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Zwischenbericht zu einem Fall in diesem Forum

 
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mosaik
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Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beitrge: 1055
Wohnort: Anif

BeitragVerfasst am: 01.08.05, 11:48    Titel: Zwischenbericht zu einem Fall in diesem Forum Antworten mit Zitat

Lieber Surfer,

leider sind wir wieder einmal unangenehm aufgefallen, wegen unerlaubter Rechtsberatung. Da musste leider Nils schweren Herzens wieder einen Thread entfernen - es ging da um drei, die verreisen und einer musste stornieren.

Aber ich denke, Nils, das drfen wir hier den Surfern schon mitteilen, dass die Informationen in den Antworten dem Betroffenen weiter geholfen hatten. Sprich, er kam zu dem Ergebnis, das er sich wnschte (und das seinem geuerten Rechtsempfinden entsprach).

Schade ist nur, dass die deutsche Rechslage hier in Foren so rigid ist - anders als bei uns in sterreich. Denn ich denke, vielen bliebe vieles erspart, wenn sie auf die Erfahrungen bzw. Tipps in einem Forum zurck greifen knnten. Wie ich schon mehrmals ausdrckte: so wie ich, so wie sich Nils irren knnen oder sagen wir, nur eine Seite der rechtlichen Lage vielleicht bercksichtigen, so kann das natrlich auch einem rechtlich befugten Fachmann/frau (im Sinne der erlaubten Rechtsberatung) geschehen.

Was ich auch immer wieder lustig finde, ist, dass sich fast alle rechtlichen Grundlagen, Texte, Verordnungen, Bestimmungen, ja sogar Gerichtsentscheidungen im Internet finden lassen oder in Buchform kuflich sind - nur wenn man es als "nicht Befugter" zitiert erwhnt oder darauf hinweist, man sich in der BRD strafbar macht...

Nun ja, Nils und ich, wir knnen damit und bei Fragen findet Ihr ja auch unsere Emailadressen (...da darf ich ja dann alles verschicken und schreiben...).

Weiterhin also - bei Fragen - nicht auf die Forenregeln! vergessen!

Gru
Peter
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nce
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beitrge: 963
Wohnort: Halle/Saale

BeitragVerfasst am: 01.08.05, 17:32    Titel: Re: Zwischenbericht zu einem Fall in diesem Forum Antworten mit Zitat

Hallo Peter, danke fr den Beitrag, er ist eine Gelegenheit, dieses wichtige Thema mal wieder mit einem eigenen Thread zu wrdigen.

Also - @alle:

mosaik hat folgendes geschrieben::
Aber ich denke, Nils, das drfen wir hier den Surfern schon mitteilen, dass die Informationen in den Antworten dem Betroffenen weiter geholfen hatten. Sprich, er kam zu dem Ergebnis, das er sich wnschte (und das seinem geuerten Rechtsempfinden entsprach).


Eins muss ich allerdings festhalten: Ich habe den fraglichen Thread erst spt zur Kenntnis genommen - ob er im Sinne des RBerG o.k. war oder nicht, vermag ich auch nicht abschlieend einzuschtzen. Allerdings wollen wir da zu einer "abschlieenden Einschtzung" auch gar nicht kommen. Das FDR zieht die Grenze eindeutig frher, deshalb habe ich ihn gelscht.

mosaik hat folgendes geschrieben::
Schade ist nur, dass die deutsche Rechslage hier in Foren so rigid ist - anders als bei uns in sterreich. Denn ich denke, vielen bliebe vieles erspart, wenn sie auf die Erfahrungen bzw. Tipps in einem Forum zurck greifen knnten. Wie ich schon mehrmals ausdrckte: so wie ich, so wie sich Nils irren knnen oder sagen wir, nur eine Seite der rechtlichen Lage vielleicht bercksichtigen, so kann das natrlich auch einem rechtlich befugten Fachmann/frau (im Sinne der erlaubten Rechtsberatung) geschehen.


