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Verkauf von in der Schwangerschaft nicht zulssigen Medikame

 
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balanceo
Interessierter


Anmeldungsdatum: 20.09.2005
Beitrge: 5

BeitragVerfasst am: 20.09.05, 10:12    Titel: Verkauf von in der Schwangerschaft nicht zulssigen Medikame Antworten mit Zitat

Hallo,

ich war vor einiger Zeit beim Arzt und unmittelbar danach - mit grnem Rezept von ihm und einem Medikamentennamen, der nur auf einem Notizzettel stand - in der Apotheke.
Zu dem Zeitpunkt war ich in der 34. Schwangerschaftswoche (Ende 8. Monat), also schon deutlich sichtbar schwanger. Ich habe die dort erhaltenen Medikamente mit nach Hause genommen und war nach der Lektre der Beipackzettel ziemlich entsetzt, diese berhaupt mitbekommen zu haben. Ich habe sie dann selbstverstndlich nicht eingenommen und wollte sie vier Tage spter in der Apotheke zurckgeben, wo die dort Anwesenden sich jedoch trotz meiner Erluterung geweigert haben, die versiegelten Produkte zurckzunehmen und mir den Kaufpreis zu erstatten.
Es handelte sich um Hustensaft (stand auf dem grnen Rezept), Originaltext Beipackzettel - Warnhinweis: "Ein gesundheitliches Risiko besteht u.a. bei Leberkranken, Alkoholkranken, Epileptikern, Hirngeschdigten, Schwangeren und Kindern."
Das andere Produkt war ein Hustentee (stand nur auf dem Notizzettel, wobei das dort vermerkte Produkt nicht mehr erhltlich war und die Apothekerin nach telefonischer Rcksprache mit dem Arzt mir einen anderen Tee ausgehndigt hat. Originaltext Beipackzettel - Vorsichtsmanahmen fr die Anwendung und Warnhinweise: "Zur Anwendung dieses Arzneimittels in Schwangeschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter 12 Jahren liegen keine ausreichenen Untersuchungen vor. Aus diesem Grund sollte X in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie von Schulkindern im Alter von 6-12 Jahren nicht eingenommen werden."
Die Dame, die die Rcknahme der Medikamente verweigert hat berief sich auf die Verschreibung durch den Arzt, meinte ich solle mich an ihn wenden. Das wollte ich jedoch nicht, da ich so schon mit der Behandlung dort unzufrieden war. Ist nicht die Apotheke auch trotz Rezept in der Pflicht, einen zumindest auf diese Warnhinweise hinzuweisen? Dann htte ich die Medikamente gar nicht erst gekauft!

Vielen Dank im Voraus
und viele Gre
Barbara
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Letofred
Interessierter


Anmeldungsdatum: 10.01.2006
Beitrge: 12

BeitragVerfasst am: 10.01.06, 23:11    Titel: Re: Verkauf von in der Schwangerschaft nicht zulssigen Medi Antworten mit Zitat

balanceo hat folgendes geschrieben::
"Zur Anwendung dieses Arzneimittels in Schwangeschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter 12 Jahren liegen keine ausreichenen Untersuchungen vor. Aus diesem Grund sollte X in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie von Schulkindern im Alter von 6-12 Jahren nicht eingenommen werden."


Diesen Satz liet man viel zu oft. Eine juristische Hintertr des haftenden Herstellers, wenn er sich rechtlich absichern will und keine gezielten Untersuchungen zur (vergleichsweise) kleinen und schlecht validierbaren Patientengruppe "Schwangere und Stillende" durchgefhrt hat.
Besonders bei pflanzlichen Prparaten existieren jahrhunderte- oder jahrzehntelange Erfahrungen, jedoch kein "wissenschaftlicher" Bericht.

