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Steuerhinterziehung oder legales Vorgehen?

 
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Marko
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 09.11.2004
Beitrge: 98

BeitragVerfasst am: 23.11.04, 08:47    Titel: Steuerhinterziehung oder legales Vorgehen? Antworten mit Zitat

Hallo, ich bin Vorstand in einem gemeinntzigen Tennisverein. Wir beschftigen Trainer die pro Stunde 20 Euro erhalten. Die Ausbildungsgebhr fr die Trainerstunden zahlen die Mitglieder an den Verein, der Tennistrainer stellt einmal monatlich eine Gesamtrechnung an den Verein, die dieser dann begleicht. Jetzt hat ein Mitglied Forderungen an den Tennistrainer die nichts mit den Trainerstunden zu tun haben. Die beiden (Trainer und Mitglied) haben jetzt ausgemacht, dass die offenen Forderungen ber die Trainerstunden abgearbeitet werden,d.h. das Mitglied zahlt 6 Monate keine Ausbildungsgebhr, der Trainer stellt ber diese erteilten Stunden keine Rechnung die der Verein dann natrlich auch nicht begleichen muss. Ich habe gegen dieses Vorgehen Veto eingelt, da ich glaube dass es sich hierbei um ein steuerrechtlich bedenkliches Vorgehen handelt (ist in meine Augen so eine Art Geldwsche). Kann mir jemand Auskunft geben ob meine Bedenken berechtigt sind? Vielen Dank.
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GungS
Gast





BeitragVerfasst am: 23.11.04, 18:50    Titel: Antworten mit Zitat

Der Trainer kann Forderungen mit Verbindlichkeiten verrechnen und der Schler ebenso. Kein Problem mit dem Verein, den ich nicht berhrt sehe (selbstverstndlich mu der Trainer seine Einnahmen versteuern - aber das mu es bei denen vom Verein ja schlielich auch).

Ich sehe vielmehr ein Problem mit der generellen Verfahrensweise, weil die Mitglieder individuelle Leistungen erhalten und vergten, was dann ber den Verein geleitet wird - hier knnten Straftatbestnde duch die Vereinverantwortlichen (dich), den Trainer und die Mitglieder/Schler gegeben sein. Jedenfalls bedarf dies einer Prfung.

GungS
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Marko
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 09.11.2004
Beitrge: 98

BeitragVerfasst am: 24.11.04, 06:50    Titel: wenn nicht versteuert wird? Antworten mit Zitat

Hallo GungS, besten Dank fr deine Antwort. Interressant dein Satz "selbstverstndlich mu der Trainer seine Einnahmen versteuern". Wenn die beiden das gerade nicht vorhaben, sondern die Aufrechnung von Forderung und Verbindlichkeit ber diesen Weg an der Steuer vorbeigeschleust wird. Macht sich der Verein und damit der Vorstand mitschuldig?
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GungS
Gast





BeitragVerfasst am: 24.11.04, 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe keine Verbindung zu dem Verein, also kann sich auch kein Organwalter schuldig mache - es ist natrlich denkbar, da der Sachverhalt unvollstndig geschildert wurde oder ich ihn falsch auffasse.

Aufrechnung ist u.a. ein verkrzter bzw. entfallender Zahlungsweg. Seltsamerweise herrscht immer die Auffassung, wenn kein Geld fliet, mu nichts versteuert werden, doch das ist falsch.

Wenn der Nachbar der hbschen Nachbarin die Winterrreifen aufzieht und dafr zum Abendessen eingeladen wird, mu er den Wert des Essens als Einnahme versteuern - ganz einfach (wobei er regelmig unter Freigrenzen bleiben wird, so da keine Steuer anfllt, aber prinzipiell...).

GungS
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Gast






BeitragVerfasst am: 24.11.04, 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

GungS hat folgendes geschrieben::
Wenn der Nachbar der hbschen Nachbarin die Winterrreifen aufzieht und dafr zum Abendessen eingeladen wird, mu er den Wert des Essens als Einnahme versteuern - ganz einfach (wobei er regelmig unter Freigrenzen bleiben wird, so da keine Steuer anfllt, aber prinzipiell...).


Hallo,

hochinteressante These.

Unter welche Einkunftsart wrden Sie denn die Ttikeit einordnen? Wenn Sie Ihrer hbschen Nachbarin die Reifen wechseln, ist dies dann ein auf Einkommensmehrung gerichtetes wirtschaftliches Verhalten? Oder gar eine selbstndige und nachhaltige Beteiligung am wirtschaftlichen Verkehr mit Gewinnerzielungsabsicht? Dann wren Sie ein sehr merkwrdiger Nachbar.

Gru

beinstrong
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GungS
Gast





BeitragVerfasst am: 25.11.04, 19:05    Titel: Antworten mit Zitat

Das sind ohne Zweifel sonstige Einknfte.

Auf Vermgensmehrung gerichtetes Verhalten ist ebenso irrelevant, wie Nachhaltigkeit oder Beteiligung am (allg.) wirtschaftlichen Verkehr.

