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Behandlungsverweigerung

 
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Audios
Interessierter


Anmeldungsdatum: 26.03.2009
Beitrge: 12

BeitragVerfasst am: 26.03.09, 02:55    Titel: Behandlungsverweigerung Antworten mit Zitat

Hallo!
Meine gesetzliche KK hat mir eine plastische OP in sterreich bewilligt.
In dieser Kostenbewilligung stand ausdrcklich der Name des Operateurs
Der plastische Chirurg hat mich 2xoperiert. Den entgltigen Erfolg soll die 3. OP
bringen.
Mein plastischer Chirug war in einer groen Klinik angestellt gewesen.

Zwischenzeitlich hat er in sterreich an eine andere Klinik gewechselt, in
der er auch Kassenpatienten operiert.
Meine gesetzliche KK schreibt die Kostenbewilligung bezogen auf seinen Namen
auf die andere klinik um.
Nun wollte ich einen weiteren OP-Termin mit ihm abstimmen.

Seit 2 Monaten versuche ich nun einen weiteren OP-Termin zu bekommen
Meine Einschreiben mit Rckschein, Faxe und E-Mails werden ignoriert.
Ich erhalte gerade mal die Lesebesttigungen.
Wenn ich im Sekretariat um Stellungnahme des Arztes bitte zwecks OP,
wird das auch ignoriert.

Kurzum, dieser Arzt scheint mir nach seinem Klinikwechsel die weiteren Operationen
zu verweigern.

Darf ein Plastischer Chirurg eine Behandlung beginnen, die eine deutsche Krankenkasse bewilligt hat, und diese Behandlung dann nicht zu ende bringen?

Ich bin fassunglos und aus dem Huschen.

Ich habe diesem Arzt nix getan - auer, dass ich ihm vertraut habe.

Kennt sich hier jemand mit solcher Situation aus?

Fr Ratschlge, wie es weiter geht wre ich sehr dankbar.

Gru Audios
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 26.03.09, 07:08    Titel: Re: Behandlungsverweigerung Antworten mit Zitat

Audios hat folgendes geschrieben::
... in sterreich bewilligt. ...

Hallo Audios,

ich befrchte fast, da Sie sich an ein Forum oder einen Rechtsanwalt in sterreich wenden mssen. Im FDR (Forum Deutsches Recht) diskutieren wir schwerpunktmig die Gesetzeslage in Deutschland.

Liebe Gre

Klaus
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Audios
Interessierter


Anmeldungsdatum: 26.03.2009
Beitrge: 12

BeitragVerfasst am: 29.03.09, 12:17    Titel: Behandlungsverweigerung Antworten mit Zitat

Guten Tag Klaus,

danke fr Ihre Antwort.

Meine deutsche gesetzliche Krankenkasse [Name der Krankenkasse entfernt - Klaus] hat mir in Hamburg diese OP-Manahme
bewilligt, die an der Universittsklinik Innsbruck ausgefhrt werden soll.

Andere Frage:

Was wre, wenn mir das in Deutschland passiert wre. z.B. der Chirurg geht
von Hamburg nach Mnchen.?
Hat ein Chirurg das Recht, die weiteren erfoderlichen Operationen zu verweigern nur weil der die Klinik gewechselt hat? Sowas kann es doch nicht geben!!
Wo bleibt der Patient??
Diese weiteren Operationen sind erforderlich, um die von der Krankenkasse bewilligte Manahme zu ende zu bringen und den Erfolg der Behandlung zu sichern.

Die Krankenkasse schreibt die Kostenbewilligung auf die neue Klinik um-namentlich bezogen auf den Operateur. Meine Krankenkasse will mir ja helfen, damit ich gesund werde.

Kann die [Name der Krankenkasse entfernt - Klaus] die Behandlung einklagen, muss ich das machen. Ich wei einfach nicht mehr weiter.
Hier in Deuschland gibt es keinen plastischen Chirurgen, der diese OP routinemig durchfhrt. Ich mute bei der [Name der Krankenkasse entfernt - Klaus] in Widerspruch gehen, um die operative Manahme,
in Innsbruck bewilligt zu bekommen.

Gibt es noch einen Tipp fr mich, was ich tun kann??

Vilen Dank!
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mano
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.12.2004
Beitrge: 2664

BeitragVerfasst am: 29.03.09, 12:45    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

und in Deutschland kann/darf kein Chirurg eines solche OP durchfhren?

mano
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 29.03.09, 12:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Audios,

mir ist kein deutsches Gesetz bekannt, welchen einen Chirurg in sterreich zwingen knnte Operation an eine EU-Brgerin vorzunehmen. Die zustndige Gerichtsbarkeit wre vermutlich sterreich und/oder Europische Gerichtshof.

