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Darf Mann bei Trennung ruiniert werden?

 
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deobaldt
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Anmeldungsdatum: 26.03.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 26.03.09, 18:41    Titel: Darf Mann bei Trennung ruiniert werden? Antworten mit Zitat

Ich lebe im Trennungsjahr und habe ein paar Fragen zur Vorgehensweise eines Anwalts.

Die Trennung von meiner Frau verluft als Rosenkrieg, Sie hat einen Anwalt der allgemein den Ruf eines "Wadenbeissers" hat und der im Augenblick versucht mich wirtschaflich zu ruinieren. Folgender Fall:

Kurz nach der Trennung wurde ich arbeitslos. Daraufhin bemhe ich mich jetzt um die Selbststndigkeit. Die Chancen sehen auch ganz gut aus. Jetzt soll ich Trennungsunterhalt und Kindesunterhalt zahlen (2 Kinder, 7 & 9). Da ich im letzten Jahr gut verdient habe, will der gegnerische Anwalt den TU am letztjhrigen Einkommen festmachen. Meine Ex hat einen 400 Euro Job. Wir haben ein Haus gekauft und entsprechend Schulden. Mein Vorschlag war wie folgt: Damit die Kinder im Haus verbleiben knnen, zahle ich KU und die Schulden ab. Meiner Frau mchte ich in diesem Fall keinen TU zahlen. Geht auch faktisch nicht, denn ALG1 plus Frderung gibt nicht die Welt her. Gefordert werden Summen die das bersteigen, was ich bekomme. Die Firma wirft hier noch nicht genug ab um hiervon leben zu knnen. Zudem beansprucht der Anwalt den PKW den ich in die Ehe mit eingebracht habe, nur weil ich inden letzten 3 Jahren einen Firmenwagen hatte und meine Ex somit meinen PKW benutzen drfte. Ohne PKW kann ich meine Arbeit nicht verrichten, einen PKW kaufen ist finanziell auch nicht drin.

Wie kann ich mich gegen einen solchen Anwalt wehren? Mein Anwalt scheint hier etwas berfordert zu sein. Wenn die Gegenseite die Forderungen durch bekommt, bin ich nicht in der Lage zu leben (betteln gehen?) oder mein Gewerbe zu fhren.
Ich finde die Vorgehensweise extrem niedertrchtig, es gibt keine Gesprche, alles wird sofort eingeklagt, meine Anwaltskosten steigen und letztendlich hat niemand etwas davon. Ich habe schon berlegt ob ich bei der Anwaltskammer etwas erreichen kann. Eine Trennung kann doch nicht das Ende des ein oder anderen Partners bedeuten. Wenn ich eine Chance habe und mein Gewerbe sich gut entwickelt, kommt letztendlich mehr in die Kasse meiner Ex. Ich will fr meine Kinder gerne das Beste, aber aus einer kaputten Beziehung macht dieser Anwalt einen Kriegsschauplatz, ich sehe das auch mit Sicht auf die Kinder und mein Verhltnis zu ihnen als eine unntige Verschrfung einer schwierigen Situation. Sowas kann doch nicht in einem Rechtsstaat durchgehen?
Wie ist denn hier die Rechtslage?

Es wre schn, wenn ich hier etwas mehr darber erfahren knnte.
Danke im Vorraus!
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hans1961
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 04.07.2005
Beitrge: 84
Wohnort: Frankfurt

BeitragVerfasst am: 26.03.09, 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich weiss nur, dass - nach Scheidung - gegenber den Kindern ein Selbstbehalt von mindestens 900 EUR mtl. und gg. der kinderbetreuenden Mutter von 1100 EUR mtl. beim Unterhaltszahler verbleiben muss; alle weitergehenden Forderungen muss der Anwalt abwehren knnen, sonst wre er seinen Beruf nicht wert. Alles darber hinaus zu Gunsten des Zahlers kann aber freiwillig vereinbart werden.

Vor der Scheidung kann ggfs. sogar ein hherer "Trennungsunterhalt" eingefordert werden, um dem entgegenzuwirken, braucht es schon einen gewieften und schnell reagierenden Anwalt.

Viel Glck.
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Franz Knigs
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beitrge: 4915
Wohnort: Bad Honnef

BeitragVerfasst am: 26.03.09, 23:14    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn der unterhaltspflichtige getrennt lebende Ehemann in irgendeiner Weise Veranlassung dazu gegeben hat, dass sein frheres Arbeitsverhltnis beendet worden ist, kann sein frheres Erwerbeinkommen weiterhin als fiktives Einkommen der Berechnung der Hhe des Kindesunterhalts und des Trennungsunterhalts zugrunde gelegt werden. Von einem Arbeitnehmer, der unterhaltspflichtig ist, kann verlangt werden, dass er alles vermeidet, was zum Verlust seines Arbeitsplatzes fhren kann.

