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Auffahrunfall mit fremden Auto - muss sie zahlen?

 
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mikale
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 18.03.2009
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 01:09    Titel: Auffahrunfall mit fremden Auto - muss sie zahlen? Antworten mit Zitat

Hallo miteinander,
folgendes Problem:

Frau X und Herr Y gehen zusammen in eine Disco. Nachdem Herr Y getrunken hatte,
bat er Frau X mit seinem Auto heimzufahren, da er nicht mehr fahrtchtig war.
Er sa auf dem Beifahrersitz.
Frau X verursachte einen Auffahrunfall. (Beim Rckwrtsfahren auf einen stehenden PKW)
Herr Y verlangt jetzt von Frau X die komplette Hochstufung seiner Versicherung auf 21 Jahre, welches sich
um etwa 2000 Euro beluft.

Ist dieses Forderung Rechtens bzw. wie beluft sich hier die Rechtslage?

Vielen Dank fr eure Antworten Winken
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flipmow
Gast





BeitragVerfasst am: 18.03.09, 09:09    Titel: Antworten mit Zitat

Frau Y hat also aus Geflligkeit das Fahrzeug von X gefahren, weil er nicht mehr in der Lage war. Da muss meines Wissens schon grobe Fahrlssigkeit vorliegen, dass man Y in Schadensersatz nehmen kann.

Eine grobe Fahrlssigkeit wre in meinen Augen z.b. stark berhhte Geschwindigkeit auf nasser Fahrbahn.

lg
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DMC
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Anmeldungsdatum: 12.07.2005
Beitrge: 166
Wohnort: Schwaben

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 13:22    Titel: Re: Auffahrunfall mit fremden Auto - muss sie zahlen? Antworten mit Zitat

mikale hat folgendes geschrieben::
Herr Y verlangt jetzt von Frau X die komplette Hochstufung seiner Versicherung

Herr Y hat scheinbar immernoch ein wenig Restalkohol in seinem Blut

mikale hat folgendes geschrieben::
Ist dieses Forderung Rechtens

Fr die Kasko: Ja, fr die Haftpflicht: Nein

mikale hat folgendes geschrieben::
wie beluft sich hier die Rechtslage?


Quelle: LG Karlsruhe Az.: 3 O 20/02
Zitat:
Der Rckstufungsschaden in der Kfz-Haftpflichtversicherung stellt keinen nach 823 Abs. 1 BGB ersatzpflichtigen Schaden dar, da er nicht auf eine Beschdigung des berlassenen PKW, sondern auf eine Beschdigung des unfallbeteiligten Drittfahrzeugs zurckzufhren ist. Auch 823 Abs. 2 BGB i. V. m. 1 ff. StVO gewhrt in diesen Fllen keinen Schadensersatzanspruch


Aber:

Quelle:BGH VI ZR 36/05
Zitat:
Auch bei nur anteiliger Schadensverursachung haftet der Schdiger fr den Rckstufungsschaden, der dadurch eintritt, dass der Geschdigte die Kaskoversicherung in Anspruch nimmt.


Mit anderen Worten: X muss zwar fr den Schaden am Pkw von Y aufkommen (auch fr einen eventuellen Rckstufungsschaden in der Vollkasko), nicht aber den Rckstufungsschaden in der Haftpflichtversicherung, da dieser das beschdigte Fremdfahrzeug betrifft.

Drfen wir noch erfahren, welchen Rckstufungsschaden Y ersetzt haben will?

Gru
DMC
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DMC
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Anmeldungsdatum: 12.07.2005
Beitrge: 166
Wohnort: Schwaben

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 13:51    Titel: Antworten mit Zitat

Kurz nochmal drber nachgedacht:
Wie flipmow schon erwhnte, handelte sich es ja um eine Geflligkeit. Es kme also auch ein stillschweigender Haftungsausschluss in Betracht, so dass X dem Y nicht einmal den eigenen Schaden zu ersetzen htte.

Gru
DMC


Zuletzt bearbeitet von DMC am 19.03.09, 18:07, insgesamt 1-mal bearbeitet
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flipmow
Gast





BeitragVerfasst am: 19.03.09, 14:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte damals selbst mal ein derartiges Problem und hatte mich dahingehend dann schlau gemacht. Das war Mitte 2008. Ein Urteil o.. hab ich aber nicht, auf das ich mich bezogen habe.

lg
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DMC
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Anmeldungsdatum: 12.07.2005
Beitrge: 166
Wohnort: Schwaben

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 15:05    Titel: Antworten mit Zitat

Beitragsschreiber hat folgendes geschrieben::
Nach meiner Kenntnis geht die Rechtsprechung nur in Ausnahmefllen von einer Haftungsbeschrnkung aus, welche durch das Instrument der ergnzenden Vertragsauslegung eines nicht vorhandenen Vertrags erreicht wird.

Nach meiner Kenntnis geht die Rechtsprechung regelmig von einem stillschweigenden Haftungsausschluss aus, wenn die (Geflligkeits-)handlung im ausschlielichen Interesse des Geschdigten unternommen wurde. Allerdings nur bei
Beitragsschreiber hat folgendes geschrieben::
fehlender Versicherungsschutz des Schdigers


In Bezug auf Kfz-Fahrten wre noch folgendes Urteil interessant:
OLG Frankfurt/Main Az: 17 U 103/96

Strittig knnte hier einzig die Frage sein, ob die Fahrt im ausschlielichem Interesse des Y geschah oder ob vielleicht auch die X einen Vorteil erlangen wollte (z.B. schnell und bequem nach Hause zu kommen). Dann wre es nmlich keine Geflligkeitsfahrt mehr. Winken

Nichts desto trotz sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass hier die Ersatzpflichtigkeit eines Rckstufungsschadens zu diskutieren ist, dazu fehlt nach wie vor die Information, um welchen es sich handelt (Kasko oder Haftpflicht).

Gru
DMC
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I-user
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Anmeldungsdatum: 27.03.2006
Beitrge: 5309
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hier ist eine interessante Seite zur Geflligkeitshaftung: http://www.anwalt.de/rechtstipps/gefaelligkeit-haftung-fuer-missgeschicke_003432.html
Aber um Kasko oder Haftpflicht geht es dort nicht. (ich hoffe, dass der Link erlaubt ist Geschockt )
_________________
Recht ist interessant, aber sehr umfangreich; bin kein Fachmann

"Wenn ich schon lge, dann am liebsten indem ich ausschlielich die Wahrheit sage."
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mikale
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Anmeldungsdatum: 18.03.2009
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 21:57    Titel: Hochstufung Antworten mit Zitat

Hallo noch mal,

Soweit ich weiss stellt er die Hochstung der Kfz-Haftpflichtversicherung (also die gegenber dem Geschfigten) in Rechnung, nicht jedoch die entstandenen Schden an seinem Wagen. Diese waren so gering, dass es sich nicht lohnte dies ber die Vollkasko abzudecken.

Grl und Danke vielmals fr eure Tipps und Einordnungen.
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