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Rechtslage vorzeitige Einschulung?

 
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lene
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Anmeldungsdatum: 11.04.2008
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 11.04.08, 20:51    Titel: Rechtslage vorzeitige Einschulung? Antworten mit Zitat

Nehmen wir mal an Eltern wollen in Hessen ihr Kind vorzeitg einschulen lassen.
Kind wird in den ersten Gesprchen von Schule und KiGa dazu auch empfohlen. Test und Untersuchung beim Gesundheitsamt (Schuluntersuchung) vollkommen okay.

Nun wird aber dies Kind von der Schule abgelehnt, da "zu unreif" fr den Schulalltag. Diese Bewertung erfolgt nach 1std Probeunterricht.

Laut Bildungsgesetz Hessen hat der Schulleiter der Grundschule die Entscheidung bei vorzeitiger Einschulung zu treffen. Wie ist da die Rechtslage?

Nehmen wir auch an, dass das Kind (ohne Wissen der Eltern) von einem Mitarbeiter des Schulamtes auf "Schultauglickeit" getestet wurde (dies erfolgt im KiGa). Von den Eltern erfolgte lediglich die allgemeine Erlaubnis, dass KiGa mit GS zusammenarbeiten darf.
Gilt dies als gltig und darf das mit einbezogen werden? Wie ist die Rechtslage?
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mitternacht
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Anmeldungsdatum: 22.05.2005
Beitrge: 6331
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 11.04.08, 22:15    Titel: Re: Rechtslage vorzeitige Einschulung? Antworten mit Zitat

lene hat folgendes geschrieben::
Nehmen wir mal an Eltern wollen in Hessen ihr Kind vorzeitg einschulen lassen.
Kind wird in den ersten Gesprchen von Schule und KiGa dazu auch empfohlen. Test und Untersuchung beim Gesundheitsamt (Schuluntersuchung) vollkommen okay.

Nun wird aber dies Kind von der Schule abgelehnt, da "zu unreif" fr den Schulalltag. Diese Bewertung erfolgt nach 1std Probeunterricht.
Wie "vorzeitig" ist "vorzeitig"? Wre das Kind bei Einschulung 3 Jahre oder 5 Jahre 9 Monate?

Zitat:
Laut Bildungsgesetz Hessen hat der Schulleiter der Grundschule die Entscheidung bei vorzeitiger Einschulung zu treffen. Wie ist da die Rechtslage?
Nicht Bildungs- sondern Schulgesetz:
Zitat:
58
Beginn der Vollzeitschulpflicht

(1) Fr alle Kinder, die bis zum 30. Juni das sechste Lebensjahr vollenden, beginnt die Schulpflicht am 1. August. Diese sind in den Monaten September / Oktober des Jahres, das dem Beginn der Schulpflicht vorausgeht, zum Schulbesuch anzumelden, dabei sind die deutschen Sprachkenntnisse festzustellen. Kinder, die nach dem 30. Juni das sechste Lebensjahr vollenden, knnen auf Antrag der Eltern in die Schule aufgenommen werden. Die Entscheidung trifft die Schulleiterin oder der Schulleiter unter Bercksichtigung des schulrztlichen Gutachtens. Die Schulpflicht beginnt mit der Einschulung. Bei Kindern, die nach dem 31. Dezember das sechste Lebensjahr vollenden, kann die Aufnahme vom Ergebnis einer zustzlichen schulpsychologischen berprfung der geistigen und seelischen Entwicklung abhngig gemacht werden.

Schon merkwrdig, dass hessische Kinder 1/2 Jahr spter "reifen" als bayerische. Im BayEUG heit der entsprechende Passus des Art. 37:
Zitat:
(1) 1 Mit Beginn des Schuljahres werden alle Kinder schulpflichtig, die bis zum 31. Dezember sechs Jahre alt werden [...]


Zitat:
Nehmen wir auch an, dass das Kind (ohne Wissen der Eltern) von einem Mitarbeiter des Schulamtes auf "Schultauglickeit" getestet wurde (dies erfolgt im KiGa). Von den Eltern erfolgte lediglich die allgemeine Erlaubnis, dass KiGa mit GS zusammenarbeiten darf.
Hier knnte man dem Kindergarten "auf die Finger klopfen". Nachtrglich ndern lsst sich dieser Umstand nicht.
Zitat:
Gilt dies als gltig
"gltig" wofr? Als Fahrkarte nach Berlin wohl kaum. Und als "Zulassung" fr die Grundschule auch nicht. Gibt es berhaupt ein Testergebnis? Und wie lautet das - falls es existiert?

