt Tter und Opfer, beide wurden bereits einvernommen. Der Tter leugnet nicht seine Taten, und er leugnet auch nicht, dass er seine Taten mit der Videokamera gefilmt hat.
In anderen Foren hier stie ich bis jetzt durchgehend auf Meldungen der Art, dass heimliche Videoaufnahmen, Tonbandaufnahmen etc. als Beweismittel vor Gericht nicht zugelassen sind. Als Laie folgere ich daraus, dass das bei durch Gewalt erschlichenen oder erpressten Aufnahmen, wo das Opfer keine Mglichkeit hatte, die Aufnahme zu unterbinden oder zu vernichten, wohl erst Recht der Fall sein muss.
Ich wei nun nicht genau, ob ich hier was falsch sehe/anwende, und die richtige juristische Grundlage dafr nennen kann, aber ich hab jetzt versucht, das herauszufinden, und vermutlich beruht das Ganze auf 201 und 201a.

Ich denke, das Gericht sollte das genauso bewerten, wie in Zeiten, als es technisch noch nicht so einfach machbar war, Videovorfhrungen vor Gericht zu veranstalten. Anhand der Zeugenaussagen von Opfer und Tter sowie jener Kriminalbeamten, die ja wohl am Tatort waren und Spurensicherung betrieben haben z.B.

Michael A. Schaffrath hat folgendes geschrieben::
Jein. Jeder Angeklagte hat ein Recht auf ein faires Verfahren. Wenn das mutmaliche Opfer also behauptet, es gbe so ein Video und die Kassette sogar vorliegt, warum sollte man es nicht anschauen drfen?.


Wozu? In meinen Augen ist das entwrdigend und unverhltnismig. Angenommen, das Opfer htte all das nicht berlebt und es gbe keine Zeugen - dann wre das Vorspielen des Videos vor Gericht unumgnglich. Nun aber lebt das Opfer, und es knnte von psychologisch und juristisch geschultem Fachpersonal alles erfragt werden, was fr die Urteilsfindung unumgnglich ist. Und auch der Tter knnte einvernommen werden.
Mal angenommen, die Aufnahme, die der Tter anfertigte, wre aus technischen Grnden missglckt und es wre nur ein schwarzer Film drauf ohne Ton - nach deinen Worten kme das ja dann fast einem automatischen Freispruch fr den Tter gleich.
Auch frher kam man ber Jahrzehnte sehr gut ohne Video"beweise" aus. Man muss ja nicht alles machen, was mglich ist, wenn dies fr das Opfer blo eine zustzliche Belastung darstellt, aber am Urteil an und fr sich nichts ndert. Und zum Glck drehen die wenigsten Straftter ihre Straftaten per Video mit - und werden dennoch verurteilt und nicht generell mangels Beweisen freigesprochen.

Und in dem von mir geschilderten Fall ist es doch ganz klar, dass der Straftter durch diese Vorfhrung "seines" Films, in dem er das Opfer auch gegen dessen Willen (!) aufgenommen hat, entweder keine Nachteile hat (an der Festsetzung des Strafmaes ndert sich nichts) - dann htte man sich die Videoauffhrung ersparen knnen, sie bringt dem Straftter nichts, und dem Opfer blo ein neuerliches demtigendes Blogestelltwerden - oder aber dass sie zu seinen Gunsten verwendet wird. Dass dies zu seinen Gunsten erfolgt, geht ja auch aus deinem "Jein" Hervor und dem Vermerk auf ein "faires" Verfahren.
Wrde man die Aussage des Opfers nicht prinzipiell anzweifeln, und zwar so sehr, dass man ausschlielich den Videobeweis gelten lsst - wre dieses Vorfhren ja komplett berflssig.
(Im wahrscheinlichsten Fall wie gesagt, "ntzt" das Vorfhren in bezug auf die Festsetzung des Strafausmaens weder dem Tter noch dem Opfer, allerdings ntzt sie dem Tter insofern, dass er sozusagen die moralische "Billigung" des Gerichts fr die Aufnahme erhlt - denn die Tatsache, dass sich das Gericht offenbar nichts dabei findet, sie zu verwenden, kommt ja letztendlich einer Billigung gleich), dann war es berhaupt vllig berflssig, weswegen ja mein Einwand kam, warum ein solches demtigendes Verfahren berhaupt rechtens ist?)

Mal aber angenommen, das Opfer htte sich bei irgendeiner Aussage vertan und das Video knnte den Tter in diesem Punkt tatschlich "entlasten" - mglicherweise ergbe sich dadurch ein z.B. um ein bis zwei Monate geringeres Strafausma.
Dieses geringere Strafausma ist aber dann einzig und allein die Folge davon, dass der Tter seine Verbrechen auf Film aufgenommen hat.
Ein Tter mit exakt den selben Verbrechen, aber ohne zustzlichen Videobeweis, wrde also trotz 1:1-Gleichwertigkeit der begangenen Straftaten letztendlich eine hhere Strafe ausfassen.