Jau, ber das RBerG kann und sollte man auch fleiig streiten. Im Rahmen eines Internetforums ist es allerdings nicht ganz sinnlos, immer wieder darauf hinzuweisen, dass die Beurteilung eines konkreten Problems auch sachlich vor groen Schwierigkeiten steht. Ist doch auch klar: Ein "Laie" schildert sein Problem eben so wie ers versteht, und ein anderer - sei es "Laie" oder "Fachmann" - gibt seine Einschtzung nur auf dieser Informationsgrundlage. Das ist oft von Anfang an mehr als drftig ... Ich persnlich wrde mich in meinen Angelegenheiten nicht davon leiten lassen.

Auch deshalb, nicht nur wegen der rechtlichen Schranken, wollen wir hier im FDR ber theoretische Rechtsprobleme diskutieren, Hintergrnde erlutern und Verstndnis fr das Recht wecken - diese Diskussion mag von konkreten "Fllen" ausgehen, darf aber keine Beratung werden.

mosaik hat folgendes geschrieben::
Nun ja, Nils und ich, wir knnen damit und bei Fragen findet Ihr ja auch unsere Emailadressen (...da darf ich ja dann alles verschicken und schreiben...).


Das bitte ich dringend zu unterlassen! Natrlich kann ich niemandem verbieten, Mails zu schreiben, aber klar ist: das FDR fordert Euch eindeutig auf, die hier zur Verfgung gestellten Kontaktmglichkeiten nicht zur Umgehung geltender Gesetze zu benutzen.

mosaik hat folgendes geschrieben::
Weiterhin also - bei Fragen - nicht auf die Forenregeln! vergessen!


... und die findet Ihr hier.
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Susanne
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Anmeldungsdatum: 18.10.2004
Beitrge: 2078
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 10.08.05, 17:48    Titel: Antworten mit Zitat

So nett dieses Gesetz auch fr die Anwlte sein sollte, mchte ich einmal darauf hinweisen, dass es sich hier um ein altes Nazi-Gesetz handelt.
Dieses Gesetz wurde eingefhrt, damit die Juden das fr sie auferlegte Berufsverbot nicht umgehen konnten.
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Gre
Susanne


Das Gute gehrt in die Mitte sprach der Teufel und setzte sich zwischen die Anwlte [Shakespeare (Heinrich IV, 6. Akt)]
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Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beitrge: 6312
Wohnort: Mein Krbchen.

BeitragVerfasst am: 10.08.05, 18:05    Titel: Antworten mit Zitat

Susanne hat folgendes geschrieben::
So nett dieses Gesetz auch fr die Anwlte sein sollte, mchte ich einmal darauf hinweisen, dass es sich hier um ein altes Nazi-Gesetz handelt.
Dieses Gesetz wurde eingefhrt, damit die Juden das fr sie auferlegte Berufsverbot nicht umgehen konnten.


Was nach umfassender "Entnazifizierung" sich nicht mehr im Gesetz wiederfindet. Etwas in Verbindung zu bringen mit dem Nationalsozialismus mag ja in polituschen Kampagnen sinnvoll sein um Stimmung zu machen, aber in einer Sachdiskussion um Sinn und Zweck eines Gesetzes hat es nichts verloren.

Plaktatives weiteres Beispiel: Die Nazis haben auch die Autobahnen in Deutschland eingefhrt. Das ist auch kein Argument in der Diskussion um die Sachdinelichkeit von Autobahnen. Und wohlgemerkt - es sagt auch nicht umgekehrt aus, dass Autobahnen damit "gut" sind.
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Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.
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Susanne
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Anmeldungsdatum: 18.10.2004
Beitrge: 2078
Wohnort: Kln

BeitragVerfasst am: 10.08.05, 19:15    Titel: Antworten mit Zitat

Das htte wohl zur Folge haben mssen, dass es das gesamte Gesetz nicht mehr gibt. Also wohl hier eine weniger gelungene Entnazifizierung....
Was hat sterreich denn da richtig gemacht?
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Susanne


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mosaik
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Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beitrge: 1055
Wohnort: Anif

BeitragVerfasst am: 11.08.05, 11:15    Titel: Antworten mit Zitat

Susanne hat folgendes geschrieben::
Was hat sterreich denn da richtig gemacht?