Vielleicht etwas mit gewerblichen Einknften verwechselt?

Es kommt nur darauf an:

1. Leistung? Ja!
2. Besteht nicht in einem Veruerungsgeschft? Ja.
3. Entgelt erhalten? Ja!

= sonstige Einknfte (s.a. BFH vom 21.09.04, IX R 13/02).

GungS
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Gast






BeitragVerfasst am: 25.11.04, 20:00    Titel: Antworten mit Zitat

GungS hat folgendes geschrieben::
Das sind ohne Zweifel sonstige Einknfte.


Sie setzen also allen Ernstes ein Abendessen mit dem Erhalt einer Vermittlungsprovision i.H.v. DM 200.000 gleich?
Wenn Sie das zitierte Urteil aufmerksam lesen, werden Sie feststellen, dass der BFH fr die Annahme von sonstigen Einknften immer noch die allgemeinen Tatbestnde des 2 EStG voraussetzt. Und zum objektiven Tatbestand von 2 gehrt nunmal eine wirtschaftlich auf Vermgensmehrung gerichtete Erwerbsttigkeit.

Das Verspeisen des Abendessens kann aber nicht dahingehend ausgelegt werden, dass dadurch das Reifenwechseln zu einer solchen auf Vermgensmehrung gerichtete Ttigkeit wird. Dies wrde voraussetzen, dass der Reifenwechsler das Abendessen als angemessene Gegenleistung fr das Reifenwechseln ansieht und er damit diese Ttigkeit der erwerbswirtschaftlichen Sphre zuordnet. Und so weit wird man in diesem Fall ganz sicher nicht gehen knnen, so hirnrissig st noch nicht mal unser Steuerrecht.

Zitat:
Auf Vermgensmehrung gerichtetes Verhalten ist ebenso irrelevant, wie Nachhaltigkeit oder Beteiligung am (allg.) wirtschaftlichen Verkehr.

Vielleicht etwas mit gewerblichen Einknften verwechselt?


nein, deshalb ja die Frage nach der Einkunftsart. Wie Sie ja sicherlich wissen, ist der erste Halbsatz die Definition fr sonstige, und der zweite die fr gewerbliche Einknfte. Ihnen htte ich sogar zugetraut, gewerbliche Einknfte anzunehmen.

Gru

beinstrong
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GungS
Gast





BeitragVerfasst am: 26.11.04, 20:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ach, wute nicht, da es eine Vorschrift gibt, die eine 'kleine Summe' automatisch steuerfrei belt...

BMF und BFH besagen zweifellos, da es keine unbesteuerten Leistungen gibt. Vielleicht hilft dir auch das Studium der vorangegangenen BFH-Entscheidungen.

Du kannst natrlich bei deiner Auffassung bleiben (Meinungsfreiheit), aber sie zeugt von einem (echt krassen) Miverstndnis (Tipke wrdig...).

Zum X-ten Mal fhrt der BFH aus, da eine sonstige Leistung i.n.S. u.a. jedes Tun ist, das Gegenstand eines entgeltlichen Vertrages sein kann und das eine Gegenleistung auslst. Die Rder aufziehen ist fr mich ein Tun (probiere es mal, dann merkste, was das fr eine Arbeit ist). Lasse das mal bei einer Werkstatt machen, dann wirst du auch erkennen, da es Gegenstand eines entgeltlichen Dienstleistungsvertrages sein kann (abstrakt). Und die ausgelste Gegenleistung (konkret) ist das Abendessen.

Der BFH hat ausdrcklich ausgesprochen, da er an dem Moment 'um des Entgelts willen' nicht mehr festhlt und damit zurck zu der Definition kommt, die der GrS bereits in seinen Anfangstagen zugrundegelegt hat (Negierung des Synallagmas).

Selbstverstndlich mssen die allgemeinen Voraussetzungen des 2 gegeben sein. Dabei ist u.a. die Einkunftserzielungsabsicht zu nennen (vgl. zu der Problematik - eigentlich ist es ja keine - bei privaten Veruerungsgeschften 'Second-Hand').

Klar ist wohl auch, da die Nachbarin eine Essenseinladung auch aus Zuneigung aussprechen kann und diese nicht unbedingt Gegenleistung fr das Aufziehen sein mu. Erfolgt die Einladung aber - wie ich es schrieb - (gerade deswegen), handelt es sich selbstverstndlich um sonstige Einknfte.

Wenn du da wirklich Verstndnisprobleme hast, wrde ich nochmals einen Methodikkurs besuchen.

GungS
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Gast






BeitragVerfasst am: 26.11.04, 20:45    Titel: Re: Steuerhinterziehung oder legales Vorgehen? Antworten mit Zitat

Ja, Euch kriegen sie schon noch ...

