Navigationspfad: Home » Foren
Foren
recht.de :: Thema anzeigen - Darf BR Belegschaft ber einen Mitarbeiter befragen?
Forum Deutsches Recht
Foren-Archiv von www.recht.de
Achtung: Keine Schreibmglichkeiten! Zu den aktiven Foren whlen Sie oben im Men "Foren aus!
 
 SuchenSuchen 

Darf BR Belegschaft ber einen Mitarbeiter befragen?

 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    recht.de Foren-bersicht -> Arbeitsrecht
Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
firefight
Interessierter


Anmeldungsdatum: 04.12.2006
Beitrge: 10

BeitragVerfasst am: 12.03.09, 09:48    Titel: Darf BR Belegschaft ber einen Mitarbeiter befragen? Antworten mit Zitat

Mitarbeiter A und Mitarbeiter B arbeiten als Kollegen zusammen. Da die beiden einen Konflikt miteinander haben dokumentiert B, welcher gleichzeitig Mitglied des Betriebsrates ist, alle Fehler, die A whrend der Arbeit begeht. Diese Liste berreicht er D, welcher Vorgesetzter ist. Zur Klrung des Sachverhalts fordert D vom Betriebsrat eine Stellungnahme an, die Aufschlu ber das Verhalten von A Auskunft geben soll. Daraufhin befragt der Betriebsrat alle Mitarbeiter der Unternehmung ber den Mitarbeiter A, ob Fehlverhalten auffllig gewesen wre und ob persnliche Differenzen vorliegen. Diese dokumentierten Aussagen werden D in einer Stellungnahme berreicht.

Ist es zulssig, dass der Betriebsrat den "Beliebtheitsgrad" eines Kollegen erfragt?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ziege
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 218

BeitragVerfasst am: 12.03.09, 10:27    Titel: Re: Darf BR Belegschaft ber einen Mitarbeiter befragen? Antworten mit Zitat

Fraglich ist zunchst, ob der Kollege B diese Nachforschungen berhaupt in Ausfhrung seines Amtes als Betriebsrat angestellt hat. Das kann man durchaus bezweifeln.
_________________
Arbeitnehmer, die vier Stunden nach Beendigung eines Lehrgangstages in der Hotelbar vom Hocker fallen, haben keine Ansprche aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Es handelt sich nicht um einen Arbeitsunfall.
(SG Hildesheim - S 11 U 172/96)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
firefight
Interessierter


Anmeldungsdatum: 04.12.2006
Beitrge: 10

BeitragVerfasst am: 12.03.09, 11:52    Titel: Antworten mit Zitat

nein, die Dokumentation der Fehler die A begangen hat, wurden durch B nicht als Betriebsrat dokumentiert, sondern dienten der Untermalung seiner Beschwerde ber A an den D.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
questionable content
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beitrge: 6312
Wohnort: Mein Krbchen.

BeitragVerfasst am: 12.03.09, 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Generell darf der Betriebsrat bei Strungen des Betriebsfriedens durchaus Nachforschungen zu den Hintergrnden anstellen.

Konkrete Details wie weit er dabei gehen darf und ab welchem Punkt die befragten Mitarbeiter hier Verschwiegenheitspflichten treffen, wenn die Informationen - vereinfacht gesagt - unter Datenschutz fallen, darber kann man dann anhand des Einzelfalls trefflich diskutieren.
_________________
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
firefight
Interessierter


Anmeldungsdatum: 04.12.2006
Beitrge: 10

BeitragVerfasst am: 13.03.09, 09:15    Titel: Antworten mit Zitat

Zusatzfrage dazu:

Mitarbeiterin E teilt dem Chef D mit, dass sie fr eine derartige Befragung nicht zur Verfgung stehe. Daraufhin droht D mit "Dann bekommen wir miteinander Probleme! - Man kann diese Aussage nicht verweigern".

Wie ist die Aussage des D zu werten?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ziege
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 218