...dass wir - ausnahmsweise - etwas einfacher mit dieser Sache umgehen...

Und ich persnlich sehe die Weitergabe von "Wissen" (Erfahrungen, persnliche Kenntnisse, Erlebtes...) eigentlich als nichts Verbotenes. Dass der gewerbsmssige Verkauf solcher Informationen verboten wre, das wre auch fr mich verstndlich.

Aber - und da kann ich mir leider nicht helfen - es ist schon pervers, dass einer, der mit hoher Wahrscheinlichkeit die richtige Antwort weiss, sie nicht oder nur sehr versteckt mitteilen darf....

Ich sehe es im Grunde als Armutszeugnis dieses Berufsstandes, der sich an solche Gesetze klammert. Denn wer gut ist, hat so und so seine Kunden, oder nicht?

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Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beitrge: 6312
Wohnort: Mein Krbchen.

BeitragVerfasst am: 11.08.05, 12:51    Titel: Antworten mit Zitat

Susanne hat folgendes geschrieben::

Das htte wohl zur Folge haben mssen, dass es das gesamte Gesetz nicht mehr gibt. Also wohl hier eine weniger gelungene Entnazifizierung....


Hallo Susanne, das ist leider unsachlich. Die Funktion "Diskriminierung der Juden" wurde vllig aus dem Gesetz getilgt.

Allerdings bestand Bedarf nach einer Regelung bzgl .der rechtsberatenden Ttigkeit. diese gibt es fr ungeheuer viele Berufe oder ttigkeiten in Dt. und in vielen weiteren Lndern der Welt. Ob man dann das entnazifizierte Grundgerst des RBerG verwendet hat oder das gleiche neu formuliert htte, ist aus Sachperspektive egal.
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Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beitrge: 6312
Wohnort: Mein Krbchen.

BeitragVerfasst am: 11.08.05, 13:22    Titel: Antworten mit Zitat

mosaik hat folgendes geschrieben::


Ich sehe es im Grunde als Armutszeugnis dieses Berufsstandes, der sich an solche Gesetze klammert. Denn wer gut ist, hat so und so seine Kunden, oder nicht?


Das ist schlicht unsachliche Rhetorik, Mosaik.

Man kann - wie gesagt - darber diskutieren, wie man die genaue Ausgestaltung der Regelung der beruflichen/nachhaltigen Rechtsberatung vornimmt. Das sollte man dann auch gern tun.

Der generelle Grundgedanke, dass nicht jedermann dies tun darf, findet sich aber in (fast - ich bin mir nicht bei allen sicher) allen Rechtsordnungen der westlichen Demokratien.

Nun ist schon das Argument "Das drfen nur Anwlte" vllig falsch. Das Rechtsberatungsgesetz lsst Rechtsberatung und rechtsrelevante Ttigkeit durch diverse andere Berufe und Interessentrger zu.

Zum anderen geht es auch - auch das wird freilich stets kleingeredet - nicht um die Vermittlung abstrakten rechtlichen Wissens und Erfahrungen. Sondern allein um das "Lsen und Beraten" konkreter Flle.

Ist das sinnvoll? Interessanterweise sind diejenigen, die "dagegen" sind, meist in der Sache unerfahren und gleichzeitig auffallend inkompetent bei der Befhigung zur Sachlichen Untersuchung der Folgen.

Ich fasse es aber nun kurz: Es gibt eine Vielzahl beruflicher Ttigkeiten, bei welchen der Staat ein Grundma an Qualitt dieser Ttigkeiten als besonders wichtig einstuft. Hierzu ordnet er an, dass nur Trger einer bestimmten staatlich anerkannten Qualifikation diese Ttigkeit vornehmen dften. Und das bedeutet umgekehrt: Wer dies nicht erfllt, ist draussen.