Marko hat folgendes geschrieben::
Hallo, ich bin Vorstand in einem gemeinntzigen Tennisverein. Wir beschftigen Trainer die pro Stunde 20 Euro erhalten. Die Ausbildungsgebhr fr die Trainerstunden zahlen die Mitglieder an den Verein, der Tennistrainer stellt einmal monatlich eine Gesamtrechnung an den Verein, die dieser dann begleicht. Jetzt hat ein Mitglied Forderungen an den Tennistrainer die nichts mit den Trainerstunden zu tun haben. Die beiden (Trainer und Mitglied) haben jetzt ausgemacht, dass die offenen Forderungen ber die Trainerstunden abgearbeitet werden,d.h. das Mitglied zahlt 6 Monate keine Ausbildungsgebhr, der Trainer stellt ber diese erteilten Stunden keine Rechnung die der Verein dann natrlich auch nicht begleichen muss. Ich habe gegen dieses Vorgehen Veto eingelt, da ich glaube dass es sich hierbei um ein steuerrechtlich bedenkliches Vorgehen handelt (ist in meine Augen so eine Art Geldwsche). Kann mir jemand Auskunft geben ob meine Bedenken berechtigt sind? Vielen Dank.
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Gast






BeitragVerfasst am: 27.11.04, 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

GungS hat folgendes geschrieben::
Ach, wute nicht, da es eine Vorschrift gibt, die eine 'kleine Summe' automatisch steuerfrei belt...


Es geht nicht um groe oder kleine Betrge, es geht um wirtschaftliches Handeln. Ein Blick in die stndige Rechtsprechung zeigt den Grundsatz, dass "nicht jede Einnahme die durch eine Ttigkeit ausgelst wir, auch zu Einknften gem. 22 Nr. 3 EStG fhrt". Dies setzt eben eine wirtschaftliche Erwerbsttigkeit voraus. Und die ist hier nicht gegeben. Wenn es nach Ihnen ginge, dann mte auch das Kind, das der Oma vom 4. Stock die Tasche hochtrgt und dafr eine Tafel Schokolade bekommt, diese versteuern (Es gibt ja auch Kinder, die smtliche Grund- und sonstigen Freibetrge ausgeschpft haben).

Zitat:
Wenn du da wirklich Verstndnisprobleme hast, wrde ich nochmals einen Methodikkurs besuchen
.

Wenn ich Verstndnisprobleme habe, dann wrden Sie nochmals einen Methodikkurs besuchen? Hmmm...
Ansonsten ein typischer GungS-Satz. Wenn Ihre Postings wenigstens immer so fundiert wren, wie sie vor berheblichkeit triefen. Aber dann htten Sie letztere ja wohl gar nicht ntig.

Fr mich ist die Diskussion beendet.

Gru

beinstrong
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Gast






BeitragVerfasst am: 27.11.04, 17:47    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ja, Euch kriegen sie schon noch ...


Na aber mindestens einen davon sollten sie schon lngst haben.

Liebe Gre an die Zivilrechtler in diesem Steuerforum.
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GungS
Gast





BeitragVerfasst am: 28.11.04, 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

Es geht nicht um groe oder kleine Betrge, es geht um wirtschaftliches Handeln. Ein Blick in die stndige Rechtsprechung zeigt den Grundsatz, dass "nicht jede Einnahme die durch eine Ttigkeit ausgelst wir, auch zu Einknften gem. 22 Nr. 3 EStG fhrt".

Gute Worte helfen anscheinend nicht und weitere sind berflssig. Ob du das Urteil nun akzeptierst oder nicht, es spricht fr sich.

Wenn es nach Ihnen ginge, dann mte auch das Kind, das der Oma vom 4. Stock die Tasche hochtrgt und dafr eine Tafel Schokolade bekommt, diese versteuern (Es gibt ja auch Kinder, die smtliche Grund- und sonstigen Freibetrge ausgeschpft haben).

Ohne Zweifel ja.
Wobei - ich wies im ersten Posting darauf hin - Freigrenzen gelten und diese hier dem Kind zugute kmen. Gerade wegen solcher Bagatellen, hat der Gesetzgeber die Freigrenze eingefhrt (empfehle Studium der BT-Drucksache).

Fr mich ist die Diskussion beendet.

Wenn du Hunger bekommst, wirst du deine Suppe schon essen.

GungS
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Gast






BeitragVerfasst am: 29.11.04, 09:00    Titel: Antworten mit Zitat

GungS hat folgendes geschrieben::
Wenn du Hunger bekommst, wirst du deine Suppe schon essen.


ach Herzchen...

Aber wenigstens geben Sie mir ja in einem Punkt Recht:

Zitat:
Wenn Ihre Postings wenigstens immer so fundiert wren, wie sie vor berheblichkeit triefen. Aber dann htten Sie letztere ja wohl gar nicht ntig
.

Gru

beinstrong
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Thodt
Interessierter


Anmeldungsdatum: 31.07.2005
Beitrge: 15

BeitragVerfasst am: 31.07.05, 21:02    Titel: Antworten mit Zitat

P.S. Geldwsche setzt immer eine Katlogstraftat voraus.
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