Navigationspfad: Home » Foren
Foren
recht.de :: Thema anzeigen - Irrtum in gewerblichem Angebot
Forum Deutsches Recht
Foren-Archiv von www.recht.de
Achtung: Keine Schreibmglichkeiten! Zu den aktiven Foren whlen Sie oben im Men "Foren aus!
 
 SuchenSuchen 

Irrtum in gewerblichem Angebot

 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    recht.de Foren-bersicht -> Medien u. Wettbewerb
Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Gobbelino
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.08.2007
Beitrge: 138

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 12:08    Titel: Irrtum in gewerblichem Angebot Antworten mit Zitat

Hallo,

ich las, dass Kaufvertrge evtl. wegen Irrtmern angefochten werden knnen (Erklrungsirrtum, Inhaltsirrtum, Eigenschaftsirrtum) auerdem knnen schlicht Tippfehler, Kopierfehler oder hnliches passieren.

Z. B. der Preis ist offensichtlich falsch (1 Cent fr teure Neuware), die Beschreibung eines Angebots ist offensichtlich falsch, das Bild zu einem Angebot passt offensichtlich nicht.

Kann sich der Anbieter hier immer auf einen Irrtum berufen oder ist ein solcher Fehler mglicherweise abmahnbar?

Gobbelino
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Michael A. Schaffrath
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 15339
Wohnort: Rom

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 13:31    Titel: Antworten mit Zitat

"Immer" kann er das nicht, er mte den Irrtum in jedem Fall plausibel machen.

Je nach Umstand kann es auch sein, da ein wirksamer Kaufvertrag zum "irrtmlich" angegebenen Preis zustande kommt, wenn der Kunde bestellt, der VK eine Rechnung ber diesen Betrag ausstellt etc.

Abmahnbar wre das wohl nur, wenn ein Irrtum nicht plausibel zu machen ist, sondern eine unzulssige Handlung i.S.d. Ziffern 5, 6 des Anhangs zu 3 III UWG vorliegt. (Begrndbar etwa dann, wenn es fters vorkommt und als versuchtes Lockangebot zu werten ist etc.)
_________________
DefPimp: Mein Gott
Biber: N, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

War mein Beitrag hilfreich? Bewerten Sie ihn durch Klick auf die grnen Punkte links unter meinem Namen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gobbelino
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.08.2007
Beitrge: 138

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 14:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
Michael A. Schaffrath hat folgendes geschrieben::
Abmahnbar wre das wohl nur, wenn ein Irrtum nicht plausibel zu machen ist, ...

Danke fr die Klarstellung. Ich wollte noch mal mein Verstndnis absichern, welche Fehler und Irrtmer ein gewerblicher Verkufer sich erlauben darf und welche nicht.

Erlaubt also
- Fehler beim Preis - Fallbeispiel ein Verkufer auf einer Buch und mehr Plattform bot tausende von Neuware Artikeln zum Festpreis von 1 Cent an, weil er irgendwo in seiner Software einen zu spt entdeckten Fehler hatte. Es wurden hunderte der unfreiwilligen Schnppchen verkauft, der Verkufer stornierte die Verkufe und hatte dann zahlreiche unzufriedene Kufer
- Fehler bei wesentlichen Merkmalen der Ware - wenn z. B. auf dem Bild Socken zu sehen sind und im Titel Ngel angeboten sind, wird man dem Verkufer wohl nicht vorwerfen das absichtlich gemacht zu haben.

Erlaubt oder nicht erlaubt?
Buchpreisbindung - und obengenannter Softwarefehler mit 1 Cent Preisen

Nie erlaubt und immer abmahnbar, auch wenn nur eins von vielen Angeboten betroffen ist:
- Fehler bei der Widerrufsbelehrung
- Fehler bei den Versandkostenangaben

Gobbelino
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
juggernaut
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 10.03.2009
Beitrge: 1479
Wohnort: derzeit: Thringen

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 16:29    Titel: Antworten mit Zitat

Gobbelino hat folgendes geschrieben::
Michael A. Schaffrath hat folgendes geschrieben::
Abmahnbar wre das wohl nur, wenn ein Irrtum nicht plausibel zu machen ist, ...

... welche Fehler und Irrtmer ein gewerblicher Verkufer sich erlauben darf und welche nicht.

fehler und irrtmer sind nicht erlaubt oder verboten, sondern passieren einfach.
M.A.S. bezog sich darauf, ob es ihnen auch jemand abkauft, dass es sich um einen irrtum/fehler handelt.

ihre beispiele knnen daher nicht darauf untersucht werden, ob sie erlaubt oder verboten sind, sondern welche rechtsfolgen durch den fehler oder den irrtum ausgelst werden. und die unterscheiden sich zunchst danach, ob der "irrtum" auch als solcher beurteilt wird (und nicht als reine schutzbehauptung) und ggf danach, ob er vermeidbar bzw erkennbar war.

so drfte bspw. ihr beispiel mit den 1-cent-verkufen
- in zivilrechtlicher hinsicht als ein von den kunden erkennbarer irrtum,
- in wettbewerbsrechtlicher hinsicht mglicherweise aber als "absichtlicher irrtum"
beurteilt werden knnen (dazu gehrt auch der versto gegen die buchpreisbindung).

das ist aber jeweils eine frage des einzelfalls.
_________________
.
juggernaut

wahllos in meine beitrge hineingestreute zahlen sind meistens paragraphen des BGB.
backpulver schnffeln soll ne stobilisierende wirkung ham, auffn piephohn (dittsche)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gobbelino
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.08.2007
Beitrge: 138

BeitragVerfasst am: 18.03.09, 17:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
juggernaut hat folgendes geschrieben::
fehler und irrtmer sind nicht erlaubt oder verboten, sondern passieren einfach.
M.A.S. bezog sich darauf, ob es ihnen auch jemand abkauft, dass es sich um einen irrtum/fehler handelt.