Seien es Midiziner, Apotheker, Architekten, Handwerksmeister/Gleichgestellte..etc.

Mein Lieblingsbeispiel: Tierrzte!. Was knnen die schon kaputt machen? Im schlimmsten Fall stirbt ein Tir halt qualvoll. Das knnte man doch jeden Laien machen lassen. Denn wer so gut ist, zu dem kommen auch Kunden.

Aber gerade letzterer Satz zeigt die geradezu dmmliche Naivitt und Ignoranz, die hier in geistloser Befangenheit vertreten wird: Fr den "Normalbrger" - heute wrde man wohl "Verbraucher" sagen - gibt es beim Besuch derartiger Experten keine Routine wie beim Kauf von Frischgemse. Die Anzahl der Abfrage derartiger Dienstleistungen beschrnkt sich auf einige wenige Male im Leben. Gleichzeitig ist nahzu jeder Fall sehr individuell und der Verbraucher kann gar nicht einschtzen wie "leicht" oder "schwer" er ist. Dann ist es aber statistisch in der Mehrzahl der Flle schlicht unmglich, aus seiner Erfahrung heraus zu Beurteilen, was "Qualitt" nun ist und was der Unterschied in der Qualifikation des Betreffenden ausmacht.

Und ja, deshalb gibt es derartige staatlichen Verbote.

Und nein, ich finde das RBerG in seiner konkreten Form durchaus diskussionswrdig. Nur habe ich es aufgegeben, ernzunehmende Diskussionen mit Laien zu fhren, da im Regelfall eine perspektivische Voreingenommenheit herrscht, die eine sachliche Prognose von Funktion und Folgen des RBerG i.d.R. gnzlich ignoriert.
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mosaik
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Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beitrge: 1055
Wohnort: Anif

BeitragVerfasst am: 12.08.05, 07:35    Titel: Antworten mit Zitat

questionable content hat folgendes geschrieben::
Interessanterweise sind diejenigen, die "dagegen" sind, meist in der Sache unerfahren und gleichzeitig auffallend inkompetent bei der Befhigung zur Sachlichen Untersuchung der Folgen..


...ein versteckter Seitenhieb an mich?...

questionable content hat folgendes geschrieben::
r generelle Grundgedanke, dass nicht jedermann dies tun darf, findet sich aber in (fast - ich bin mir nicht bei allen sicher) allen Rechtsordnungen der westlichen Demokratien. .


Ich anerkenne sehr wohl den Unterschied zwischen etwas gewerblich zu machen und dafr Geld zu verlangen und einer reinen ...ich erzhle Euch etwas... Deinen berlegungen nach drfte ich nie in Deutschland ein Buch auf den Markt bringen, in dem ich ber Reiserecht schreiben. Sehr wohl aber in sterreich. Ein deutscher Staatsbrger wrde sich gar strafbar machen, wenn er auf deutschem Boden ein Buch lse, dass er in sterreich rechtskonform erworben htte?

Das Beispiel mit dem Tierarzt passt sehr gut: auch ich bin deiner Meinung, dass nur ausgebildete Tierrzte an Tiere drfen. Allerdings - was spricht dagegen, wenn nun beispielsweise hier im Forum jemand seine Erfahrungen mit einer Krankheit seines Hundes schildern wrde und angibt, dieses und jenes htte geholfen?

Jeder, der sich in, wie du richtig schreibst, demokratischen Lndern, Informationen aneignet, sei es im Fernsehen, Zeitung oder vom Freund, ist dann doch wohl selbst verantwortlich, ob er diese umsetzt oder doch lieber zu einem Fachmann geht. Oder wre es dir dann lieber, dass er ohne wenn und aber nur das machen darf, was er gegen Bezahlung bei einem Fachmann erfhrt ? --> Diktatorische Grundanstze?