BeitragVerfasst am: 13.03.09, 11:15    Titel: Antworten mit Zitat

Mitarbeiter mssen lediglich ihren arbeitsvertraglich festgelegten Verpflichtungen nachkommen. Daher mssen sie auch nur solche Anweisungen von Vorgesetzten befolgen, die sich auf die vertraglichen Verpflichtungen beziehen. Nun stehen diese aber nicht immer in allen Einzelheiten im Vertrag, sondern als generell-abstrakte Beschreibung wie z.B. Frser, Dreher oder Sekretrin.
Es liegt aber eher fern, anzunehmen, dass die Befragung von Kollegen bezglich des Nachweises von Fehlverhalten anderer Mitarbeiter zu den arbeitsvertraglichen Pflichten der beschriebenen Ttigkeitsfelder gehrt.
Wrde sich E also weigern, knnte es geschehen, dass sie eine Abmahnung erhlt. Die wre aber nur dann wirksam, wenn sie einen Versto gegen arbeitsvertragliche Pflichten rg, was ja nicht der Fall ist. Genauso wenig mte E den PKW ihres Vorgesetzten waschen, mit seinem Hund rausgehen oder ihm mittags Brote schmieren.
Daher meine ich, dass E ohne Folgen die Ausfhrung dieses Recherche-Auftrags ablehnen kann. Die Aussage von D ist daher sachlich unzutreffend.
Etwas anderes kann nur gelten, wenn E z.B. als Geheimagentin oder BND-Spitzel ttig wre und Recherchen sowie Observationen zum Vetragsinhalt gehren. Dann mte sie sich wohl auf den Weg machen...
_________________
Arbeitnehmer, die vier Stunden nach Beendigung eines Lehrgangstages in der Hotelbar vom Hocker fallen, haben keine Ansprche aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Es handelt sich nicht um einen Arbeitsunfall.
(SG Hildesheim - S 11 U 172/96)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
questionable content
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beitrge: 6312
Wohnort: Mein Krbchen.

BeitragVerfasst am: 13.03.09, 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ziege hat folgendes geschrieben::

Es liegt aber eher fern, anzunehmen, dass die Befragung von Kollegen bezglich des Nachweises von Fehlverhalten anderer Mitarbeiter zu den arbeitsvertraglichen Pflichten der beschriebenen Ttigkeitsfelder gehrt.



Das behaupten Sie ins Blaue hinein ohne jegliche geistige Auseinandersetzung oder juristische Analyse...wetten?
_________________
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Biber
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 21.11.2005
Beitrge: 11363
Wohnort: This world is not my home - I'm only passing through!

BeitragVerfasst am: 13.03.09, 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

questionable content hat folgendes geschrieben::
Das behaupten Sie ins Blaue hinein ohne jegliche geistige Auseinandersetzung oder juristische Analyse...wetten?
Selbst wenn: ist es falsch?
_________________
Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.
Sapere Aude! (Kant)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
kdM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.09.2004
Beitrge: 3223
Wohnort: Raum Flensburg-Regensburg

BeitragVerfasst am: 13.03.09, 15:14    Titel: Antworten mit Zitat

Biber hat folgendes geschrieben::
questionable content hat folgendes geschrieben::
Das behaupten Sie ins Blaue hinein ohne jegliche geistige Auseinandersetzung oder juristische Analyse...wetten?
Selbst wenn: ist es falsch?


Wir wissen ja nicht, was der abstrakte "Konflikt" sein soll. Nur mal so, als Beispiel:

Mitarbeiter Anton und Mitarbeiter Betriebsratsberti arbeiten als Kollegen zusammen. Da die beiden einen Konflikt darber miteinander haben, da Anton regelmig den Schnapsschrank des Arbeitgebers beklaut und sich vom Besucherkognak whrend der Arbeitszeit betrinkt, dokumentiert Berti alle Vorflle des Klauens und Besaufens, die Anton whrend der Arbeit begeht. Diese Liste berreicht er Dumpfbacke, welcher Vorgesetzter ist. Zur Klrung des Sachverhalts fordert Dumpfbacke vom Betriebsrat eine Stellungnahme an, die Aufschlu ber das Verhalten von Anton Auskunft geben soll. Daraufhin befragt der Betriebsrat alle Mitarbeiter der Unternehmung ber den Mitarbeiter Anton, ob die behauptete Klauerei und das Saufen auffllig gewesen wre und ob persnliche Differenzen vorliegen. Diese dokumentierten Aussagen werden Detlev in einer Stellungnahme berreicht.

Mitarbeiterin Emsig teilt dem Chef Dumpfbacke mit, dass sie fr eine derartige Befragung durch den Berti im Auftrag des Vorgesetzten nicht zur Verfgung stehe.

Hat sie wirklich das Recht, auf solche Frage zum Schutz des Arbeitgebereigentums nicht zu antworten? Hat der Arbeitgeber wirklich nicht das Recht, sich bei seinen Mitarbeitern nach dem Verbleib seines Eigentums und der Einhaltung der Unfallverhtungsvorschriften zu erkundigen? Ist es wirklich falsch, anzunehmen, dass die Mitwirkung an der Sachaufklrung betreffend eines Fehlverhaltens anderer Mitarbeiter zu den arbeitsvertraglichen Nebenpflichten der beschriebenen Ttigkeitsfelder gehrt?
_________________
Ich habe zu keiner Zeit krperliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in irgendeiner Form angewandt. Die ein oder andere Watschn kann ich nicht ausschlieen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Beitrge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    recht.de Foren-bersicht -> Arbeitsrecht Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehen Sie zu:  
Sie knnen keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Sie knnen auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Sie knnen an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
©  Forum Deutsches Recht 1995-2019. Anbieter: Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim , RB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail info[at]recht.de.