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Kostenbernahme der Schutzimpfung gegen Gebrmutterhalskrebs

 
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detben11
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.01.2009
Beitrge: 26

BeitragVerfasst am: 28.03.09, 10:43    Titel: Kostenbernahme der Schutzimpfung gegen Gebrmutterhalskrebs Antworten mit Zitat

Hallo zusammen
ich habe eine Frage zu einem rein fiktiven Fall.

Angenommen der Gynkologe empfiehlt einer 20 jhrigen Patienten die Schutzimpfung gegen humane Papillomviren (Schutz vor Gebrmutterhalskrebs). Diese Einschtzung wird von einem anderen Gynkologe geteilt.

Die Patientin erkundigt sich telefonisch bei Ihrer priv. Krankenkasse ob die Kosten (ca. 500,00 ) bernommen werden. Die Kasse lehnt eine Kostenbernahme ab.
Hinweis:
Die meisten priv KK und einige gesetzlichen KK bernehmen die Kosten der Schutzimpfung gegen Gebrmutterhalskrebs mit dem Humanen Papillomvirus-Impfstoff fr 18- bis 26-jhrige Patientinnen!

Wie knnte die Patientin gegen die Ablehnung vorgehen?


Freue mich auf Antworten

Viele Gre
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Nothingface
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 28.03.2009
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 28.03.09, 16:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

hier gibt es meiner Ansicht nach keine Mglichkeit auer nachzubohren und ggf. mit schrifticher Empfehlung des Gynkologen nochmal bei der Kasse anzuklopfen.

Die HPV-Impfung ist in diesem Alter nunmal eine fakultative Satzungsleistung und keine Pflicht.

Gru,
Nothingface
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detben11
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.01.2009
Beitrge: 26

BeitragVerfasst am: 29.03.09, 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

danke Nothingface fr den Hinweis, ich befrchte allerdings das es bei einer Ablehnung bleibt.

Kann ich mir mit einer schriftlichen Ablehnung, ber meine Rechtschutzversicherung, juristischen Rat einholen und wie wird die Erfolgsaussicht eingeschtz?

Ich bin jiuritischer Laie und ziehe die Frage zurck falls ich mit dieser die Juriquette missachtet habe.

vielen Dank im voraus
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Risus
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 25.04.2006
Beitrge: 1167
Wohnort: Dsseldorf reloaded

BeitragVerfasst am: 29.03.09, 22:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo detben11
die Erfolgsaussichten hngen davon ab, welche ambulanten Leistungen im Versicherungsvertrag mit der PKV vereinbart wurden. Ein Blick in Ihre Vertragsunterlagen hilft weiter, bevor der Rechtsschutz bemht wird.
Impfungen gehren in vielen Fllen nicht zum vertraglichen Leistungsumfang der PKV'en. Ohne vertragliche Verpflichtung kann eine solche PKV i.d.R. zu Recht die Kostenbernahme ablehnen. Der Verweis auf die gngige Praxis bei der Komkurrenz oder den gesetzlichen Kassen greift hier nicht.

Aber selbst wenn die Kostenbernahme von Impfungen vertraglich vereinbart wurde, kommt es darauf an, in welchem Umfang. Meistens orientieren sich die Kassen dann an den geltenden Empfehlungen der STIKO (Stndige Impfkomission des RKI).

Eine generelle HPV-Impfempfehlung der STIKO besteht gegenwrtig nur fr Mdchen zwischen dem 12 - 17. Lebensjahr. vgl. aktuell gltiger Stand aus RKI; Epidemiologisches Bulletin Nr. 30 vom 25. Juli 2008)
Fr alle, die lter sind, heist es dort:
Zitat:
Frauen, die innerhalb des von der STIKO empfohlenen Zeitraumes (Alter 1217 Jahre) keine Impfung gegen HPV erhalten haben, knnen ebenfalls von einer Impfung gegen HPV profitieren.
Es liegt in der Verantwortung des betreuenden Arztes, nach individueller Prfung von Nutzen und Risiko der Impfung seine Patientinnen auf der Basis der Impfstoffzulassung darauf hinzuweisen.
Das bedeutet, die STIKO kann gegenwrtig die HPV-Impfung fr Frauen > 17 Jahre nicht empfehlen, hlt aber einen Nutzen ggf. fr mglich.
Zitat:
Die ausfhrliche wissenschaftliche Begrndung der STIKO-Empfehlung zur HPV-Impfung ist im Epidemiologischen Bulletin 12/2007 verffentlicht worden.


Das bedeutet, die Gynkologen handeln richtig, wenn Sie ihre > 17 jhrigen Patientinnen auf einen mglichen Nutzen einer HPV-Impfung auch dann hinweisen, wenn die Patientin mglicherweise selbst fr die Kosten aufkommen muss. Dieser Hinweis erfolgt i.d.R. aus Grnden der rztlichen Sorgfaltspflicht und hat einen medizinischen Hintergrund. Schliesslich muss eine Patientin ja vorher wissen, ob eine empfohlene Massnahme berhaupt medizinisch sinnvoll ist, bevor sie ggf. selbst dafr zahlt.
In die freie Vertragsgestaltung zwischen Patient und PKV werden die rzte damit nicht eingreifen.

Fazit:
1. Es hngt vom individuellen Versicherungsvertrag ab, ob die Impfkosten von der PKV zu bernehmen sind.
2. Wurde die bernahme der HPV-Impfung vertraglich zugesichert (und zwar auch ausserhalb der STIKO-Empfehlung) dann stehen die Chancen gut.
3. Ist die bernahme von Impfkosten Vertragsbestandteil, aber anhand der STIKO-Empfehlungen, dann wird eine 20-jhrige Frau die Kosten dafr selbst tragen mssen.

Freundliche Grsse
Risus
_________________
Die Zukunft hlt grosse Chancen bereit - aber auch Fallstricke.
Der Trick dabei ist, den Fallstricken aus dem Weg zu gehen, die Chancen zu ergreifen. Und bis 6 Uhr wieder zuhause zu sein.
[ Woody Allen ]
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detben11
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.01.2009
Beitrge: 26

BeitragVerfasst am: 30.03.09, 17:25    Titel: Antworten mit Zitat

vielen Dank Risus

die Antwort ist selbst fr einen Laien wie ich es bin verstndlich und zu verstehen.

Werde mir nun einmal die Versicherungsbedingungen ansehen und dann alles einmal schriftlich einreichen.

detben11
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