Vielleicht noch das Beispiel Reisen buchen zu erwhnen: was wre, wenn die Reisebranche alle Internetbuchungen gerichtlich untersagen wrde - mangels ausreichender Beratung? Wre wohl eine Katastrophe und "Eingriff in die persnliche Freiheit"?

Ich sehe daher meine geuerten Bedenken nicht als unsachlich, sondern aus der Sicht eines freien Menschens - eben in einem anderen demokratischen Land lebend.

Aber um dir auch das Gefhl des Verstehens zu vermitteln: bis zum EU-Beitritt von sterreich war das Reisebrogewerbe in sterreich konzessionspflichtig. Auch ich musste eine Prfung bei der Landesregierung ablegen und anschlieend eine Konzession beantragen. Nur mit dieser durfte ich dann mein Reisebro betreiben. In Deutschland war es aber nur anmeldepflichtig beim Gewerbeamt.

Als nun die EU kam, durften zwar Deutsche in sterreich zu den in Deutschland vorgeschriebenen Bedingungen ein Reisebro aufmachen - nur beim Gewerbeamt anmelden - die sterreicher hingegen mussten noch einige Jahre weiterhin die Konzessionsprfung nachweisen. Aus Schutz vor falscher Ausbung... Heute brauchen wir hier auch keine Prfung mehr - jedermann, jederfrau kann ein Reisebro aufmachen - habe ich deswegen Angst, dass jetzt ein Guru in einem Forum schreibt, er wre der Reisegott persnlich? Nein - weil jedermann kann ja gerne seine Tipps umsetzen - das Ergebnis wird ausschlaggebend sein, ob Oberguru weiterhin Zulauf erhlt oder nicht.

Und schlielich - wir beide werden auch wohl das Gesetz weder kippen noch verschrfen knnen - wir mssen es eh hinnehmen wie es ist. Arm an der Sache ist nur der Nils, der stndig lesen muss...

Gru
Peter
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mosaik
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Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beitrge: 1055
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BeitragVerfasst am: 12.08.05, 07:42    Titel: Antworten mit Zitat

noch was: in einem deutschen Nachrichtenmagazin ist vor zwei Jahren ein Beitrag ber Reiserecht erschienen. Man hat mich darin zitiert als Experte aus sterreich. Bisher habe ich keine Anzeige wegen unerlaubter Rechtsberatung in einem deutschen Magazin erhalten...

Gru
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beitrge: 963
Wohnort: Halle/Saale

BeitragVerfasst am: 12.08.05, 08:45    Titel: Antworten mit Zitat

mosaik hat folgendes geschrieben::
questionable content hat folgendes geschrieben::
Interessanterweise sind diejenigen, die "dagegen" sind, meist in der Sache unerfahren und gleichzeitig auffallend inkompetent bei der Befhigung zur Sachlichen Untersuchung der Folgen..


...ein versteckter Seitenhieb an mich?...


Glaube ich persnlich nicht, eher ein Stoseufzer aus langer Teilnahme am FDR.

mosaik hat folgendes geschrieben::
Deinen berlegungen nach drfte ich nie in Deutschland ein Buch auf den Markt bringen, in dem ich ber Reiserecht schreiben.

...

in einem deutschen Nachrichtenmagazin ist vor zwei Jahren ein Beitrag ber Reiserecht erschienen. Man hat mich darin zitiert als Experte aus sterreich. Bisher habe ich keine Anzeige wegen unerlaubter Rechtsberatung in einem deutschen Magazin erhalten...


Nein, das ist berhaupt nicht gemeint und hat questionable content auch nicht behauptet - sondern die individuelle Rechtsberatung ist das Problem, im Einzelfall. Auch ist es meiner Auffassung nach unproblematisch, wenn jemand singulr seine Erfahrungen aus einem hnlich gelagerten Fall schildert - auch mit dem Ziel, dem Fragesteller weiterzuhelfen. Und sowieso die journalistische Darstellung von Themen wie dem Reiserecht - da vermischst Du gerade ein bisschen die Dinge.