Im Falle des Hustentees wrde ich dies fr unbedenklich halten (meist: Schleimbildner wie Salbei oder Thymian oder therische le u..)
Bei dem Pflanzlichen Arzneimittel ist ohne Angabe der Zusammensetzung keine so einfache Aburteilung der Gebrauchsinformationen mglich.
Im Zweifelsfall sollte daher eine Schwangere auch immer Ihren Arzt befragen. Dieser haftet fr seine Verordnung, da er aber auch den Gesundheitszustand der Patientin am besten kennt. Daher ist es ihm auch mglich gewisse Nebenwirkungen, welche in der Packungsbeilage aufgefhrt sind auszuschlieen. Auch mu er das Auftreten von Nebenwirkungen in Kauf nehmen, wenn durch die Nichtanwendung eines Arzneimittels grere Gesundheitsgefahren fr Mutter und Kind drohen.

Leider sieht auch unsere Gesundheitsministerin die die Sache etwas Zwiespltig: Whrend Arzneimittel mit greren unerwnschten Wirkungen (verschreibungspflichtige) weiterhin erstattungsfhig sind, knnen Arzneimittel mit besonders geringem Nebenwirkungspotential (freiverkufliche) nicht oder nur in begrenztem Umfang zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Eine folgenschwere Entscheidung die 1914 in der RVO (Reichsversicherungsordnung) nie so gewollt war.

Leider sind die Einschnitte im Gesundheitswesen in den letzten Jahren sehr zu Lasten der Qualitt gegangen. Mein Tip: Suchen Sie sich einen Arzt, dem Sie vertrauen und einen Apotheker der Sie bert!

Mit freundlichem Gru,

Apotheker
A. Strmpel
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Letofred
Interessierter


Anmeldungsdatum: 10.01.2006
Beitrge: 12

BeitragVerfasst am: 10.01.06, 23:26    Titel: Re: Verkauf von in der Schwangerschaft nicht zulssigen Medi Antworten mit Zitat

balanceo hat folgendes geschrieben::
Ich habe sie dann selbstverstndlich nicht eingenommen und wollte sie vier Tage spter in der Apotheke zurckgeben, wo die dort Anwesenden sich jedoch trotz meiner Erluterung geweigert haben, die versiegelten Produkte zurckzunehmen und mir den Kaufpreis zu erstatten.


Was diesen Punkt angeht, hat sich die Mitarbeiterin zumindest juristisch korret verhalten.
Ein Arzneimittel, welches die Apothekenbetriebsrume verlt darf nicht mehr von der Apotheke zurckgenommen werden (im Sinne von wiederverwendet werden). Zur Rcknahme als Alt-Arzneimittel zum Zwecke der Entsorgung wre Sie verpflichtet, ohne natrlich die Kosten erstatten zu mssen.
Eine Rckerstattung des Kaufpreises steht Ihnen nach meinem Kenntnissstand nur zu, wenn die Mitarbeiterin ihnen eine Falsch-Information gegeben htte (z.B auf Ihre Frage, ob das Arzneimittel gnzlich unbedenklich in der Schwangerschaft anwendbar ist).
Doch selbst in diesem Fall kann sich die Mitarbeiterin darauf berufen, das die Anwendung durch den Arzt (trotz der Distanzierung des Herstellers) legitimiert wurde.
Dies ist nur eine juristische Hin-und-Her-Schieberei der Haftungspflicht.

Wie bereits erwhnt blieben uns wenig Handlungsmglichkeiten fr Schwangere ohne die pflanzlichen Heilmittel. Gerade bei Erkltungskrankheiten stellen Sie eine sinnvolle Alternative zur "Chemie" dar und sind in weitem Mae unbedenklich anzuwenden.
Fr eine eingehende Beratung finden Sie sicher einen engagierten Apotheker (in Ihrem Fall emfehle ich Ihnen speziell nach einem/er Apotheker/-in zu verlangen) in Ihrer Nhe oder knnen sich auch gern von mir beraten lassen.

Die besten Wnsche fr Ihre Gesundheit und Ihr Kind,
Apotheker
A. Strmpel
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Mary-Anne
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 20.09.2005
Beitrge: 562

BeitragVerfasst am: 15.01.06, 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hier ein Beratungstelefon fr Schwangere, die sich nicht sicher sind, welche Medikamente in der SS genommen werden drfen:

http://www.bbges.de/content/index95ba.html

PS Ich hoffe, Links sind hier in diesem Forum erlaubt?
_________________
Liebe Gre
Mary-Anne
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