Zitat:
und darf das mit einbezogen werden? Wie ist die Rechtslage?
Was der Schulleiter in seine Entscheidungsfindung mit einbezieht, ist seine Sache. Umstnde, die er nicht kennt, kann er auch nicht bercksichtigen. Rechtslage siehe oben - das Zitat aus dem Schulgesetz. Gegen solche "Verwaltungsakte" ist Einspruch mglich. Hufig ist das Auswahl-Kriterium eines Schulleiters aber nicht "dieses Kind", sondern "wenn ich jetzt noch einen in die 1. Klasse bekomme, muss ich eine weitere Klasse einrichten, dann reichen die Rume nicht." Die "Muss-Kinder"muss er aufnehmen, die "Kann-Kinder" kann er auch ablehnen.

In der Grundschule besteht nach 60 Schulgesetz "Sprengelpflicht":
Zitat:
(4) In der Grundstufe (Primarstufe) haben die Schlerinnen und Schler die Schulpflicht durch den Besuch der Grundschule zu erfllen, in deren Schulbezirk ( 143 Abs. 1) sie wohnen.
Grundstzlich sind jedoch auch Ausnahmen mglich:
Zitat:

66
Gestattungen

Das Staatliche Schulamt kann im Benehmen mit dem Schultrger aus wichtigem Grund den Besuch einer anderen als der nach 60 Abs. 4 oder 63 rtlich zustndigen Schule gestatten, insbesondere wenn

1. die zustndige Schule auf Grund der Verkehrsverhltnisse nur unter besonderen Schwierigkeiten zu erreichen ist,

2. der Besuch einer anderen Schule der oder dem Schulpflichtigen die Wahrnehmung des Berufsausbildungs- oder Arbeitsverhltnisses erheblich erleichtern wrde,

3. gewichtige pdagogische Grnde hierfr sprechen oder

4. besondere soziale Umstnde vorliegen

und wenn die Aufnahmekapazitt der anderen Schule nicht erschpft ist.
"Im Benehmen" heit: nach Rcksprache. Eine "Genehmigung" oder Zustimmung muss nicht eingeholt werden.

Klartext: Der Besuch einer anderen Grundschule wre - auf Antrag - prinzipiell mglich. Vielleicht kann man ja auf eine Schule in privater Trgerschaft zurckgreifen oder "besondere soziale Umstnde" schaffen. Wenn z. B. die Familie im September in einen anderen Schulbezirk umzieht, knnte es sinnvoll sein, das Kind bereits vor dem Umzug dort einzuschulen, um ihm einen Schulwechsel zu ersparen.
_________________
mitternchtliche Gre.


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Bin kein Jurist: Wer mir glaubt, ist selber schuld.
Meine Damen und Herren, heute Abend sinkt fr Sie: das Niveau!
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lene
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Anmeldungsdatum: 11.04.2008
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 11.04.08, 23:10    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wie "vorzeitig" ist "vorzeitig"? Wre das Kind bei Einschulung 3 Jahre oder 5 Jahre 9 Monate?


Mal angenommen Kind wird Ende September 6 Jahre alt.



Zitat:
Schon merkwrdig, dass hessische Kinder 1/2 Jahr spter "reifen" als bayerische. Im BayEUG heit der entsprechende Passus des Art. 37:


Finde ich auch Bse



Zitat:
gltig" wofr? Als Fahrkarte nach Berlin wohl kaum. Und als "Zulassung" fr die Grundschule auch nicht. Gibt es berhaupt ein Testergebnis? Und wie lautet das - falls es existiert?


Zustimmung/Kenntnisnahme fr/ber den Test fehlte ja von den Eltern.
Testergebnis kann im Einzelgesprch mit der Schulleitung der GS besprochen werden.



Zitat:
Hufig ist das Auswahl-Kriterium eines Schulleiters aber nicht "dieses Kind", sondern "wenn ich jetzt noch einen in die 1. Klasse bekomme, muss ich eine weitere Klasse einrichten, dann reichen die Rume nicht." Die "Muss-Kinder"muss er aufnehmen, die "Kann-Kinder" kann er auch ablehnen.


Die Eltern gehen davon aus, dass aufgrund der Tatsache eines 1zgigen (aber dann groen) Jahrganges das Kind abgelehnt wurde. Ist auch nachweisslich nicht das einzige Kind, das hiervon (Ablehnung) betroffen ist.

Zitat:
Klartext: Der Besuch einer anderen Grundschule wre - auf Antrag - prinzipiell mglich. Vielleicht kann man ja auf eine Schule in privater Trgerschaft zurckgreifen oder "besondere soziale Umstnde" schaffen.