Es lsst sich an Deinem Beispiel als einem Experten und Nicht-Anwalt sehr gut erklren - solange Du Hintergrnde erluterst, besteht in aller Regel kein Problem mit dem RBerG. Wenn Du aber im Einzelfall konkrete Einschtzungen triffst in der Form "Du hast konkret die folgenden Ansprche", "jetzt musst Du dies und jenes so und so tun, um folgendes zu erreichen", und wenn Du das dann auch noch regelmig tust, dann ist das schon problematisch. Genau da fngt das an, wovor das RBerG schtzen will: Dass ein unbedarfter Leser eben nicht in Rechnung stellt, dass Deine fundiert und schlssig vorgetragene Einschtzung lckenhaft oder falsch sein kann - was in einem Internetforum immer sein kann, und bei fehlender juristischer Qualifikation noch mehr. Da geht es ja z.B. nicht nur um Deine Kenntnisse im Reiserecht, sondern ggf. auch um Wissen aus anderen Rechtsbereichen.

Aber ich sehe fr dieses Forum im FDR keine groen praktischen Probleme. In meinen Augen funktioniert es ganz gut. Und sowieso will auf Deine Expertise hier niemand verzichten Winken

Ich freue mich, dass dieser Aspekt diskutiert wird.
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Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beitrge: 6312
Wohnort: Mein Krbchen.

BeitragVerfasst am: 12.08.05, 09:22    Titel: Antworten mit Zitat

mosaik hat folgendes geschrieben::
questionable content hat folgendes geschrieben::
Interessanterweise sind diejenigen, die "dagegen" sind, meist in der Sache unerfahren und gleichzeitig auffallend inkompetent bei der Befhigung zur Sachlichen Untersuchung der Folgen..


...ein versteckter Seitenhieb an mich?...


Nein Peter.

mosaik hat folgendes geschrieben::

Ich anerkenne sehr wohl den Unterschied zwischen etwas gewerblich zu machen und dafr Geld zu verlangen und einer reinen ...ich erzhle Euch etwas... Deinen berlegungen nach drfte ich nie in Deutschland ein Buch auf den Markt bringen, in dem ich ber Reiserecht schreiben.


Nein. Bcher knnen naturgem nur abstrakte Rechtsinformationen enthalten. Das ist in Dt. wie in sterreich erlaubt.

mosaik hat folgendes geschrieben::

Ein deutscher Staatsbrger wrde sich gar strafbar machen, wenn er auf deutschem Boden ein Buch lse, dass er in sterreich rechtskonform erworben htte?


Nein. Auch die reinen Entgegenahme von rechtswidriger Rechtsberatung ist sanktionslos. Allenfalls die Aufforderung dazu wre eine OWi. WENN also ein Buch eine verbotene Rb. wre (was es nicht ist), dann wre der Kauf und das LEsen immer noch erlaubt.

mosaik hat folgendes geschrieben::

Das Beispiel mit dem Tierarzt passt sehr gut: auch ich bin deiner Meinung, dass nur ausgebildete Tierrzte an Tiere drfen. Allerdings - was spricht dagegen, wenn nun beispielsweise hier im Forum jemand seine Erfahrungen mit einer Krankheit seines Hundes schildern wrde und angibt, dieses und jenes htte geholfen?


Dann werden Sie anfangen mssen, exakt zu definieren, wo die "Beratung" oder beim Tierarzt wohl die "Behandlung" anfngt. Da Recht in weit grerem Mae eine Informationsdienstleistung ist, solte klar sein, dass auch noch eher als bei einem Tierarzt in einem Forum der Punkt der Rechtswidrigkeit erreicht werden kann.

mosaik hat folgendes geschrieben::

Jeder, der sich in..., Informationen aneignet ist dann doch wohl selbst verantwortlich, ob er diese umsetzt oder doch lieber zu einem Fachmann geht.