Wenn der unterhaltspflichtige getrennt lebende Ehemann keine Veranlassung zum Verlust seines frheren Arbeitsplatzes gegeben hat, kann von ihm erwartet werden, dass er sich intensiv um einen neuen Arbeitsplatz bemht, um mglichst bald wieder seine Unterhaltspflichten erfllen zu knnen, und seine Absicht, selbststndig ttig zu werden, zurckstellt, da erfahrungsgem whrend eines lngeren Zeitraums die Einknfte aus einer selbststndigen Ttigkeit deutlich geringer sein werden als die Einknfte aus einer nichtselbststndigen Erwerbsttigkeit. Bemht sich der arbeitslose Unterhaltspflichtige nicht um einen neuen Arbeitsplatz, knnen ihm die Einknfte, die er erzielen knnte, als fiktives Erwerbseinkommen zugerechnet werden.

Nach etwa einem Jahr der Trennung der Eheleute wird von der Ehefrau erwartet, dass sie eine Arbeitsttigkeit mit einer lngeren Arbeitszeit aufnimmt, soweit nicht die notwendige Betreuung der Kinder dem entgegensteht.

Wenn sich die Eheleute nicht ber die Hhe des Trennungsunterhalts einigen knnen, wird darber letztlich das Familiengericht zu entscheiden haben.

Die Rechtsanwaltskammer ist brigens nicht befugt, sich mit einer solchen Angelegenheit zu befassen. Ein Rechtsanwalt ist der Vertreter der Interessen seines Mandanten. Soweit erkennbar, nimmt der Rechtsanwalt der Ehefrau deren Interessen wahr und geht dabei nicht ber das vertretbare Ma hinaus.

Dass der Ehemann den Eindruck gewonnen hat, die an ihn gestellten Ansprche seiner Ehefrau seien berzogen, ist nichts Besonderes. berzogene Ansprche kann er zurckweisen, wenn der von ihm beauftragte Rechtsanwalt ihm dazu rt.
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deobaldt
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 26.03.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 27.03.09, 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Erstmal Danke fr die Informationen.
Ich mchte noch folgende Punkte hinzufgen:

Das Arbeitsverhltnis wurde whrend einer Probezeit fristgerecht durch den Arbeitgeber gekndigt. Somit sehe ich hier kein Eigenverschulden.
Die Selbststndigkeit war schon whrend der Ehe geplant und ist von beiden Parteien bejaht worden.
Ich verstehe den Passus ber die Verpflichtungen des Rechtsanwalts. Jedoch sehe ich hier eine Forcierung der Umstnde, diese geht ganz bestimmt auch zu Lasten der Kinder. Und hier kann ich nicht verstehen, das es keine Mglichkeit gibt, mit der Gegenpartei eine gtliche Einigung zu treffen. Alles Einklagen, den Ehemann ruinieren, das kann doch nicht die Lsung fr eine solche Situation sein.

Nochmals deutlich, ich wrde ja gerne fr meine Kinder auch hhere Betrge aufbringen, werde jedoch dabei durch die Gegenseite blockiert, weil sie mich hindert meine berufliche Situation selbststndig zu verbessern. Das Potenzial dazu ist mehr als vorhanden. Wenn von mir eine Aufgabe der beruflichen Karriere verlangt werden kann, so sollte doch auch zumindest meine Ex zu einer ber einen 400 Euro Job hinausgehenden Ttigkeit herangezogen werden knnen. Letztendlich hat sie den jetzigen Job vor der Trennung begonnen und dafr gesorgt, das die Kinder in den Ganztag kommen.

Ich bin mir darber im Klaren, das Anwlte jedes vertretbare Ma fr ihre Mandanten ausnutzen sollen. Jedoch halte ich die Verweigerung einer gtlichen Einigung fr eine Unverhltnismssigkeit. Ich bin mir aber auch bewusst, das jener Anwalt mit jeder Klage seine eigenen Taschen ebenso fllt. Und dann Frage ich mich wie dies im Verhltnis zu dem entstandenen Schaden stehen soll. Alle beruflichen Engagements in Ehren, wir sollten doch auch immer das Wohl derer, die hier letztendlich unverschuldet drunter leiden, die Kinder, sehen. Sollte der Anwalt wirklich nur die Interessen seiner Mandantin wahrnehmen, dann ist sie fr die Forcierung der Situation verantwortlich und zeigt damit, das ihr materielle Dinge weit aus wichtiger sind als die Kinder.
Ich bin bereit meine UZs zu leisten, habe und werde mich dem auch nicht verweigern. Es geht hier um eine vertretbare Hhe - soll ich denn allen Ernstes meine Karriere aufgeben, mich finanziell ruinieren lassen nur damit meine Ex sich ein feines Leben machen kann? Wovon soll ich denn selber leben?
Recht kann nicht bedeuten, das sich einer der beiden alle Rosinen aus dem Kuchen picken kann. Ich hoffe nur das der Richter hier die Situation klar erkennt und eine entsprechendes Urteil fllt.
_________________
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Franz Knigs
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beitrge: 4915
Wohnort: Bad Honnef