Das strt sowohl aus Tterperspektive, als auch aus Opferperspektive. Denn die Konsequenz daraus wre, dass man jedem Tter, der nicht hundertprozentig sicher ist, niemals erwisdht zu werden, nur "empfehlen" knnte, seine eigenen Verbrechen auch auf Video mitzuschneiden und dafr zu sorgen, dass dieses Video dann auch dem Gericht in die Hnde fllt - denn belasten wird ihn die Aussage des Opfers sowieso, er selbst aber wird von dem Video im gnstigsten Fall profitieren - im allerungnstigsten Fall wird es am Ausma des Urteils nichts ndern.
Und das, obwohl die Tatsache, dass berhaupt ein solches Video gedreht wurde, ja nochmal ein zustzlicher Grad der Brutalitt ist und es fr mich als Laien irgendwie sehr seltsam erscheint, ein auf zutiefst fragwrdigen und verachtenswerten Wegen zustandegekommenes "Beweismittel" einzusetzen, und das auch noch in erster Linie zugunsten des Tters. Ich mein, wenn eine Frau erzhlt, sie wurde nackt ausgepeitscht, und es gibt keine Videoaufzeichnung darber, muss sie sich ja auch nicht zur Veranschaulichung im Gerichtssaal ausziehen und nackt auspeitschen lassen - warum muss sie es zulassen, dass ein gegen ihren Willen angefertigter Film, der sie in demtigenden Situationen zeigt, vorgefhrt wird?

Oder um das Ganze weiterzudenken - ein findiger Tter wrde dann die allerbrutalsten Szenen im "Off" drehen, und auf dem Film wrde man nur noch die immer noch grauslichen Szenen sehen, aber sich vom eigentlichen Ausma des Ganzen aufgrund des Films ein total falsches Bild machen.
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Michael A. Schaffrath
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Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 15339
Wohnort: Rom

BeitragVerfasst am: 02.12.06, 23:50    Titel: Antworten mit Zitat

Das Argument "Videobeweis nein, weil es den frher auch nicht gab" knnen Sie nicht wirklich ernst meinen, oder? (Ich wei, da z.B. die FIFA so argumentiert, wenn es um den Videobeweis bei Fehlentscheidungen des Schiedsrichters geht.)
Wie stehen Sie dann zu DNA-Analyse oder Aussagepsychologie, wenn es, berspitzt formuliert, vor 500 Jahren auch mit dem guten alten "Gottesurteil" funktioniert hat? Mit den Augen rollen
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Michael A. Schaffrath
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Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 15339
Wohnort: Rom

BeitragVerfasst am: 02.12.06, 23:56    Titel: Re: Videobeweis und Wrde des Opfers Antworten mit Zitat

abc hat folgendes geschrieben::
Nun aber lebt das Opfer, und es knnte von psychologisch und juristisch geschultem Fachpersonal alles erfragt werden, was fr die Urteilsfindung unumgnglich ist.


Vielleicht reicht das aber nicht aus, den Tter zweifelsfrei zu berfhren.

abc hat folgendes geschrieben::
Und auch der Tter knnte einvernommen werden.


H? Sorry, aber Ihr komisches Argument funktioniert doch (wenn berhaupt) allenfalls dann, wenn der Tter voll gestndig ist. Ansonsten wird er doch kaum sagen "Ja, ich war's, Sie brauchen mich blo fragen". Mit den Augen rollen

abc hat folgendes geschrieben::
Mal angenommen, die Aufnahme, die der Tter anfertigte, wre aus technischen Grnden missglckt und es wre nur ein schwarzer Film drauf ohne Ton - nach deinen Worten kme das ja dann fast einem automatischen Freispruch fr den Tter gleich.


N. Es fehlt dann ein mglicher guter Beweis. Das mu nicht entscheidend sein. Abgesehen davon wte das ja schon der StA im Vorfeld und wrde das Beweismittel gar nicht einbringen (oder denken Sie hier an Fernsehserien, wo eine Seite whrend der Verhandlung ein Video aus dem Hut zaubert, das noch keiner vorher gesehen hat?).

abc hat folgendes geschrieben::
Wrde man die Aussage des Opfers nicht prinzipiell anzweifeln, und zwar so sehr, dass man ausschlielich den Videobeweis gelten lsst - wre dieses Vorfhren ja komplett berflssig.