Mir ist durchaus klar, dass "Freiheitsrhetorik" unter Betonung der Eigenverantwortlichkeit hier politisch opportun erscheinen mag. Es trifft aber nicht in hinreichendem Mae die Realitt. Aus abstrakter - statistischer - Perspektive reagiert der Mensch in existentiellen Situationen und solchen der Hilflosigkeit nicht rational. Das kann er in der Regel nicht einmal wenn er wollte, da ihm zu viel Wissen und ERfahrung fehlt, um die Situation auch nur ansatzweise einzuschtzen.

Und das ist der Kern der Angelegenheit: Bei Auftreten einer Rechtsstreitigkeit driftet der Normalbrger - wie z.B. auch bei Auftreten einer Krankheit - in eine Situation der HILFLOSIGKEIT. Und in dieser ist er nun einmal besonders anfllig und reagiert emotional.

Und fr den Staat ist nicht die Ausbung von Freiheit inakzeptabel, sondern die Folgen - die massive potentielle Selbstschdigung und die Erschtterung des Vertrauens in die Rechtsordnung durch gesteigerte Mengen an Fehl- und Desinformation.

bersetzt: Man darf bei einem eigenen Rechtsproblem machen was man will. Aber Personen ohne hinreichende staatlich anerkannte Qualifikation drfen sich in dieser Notsituation nicht ohne weiteres als Helfer aufspielen. Nicht einmal wenn es nur "gut gemeint" ist. Denn "gut gemeint" ist oft das glatte Gegenteil von "gut gemacht".

mosaik hat folgendes geschrieben::

Aber um dir auch das Gefhl des Verstehens zu vermitteln: bis zum EU-Beitritt von sterreich war das Reisebrogewerbe in sterreich konzessionspflichtig.


Ja. Schon das zeigt, dass man selbst bei wenniger essentiellen oder komplexen Ttigkeiten schon von Staatsseite Sicherheitserwgungen fr wichtig halten kann und darf.

Die Qualitt von Rechtsberatung ist allerdings noch ein ganzes Stck essentieller fr einen Rechtsstaat der in seinen Anwlten eben nicht einmal nur Dienstleister allein sieht, sondern eben Organe der Rechtspflege zur Verwirklichung seiner Rechtsordnung.
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mosaik
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Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beitrge: 1055
Wohnort: Anif

BeitragVerfasst am: 12.08.05, 10:34    Titel: Antworten mit Zitat

danke @questionable content fr deine Infos! Mir gefllt deine Art sehr gut, Diskussionspunkte zu erlutern - ich verstehe natrlich mit meinem "Rechts"-Geist sehr wohl was gemeint.

Eine allerletzte Bemerkung zu @Nils letzten Worten: ein private kann oder kann auch nicht die richtige Antwort geben - klar; aber auch Fachleute knnen falsche Ausknfte geben (nicht nur jetzt auf Anwlte bezogen) - natrlich: dann haften sie auch... aber welch mhsamer Weg ist es dann fr den Kunden, den Nachweis dafr zu erbringen und sein "Recht" von einem "Fachmann" Entschdigung zu erhalten?

Konkrete selbst erlebte Beispiele haben mir gezeigt, dass "fremde" Information oft - nicht immer - besser waren. Als ich beispielsweise meine Firma liquiderte, murkste mein Anwalt um viel Geld ohne Erfolg herum. Mein Steuerberater riet mir zum Gericht/Firmenbuch zu gehen, eine eidestattliche Erklrung abzugeben, eine einmonatige Einspruchsfrist abzuwarten - und die Firma war liquidiert. Ohne Kosten. Anwaltshaftung fr nicht zielfhrende Ausknfte?...

Und da gibt es noch andere Beispiele - dies nur als Hintergrundinfo, weshalb ich vielleicht auch mal sehr "agressiv" zu diesem Thema Stellung beziehe.

Nun schn, wir haben wieder ein groes und interesssantes "Stck" Info erarbeitet.
Danke auch fr alle wirklich guten Antworten

Euer
Peter
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