BeitragVerfasst am: 27.03.09, 13:55    Titel: Antworten mit Zitat

deobaldt hat folgendes geschrieben::
Jetzt soll ich Trennungsunterhalt ..... zahlen. ..... Meiner Frau mchte ich ..... keinen TU zahlen.

Es wre denkbar, dass eine einvernehmliche Regelung ber die Hhe des Kindes- und des Ehegattenunterhalts gefunden werden kann, wenn der Ehemann sich nicht weiter weigert, der Ehefrau den ihr gesetzlich zustehenden Trennungsunterhalt zu zahlen.

Nach der Dsseldorfer Tabelle ist dem Ehemann fr die Deckung seines eigenen Lebensbedarfs gegenber seinen Kindern ein Selbstbehalt in Hhe von 900 Euro, gegenber der Ehefrau in Hhe 1.000 Euro monatlich zu belassen.
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deobaldt
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Anmeldungsdatum: 26.03.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 27.03.09, 14:02    Titel: Antworten mit Zitat

Franz Knigs hat folgendes geschrieben::
deobaldt hat folgendes geschrieben::
Jetzt soll ich Trennungsunterhalt ..... zahlen. ..... Meiner Frau mchte ich ..... keinen TU zahlen.

Es wre denkbar, dass eine einvernehmliche Regelung ber die Hhe des Kindes- und des Ehegattenunterhalts gefunden werden kann, wenn der Ehemann sich nicht weiter weigert, der Ehefrau den ihr gesetzlich zustehenden Trennungsunterhalt zu zahlen.

Nach der Dsseldorfer Tabelle ist dem Ehemann fr die Deckung seines eigenen Lebensbedarfs gegenber seinen Kindern ein Selbstbehalt in Hhe von 900 Euro, gegenber der Ehefrau in Hhe 1.000 Euro monatlich zu belassen.


Leider verweigert der gegnerische Anwalt sich gegen einvernehmliche Regelungen. Es geht mir primr um die Hhe des TU die mir keinen berlebensspielraum lassen wird. Genau diese Verweigerung halte ich fr eine Unverhltnismssige Handlung denn sie fhrt nur zu Streit und weiteren Kosten. Ob meine Ex hier die Drahtzieherin der Verweigerung ist, kann ich nicht genau sagen. Ich kenne nur den Ruf Ihres Anwalts, der mir von einigen Betroffenen bereits als notorischen Klger geschildert wurde.
_________________
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Roni
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 21.01.2005
Beitrge: 4287

BeitragVerfasst am: 27.03.09, 14:07    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Mein Vorschlag war wie folgt: Damit die Kinder im Haus verbleiben knnen, zahle ich KU und die Schulden ab. Meiner Frau mchte ich in diesem Fall keinen TU zahlen.


Wie hoch ist denn die mtl. Belastung vom Haus ?
Ihr knntet doch auch das Haus verkaufen, dann wre die Belastung weg und ud knntest dieses Geld fr den Unterhalt verwenden.

Gru roni
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deobaldt
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Anmeldungsdatum: 26.03.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 27.03.09, 14:12    Titel: Antworten mit Zitat

Roni hat folgendes geschrieben::
Zitat:
Mein Vorschlag war wie folgt: Damit die Kinder im Haus verbleiben knnen, zahle ich KU und die Schulden ab. Meiner Frau mchte ich in diesem Fall keinen TU zahlen.


Wie hoch ist denn die mtl. Belastung vom Haus ?
Ihr knntet doch auch das Haus verkaufen, dann wre die Belastung weg und ud knntest dieses Geld fr den Unterhalt verwenden.

Gru roni


Hi Roni,
ja Haus verkaufen ist in berlegung, Kosten sind um die 800 Euro pro Monat. In 2 Stunden kommt ein Makler deswegen um zu schtzen was wir fr einen Preis erzielen knnten. Hatte anfangs davon abgesehen weil ich den Kindern ihre vertraute Umgebung erhalten wollte. Wird wohl dann leider nichts draus, dank meiner Ex und ihrem Anwalt.
Mal sehen was draus wird......Danke.
LG
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