Im brigen she ich das Vertrauensverhltnis zwischen Arzt und Patientin gestrt, wenn eine Behandlung gerichtlich durchgesetzt wrde.

Es wird vermutlich nichts anderes brig bleiben, als sich einen anderen Chirurg zu suchen. Da aber die Grnde der Verweigerung des Chirurgs nicht bekannt sind, kann ebenfalls die Frage des Schadensersatzes nicht geklrt werden.

Der Behandlungsvertrag wurde zwischen dem Chirurg (oder Krankenhaus) und dem Patienten geschlossen. Daher wird es ferner auf dem Inhalt des Behandlungsvertrages (Privatrecht) ankommen.

Ich bedauere keine andere Infos geben zu knnen. Aber in dem sterreichischen Recht kenne ich mich wirklich nicht mal ansatzweise aus.

Liebe Gre

Klaus
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Audios
Interessierter


Anmeldungsdatum: 26.03.2009
Beitrge: 12

BeitragVerfasst am: 29.03.09, 19:56    Titel: Behandlungsverweigerung Antworten mit Zitat

Hallo Klaus,
danke nochmals fr Ihre die Nachricht.
Dass das Vertrauensverhltnis dadurch gestrt ist, ist mir klar.
Aber was bleibt mir anderes brig?

Aber es handelt sich hier um eine Brustrekonstruktion aus Eigengewebe.
Dieser plastische Chirurg beherrscht eine Rekonstrunstruktionmethode, die in Deutschland nicht routinemig angeboten wird. Namentlich bekannte deutsche plastische Chirurgen haben mir diesen Kollegen in sterreich empfohlen, da nur dieser
mir weiterhelfen kann. Ins Detail zu gehen, ginge hier zu weit. Ich mute bei meiner
Krankenkasse in Widerspruch gehen, um diese OP durchzusetzen, da diese OP
in Deutschland keiner beherrscht.
Der plastische Chirurg wute sehr wohl, das ich nur zu ihm gekommen bin, weil in Deutschland mir keiner helfen kann. Andere Brustaufbaumethoden scheiden bei mir aus
medizinischen Grnden aus.
Dieser plastische Chirurg hat 2 vorbereitenden OP's bei mir durchgefhrt.
Die entgltige OP mit dem Eigengewebe steht noch aus.

Es kann doch nicht rechtens sein, dass ich nun mit einem nicht fertiggestellten Brustaufbau rumlaufe. Eine Patientin derart zu behandeln ist doch menschenverachtend.
Man leidet doch ohnehin als Frau schon unter dieser Situation.

Dieser plastische Chirurg hat persnlich, schriftlich einen OP-Plan erstellt, in dem Schritt fr Schritt die Brustrekonstruktion aus Eigengewebe festgehalten wurde. Diesen OP-Plan hat er auch eigenhndig unterschrieben. Den OP-Plan hatte ich bei der Kasse eingereicht.

Der Chirurg hat sich mir gegenber verpflichtet die Brustrekonstruktion auszufhren.
Und das soll bei einem Klinikwechsel nicht mehr gelten?? Meine Krankenkasse
schreibt die Kostenbewilligung auf die neue Klinik an der er arbeitet um ,bezogen auf seinen Namen.
Ein Chirurg der so mit Patienten umspringt, hat den Beruf verfehlt.

Gru Audios
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Dipl.-Sozialarbeiter
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2006
Beitrge: 11996

BeitragVerfasst am: 29.03.09, 20:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Audios,

ich glaube, Sie wollen oder knnen mich nicht verstehen. Winken

Ich knnte Ihnen etwas zum deutschen Sozial- und Arbeitsrecht schreiben. Ebenso kenne ich mich etwas im deutschen Privat- und Strafrecht aus. Aber bei dem sterreichischen Recht und das anderer Lnder mu ich wirklich passen.

Die ersten beiden OP's wurden an einer Klinik in sterreich gemacht, bei der der Chirurg angestellt war. Daher wre diese Klinik der erste Ansprechpartner. Nun arbeitet der Chirurg an einer anderen Klinik. Denkbar ist, da diese Klinik diese OP's nicht anbietet, oder dem Chirurg den OP-Saal fr OP's aus einem frheren Dienstverhltnis des Chirurgen nicht zur Verfgung stellt.

Aber dies alles wren nur Spekulationen. Daher kann ich Ihnen nur empfehlen diese Fragen einem Anwalt in sterreich vorzulegen. Winken

Im "Forum Deutsches Recht" (FDR) wird Ihnen wohl kaum ein/e User/Userin die Fragen beantworten knnen.