Umgekehrt wird ein Schuh draus. Warum sollte man mutmalichen Opfern pauschal glauben?

abc hat folgendes geschrieben::
denn die Tatsache, dass sich das Gericht offenbar nichts dabei findet, sie zu verwenden, kommt ja letztendlich einer Billigung gleich),


Sorry, BS. Mit der gleichen Logik knnte ich sagen, das Opfer in den Zeugenstand zu holen sei eine Billigung der Straftat. Langsam wird es albern. Bse

abc hat folgendes geschrieben::
Denn die Konsequenz daraus wre, dass man jedem Tter, der nicht hundertprozentig sicher ist, niemals erwisdht zu werden, nur "empfehlen" knnte, seine eigenen Verbrechen auch auf Video mitzuschneiden


Ja, genau. Am besten schickt er das Video gleich nach der Tat zur Polizei, um sicherzugehen, da es nicht verloren geht. Haben wir schon wieder den 1. April oder was soll dieser Unsinn?
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abc
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Anmeldungsdatum: 24.12.2004
Beitrge: 365

BeitragVerfasst am: 03.12.06, 13:18    Titel: Re: Videobeweis und Wrde des Opfers Antworten mit Zitat

Nur was Prinzipielles. Wenn ich deinen Argumenten folge, wrest du also dafr, einen faktischen Beweis - zweifelsohne (wenn man von Flschungen absieht) ist ein Tonbandmitschnitt oder eine Videoaufnahme ein solcher - stets als Beweismittel vor Gericht zuzulassen? Du argumentierst: "Warum sollte man ihn nicht verwenden, wo er nun schon mal vorhanden ist?" Sehe ich das richtig?
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Michael A. Schaffrath
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Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 15339
Wohnort: Rom

BeitragVerfasst am: 03.12.06, 15:46    Titel: Re: Videobeweis und Wrde des Opfers Antworten mit Zitat

Nein. Natrlich gibt es verfassungsmige Schranken (etwa fr die Verwendung eines unzulssigen Telefonmitschnittes oder einer Videoaufnahme). Diese sind jedoch die einzigen Mastbe fr die Frage der Zulssigkeit, nicht jedoch die von Ihnen vorgebrachten Argumente (wobei der Aspekt des Persnlichkeitsrechts natrlich implizit von Ihnen angesprochen wurde).
Lt. BVerfG-Rechtsprechung hngt es letztlich an einer Einzelfallabwgung, ob das Interesse an einer Bestrafung des Tters (auch das ffentliche Interesse etwa bei einem mutmalichen Triebtter) schwerer wiegt als das Persnlichkeitsrecht des Opfers oder ggfs. das des Tters. (Hier davon ausgehend, da die "unzulssigen" Beweismittel nicht von staatlichen Stellen angefertigt wurden, da gibt es eine solche Abwgung gar nicht.)
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fionn
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Anmeldungsdatum: 14.01.2006
Beitrge: 190

BeitragVerfasst am: 08.03.07, 22:52    Titel: Antworten mit Zitat

ich finde, man sollte jedes Beweismittel anschauen, auch wenn die Tat noch so klar ist.
Es knnte sich auf jedem Bildmaterial von jedem Beweis aus Neues, interessantes ergeben.
Der Tter knnte alles zugeben um jemand zu decken, das Opfer alem zuzustimmen um nicht vor weiteren Angriffen sich zu frchten.

So meine Devise: alles angucken, auch wenns erstmal unntig erscheint.

Und warum sollten sich die Richter bestimte Videos nihct anschauen, weil sie zu grsslich sind?
Naja, finde genau das mssen sie, weil sie den Tter auch in Haft stecken werden, und dann sollten sie sich ein Bild davon machen wie die Tat ablief und das kann man mit diversen Bildern und Videos besser.
Ich wrde nur ungern jemand einbuchten wenn ich vorher nicht alles gesehen habe, entweder wars zu lasch, zu hart oder ich wei bis an mein Lebensende nciht obs die richtige "Strafe" war.

Gru Fionn
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Elyss
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Anmeldungsdatum: 23.02.2007
Beitrge: 904
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 09.03.07, 11:56    Titel: Antworten mit Zitat

Irgendwie kann ich der Argumentation nicht ganz folgen:

blicherweise geht es in den Fllen des Beweisverwertungsverbotes doch eher darum, dass Rechte des Tters verletzt wurden und darum ein bestimmter Beweis nicht verwertet werden darf.
Es macht meiner Ansicht nach wenig Sinn, dass das Opfer sich auf ein Beweisverwertungsverbot "beruft", wonach ein Beweis, der die Schuld des Tters beweist ausgeschlossen werden soll.
Dass ein solches Video im Einzelfall demtigend sein kann, leuchtet mir schon ein, aber das ist eine Zeugenaussage vor dem Richter doch dann auch! Es msste hier eigentlich doch im Interesse des opfers liegen, dass die Tat in ihrer vollen Schwere vom Gericht "erkannt" wird. Und wie knnte das eindrucksvoller geschehen, als durch ein Video!
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