Und manchen passieren Fehler leider fter als anderen.

juggernaut hat folgendes geschrieben::
ihre beispiele knnen daher nicht darauf untersucht werden, ob sie erlaubt oder verboten sind, sondern welche rechtsfolgen durch den fehler oder den irrtum ausgelst werden. und die unterscheiden sich zunchst danach, ob der "irrtum" auch als solcher beurteilt wird (und nicht als reine schutzbehauptung) und ggf danach, ob er vermeidbar bzw erkennbar war..

Theoretisch wren alle Fehler vermeidbar und erkennbar. So findet z. B. ein Deutschlehrer mit sicherem Blick sofort den Rechtschreibfehler auf der Seite, whrend andere das 10x lesen, ohne es zu bemerken.

Die Frage ist dann, wie gut der Betroffene darin ist, Fehler zu finden und wie viel Zeit er in Korrekturlesen und Fehlerlosigkeit investiert oder investieren muss.

Das Beispiel mit den 1 Cent Angeboten erlebte ich glcklicherweise nur als Kufer, der Verkufer hatte wohl auf der Plattform wenigstens seinen Ruf verloren.

Gobbelino
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Michael A. Schaffrath
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 15339
Wohnort: Rom

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 17:03    Titel: Antworten mit Zitat

Gobbelino hat folgendes geschrieben::
So findet z. B. ein Deutschlehrer mit sicherem Blick sofort den Rechtschreibfehler auf der Seite, whrend andere das 10x lesen, ohne es zu bemerken.


Da trauen Sie den Deutschlehrern aber viel zu. Winken

Ich kenne keinen Studienfreund/-in, der damals nicht mindestens zwei Rechtschreibfehler auf der Einleitung seiner Diplom/Examensarbeit hatte, ber die schon 10 Leute drbergeguckt hatten, auch keine Germanisten. Cool
_________________
DefPimp: Mein Gott
Biber: N, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

War mein Beitrag hilfreich? Bewerten Sie ihn durch Klick auf die grnen Punkte links unter meinem Namen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gobbelino
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.08.2007
Beitrge: 138

BeitragVerfasst am: 19.03.09, 18:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
Michael A. Schaffrath hat folgendes geschrieben::
Ich kenne keinen Studienfreund/-in, der damals nicht mindestens zwei Rechtschreibfehler auf der Einleitung seiner Diplom/Examensarbeit hatte, ber die schon 10 Leute drbergeguckt hatten, auch keine Germanisten. Cool

Vermutlich der Unterschied zwischen nur studiert und 40 Jahre Diktate gelesen.

Ebenso erwartet man bei einem erfahrenen (Fach-) Juristen, dass er sicher die Rechtsfehler einer Seite findet - sonst wrden die Kunden bald ihr Vertrauen in einen Websitecheck verlieren.

Das Problem an der Sache ist, dass der der's kann (z. B. ein Richter), wohlmglich auch erwartet dass alle anderen das knnen mssen....

Gobbelino
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
juggernaut
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 10.03.2009
Beitrge: 1479
Wohnort: derzeit: Thringen

BeitragVerfasst am: 20.03.09, 09:50    Titel: Antworten mit Zitat

Gobbelino hat folgendes geschrieben::
Das Problem an der Sache ist, dass der der's kann (z. B. ein Richter), wohlmglich auch erwartet dass alle anderen das knnen mssen....

nein, das problem an der sache ist, das die beurteilung eines sachverhalts anhand unbestimmter rechtsbegriffe schwierig und deshalb mit unwgbarkeiten belastet ist.

recht ist keine mathematik, auch wenn die meisten brger das gerne so htten.
_________________
.
juggernaut

wahllos in meine beitrge hineingestreute zahlen sind meistens paragraphen des BGB.
backpulver schnffeln soll ne stobilisierende wirkung ham, auffn piephohn (dittsche)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
questionable content
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beitrge: 6312
Wohnort: Mein Krbchen.

BeitragVerfasst am: 20.03.09, 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

Der Knackpunkt liegt typischerweise auf den Ebenen der Finalitt (was also der Verwender der fehlerhaften Darstellung damit bezweckt) und des Beweises derselben.

Ein einmaliger redaktioneller Irrtum mag in einer - vertrauensschadensersatzpflichtigen - Anfechtungsmglichkeit resultieren. Dies aber auch nur dann, wenn das anfechtbare Rechtsgeschft nicht besttigt wurde. Was bei automatisierten Vorgngen durchaus leicht geschehen kann.

Das systematisch Verwenden derartiger "Fehler" zu Werbezwecken oder um den Vertragspartner "abzuzocken" ist hingegen durchaus - je nach Einzelfall - mglicher Anknpfungspunkt fr weitergehende Rechtsfolgen. Das gilt insbesondere in Wettbewerbs-, Verbraucherschutz- und strafrechtlicher Hinsicht.
_________________
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beitrge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    recht.de Foren-bersicht -> Medien u. Wettbewerb Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehen Sie zu:  
Sie knnen keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Sie knnen auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Sie knnen an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
©  Forum Deutsches Recht 1995-2019. Anbieter: Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim , RB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail info[at]recht.de.