Liebe Gre

Klaus
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Risus
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 25.04.2006
Beitrge: 1167
Wohnort: Dsseldorf reloaded

BeitragVerfasst am: 29.03.09, 21:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Audios,
einerseits ich kann mich Klaus in dem Punkt nur anschliessen, dass hier im Forum weitere Spekulationen ber die Grnde / Motive des Operateurs nicht hilfreich sind, weil wir sie alle zusammen (einschliesslich Ihnen selbst) nicht kennen.
Letztlich ist es aber egal, ob der Operateur nun aus Arbeitsberlastung, Fahrlssigkeit oder bewusster Verweigerung nicht erreichbar ist bzw. sein will... Dass ein Patient darauf verrgert, verunsichert und frustriert reagiert, ist verstndlich.

Fr die weiteren Mglichkeiten des Patienten sind folgende Dinge von Bedeutung:
1. Welcher Behandlungsumfang wurde im (ursprnglichen) Behandlungsvertrag vor dem ersten Eingriff vereinbart?
Ist dort ausdrcklich benannt, dass es sich bei den ersten beiden Eingriffen um lediglich vorbereitende Operationen ,als Teil einer Gesamtbehandlung durch den Operateur, handelt?
(Dass dies nach menschlicher Logik oder dem Patientenverstndnis so ist, ist mir klar. Aber steht das auch so im Vertrag? Das wre fr den weiteren Rechtsweg, wo auch immer, ziemlich wichtig.)

2. Fr den Ort der zustndigen Gerichtsbarkeit ist hauptschlich von Bedeutung,
- was im Behandlungsvertrag als Gerichtsstand vereinbart wurde?
- wo die ersten beiden Eingriffe stattfanden (wenn kein Gerichtsstand vereinbart wurde). Fanden die denn auch in sterreich oder noch in Deutschland statt?
Welche Krankenkasse die Eingriffe bezahlt, ist fr den Gerichtsstand unwichtig, und kann knftig aussen vor bleiben (zumindest was Ansprche des Patienten betrifft.)

Falls ein deutsches Gericht als zustndiger Gerichtsstand im Vertrag steht, kann auch ein deutscher Anwalt weiter helfen, und dann z.B. eine Einstweilige Verfgung beantragen, welche den Arzt zur Vertragserfllung zwingen wrde. Ggf. wrde ber den Weg der Amtshilfe dann ein Gericht in sterreich eingeschaltet werden.

3. Ist der Gerichtsstand aber sterreich, dann wird man nicht umhin kommen, einen in sterreich zugelassenen Anwalt zu beauftragen. Auch in sterreich gibt es den Weg einer einstweiligen Verfgung durch Gerichtsbeschluss zur Vertragserfllung.

4. Egal ob Aut oder De; man msste vor Gericht spter ggf. auch den Inhalt des zugegangenen Schreibens an den Arzt nachweisen knnen. Das gescheiht in D wie in A am sichersten mit Zustellung durch einen Gerichtsvollzieher (in sterreich auch Exekutor genannt) - selbst wenn die dann auch meistens den Postweg nutzen. Eigene Einschreiben mit Rckschein eignen sich hierfr nicht, Faxe und Emails schon gar nicht.

5. Unter bestimmten Umstnden kann auch der strafrechtliche Tatbestand der Krperverletzung vorliegen, und zwar dadurch, dass eine Operation begonnen, (ohne bisher bekannte Grnde) aber nicht zu Ende gefhrt wurde (falls dieses Behandlungsziel ausdrcklicher Vertragsgegenstand war). Dies ist sowohl nach deutschem als auch sterreichischem Recht strafbar.
Voraussetzung ist, dass der Arzt
a) keine medizinischen Grnde
b) keine nachhaltigen Vertragsverletzungen seitens des Patienten
oder
c) keine gravierenden persnlichen Grnde (z.B. eigene schwere Krankheit)
benennen kann, welche ihm die Vertragserfllung unmglich machen.

Der Vertragserfllung drfte sich der Arzt nicht durch Umzug und Arbeitsplatzwechsel entziehen, es sei denn, er hat die Grnde dafr nicht zu vertreten.
Wenn der Arzt die Vertragserfllung nicht sicherstellen kann, darf er eine Behandlung insbesondere dann nicht beginnen,
- wenn es sich um eine so spezielle Methode handelt, welche nicht auch von anderen rzten beherrscht oder fortgefhrt werden kann.
- wenn durch die besondere Operationsmethode, einmal begonnen, andere Behandlungsalternativen nicht mehr angewendet werden knnen
(ob das im o.g. Fall zutrifft, wird nur ein Sachverstndiger oder Gutachter entscheiden knnen)

Ich hoffe, das hat nochmal zum Verstndnis der verbleibenden Mglichkeiten beigetragen.

Freundliche Grsse
Risus
_________________
Die Zukunft hlt grosse Chancen bereit - aber auch Fallstricke.
Der Trick dabei ist, den Fallstricken aus dem Weg zu gehen, die Chancen zu ergreifen. Und bis 6 Uhr wieder zuhause zu sein.
[ Woody Allen ]
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