Schule in privater Trgerschaft so gut wie ausgeschlossen; Eltern haben diese Mglichkeit auch schon bedacht.
Besondere soziale Umstnde, schwierig zu finden denken Eltern Verlegen
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Kurt Knitz
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Anmeldungsdatum: 16.10.2005
Beitrge: 1377
Wohnort: Baden-Wrttemberg

BeitragVerfasst am: 12.04.08, 08:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo lene,
Zitat:
Mal angenommen Kind wird Ende September 6 Jahre alt.
Dann ist es am Montag, dem 4.8.2008, wenn in Hessen die Sommerferien vorbei sind, 5 Jahre und 10 Monate alt, kurz 5.10 Jahre.

Zitat:
Die Eltern gehen davon aus, dass aufgrund der Tatsache eines 1zgigen (aber dann groen) Jahrganges das Kind abgelehnt wurde.
Haben die Eltern diese Vermutung im Gesprch mit dem Vorsitzenden der Elternvertretung an dieser Schule berprft? Die anderen Eltern wren sicher dankbar, wenn durch zustzliche Kinder kleinere Klassengren erzwungen werden knnen. Und wenn die Rume nicht reichen: Container aufstellen!

Zitat:
Der Besuch einer anderen Grundschule wre - auf Antrag - prinzipiell mglich.
Wie weit ist die Sprengelschule entfernt, wie weit die danach nchste Grundschule?

Schne Gre
Kurt
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Die lnderspezifischen Schulgesetze und vieles mehr auf dem Deutschen Bildungsserver:
http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=552
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hafrmaste
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Anmeldungsdatum: 29.03.2009
Beitrge: 1
Wohnort: 000000000000000

BeitragVerfasst am: 29.03.09, 15:22    Titel: Antworten mit Zitat

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Hallo,

wir hatten letzte Woche Mittwoch die Schuleinschreibung, unsere Tochter wird am 12.Dezember 09 sechs Jahre, ihre ganzen Freunde werden im Sept. eingeschult, ihrer Freundin die im August sechs wird steht sie in nichts nach. Sie macht alles super in der Vorschule.

Da der ev. Kiga sehr auf seine Kostendeckung bedacht ist versuchten sie uns umzustimmen,obwohl es offensichtlich ist das unsere Tochter in die Schule mchte und auch dem Gewachsen wre, Kinderarzt hat dies auch besttigt.

Leider hat der Kiga gegen uns gearbeitet, was ich ungeheuerlich finde die htten uns doch eigentlich nachdem sie wussten das wir die Einschulung anstreben mit uns Arbeiten mssen.

Nach der Schuleinschreibung rief mich der Schulleiter an und sagte mir dann ganz trocken das er die Einschulung ablehnt, da er seinen Kolleginnen vom Kiga vertrauen muss.
Angeblich stimmte die Lehrerin die die Kinder eine halbe Stunde sah auch so.
Dumm war nur das unsre Tochter ne Erkltung hatte und dadurch das Hrvermgen ein bisschen beeintrchtigt war, das war natrlich fr die Schule und den Kiga ein gefundenes Fressen.

Unserer Tochter gefiel es sehr gut in der Schule und sie will auch auf jeden Fall rein, sie hat auch schon gesagt wenn sie jetzt nicht rein darf dann geht sie eben gar nicht mehr.

Im April ist noch die Gesundheitsamtuntersuchung, die Frau riet mir mich beim Schulamt zu beschweren da die mehr zu sagen htten, ich hoffe mal das das stimmt.


Ach ja der Schulleiter hat mir am Telefon dann noch mit einem Machtkampf gedroht, ist das nicht eine Frechheit, jemand der sich so uert ist doch als Grundschuldirex vllig fehl am Platz oder.

Rechtlich hat man glaub ich keine groe Chance dagegen anzugehen.

LG
steffi
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Kurt Knitz
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 16.10.2005
Beitrge: 1377
Wohnort: Baden-Wrttemberg

BeitragVerfasst am: 29.03.09, 22:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Steffi,

wir unterhalten uns nicht ber persnlich Betroffene, sondern einen Fall mit der beschriebenen Konstellation.

Welches Bundesland?

Was heit "Kindergarten arbeitet dagegen"? Welche schriftlichen uerungen gibt es vom Kindergarten?

Schne Gre
Kurt
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Die lnderspezifischen Schulgesetze und vieles mehr auf dem Deutschen Bildungsserver:
http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=552
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