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Antrag auf Parteivernehmung

 
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Charon-
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 12.07.2006
Beitrge: 130

BeitragVerfasst am: 04.01.07, 21:31    Titel: Antrag auf Parteivernehmung Antworten mit Zitat

Hallo,

ich brte ber folgender Konstellation:

A wird Unfallflucht nach Berhrung mit einem parkenden Wagen vorgeworfen, Schden bei 800 .

Als Zeugen gibt es B, Beifahrer von A, und Zeuge Z, die aus einem anliegenden Haus den Unfall beobachtet hat (Z ist nicht Unfallgegner).

A und B haben bereinstimmend ausgesagt, dass es keine Berhrung der Pkw gegeben hat und die im Raum stehende Beschdigung bereits vorhanden war.

Z behauptet, den Unfall beobachtet zu haben.

Das entsprechende Straf- und das folgende Bugeldverfahren wird aus Mangel an Beweisen eingestellt, es werden zwar Fotos von beiden Wagen angefertigt, aber keine Gutachter damit betraut.

Die Versicherung von A lehnt die Regulierung des Schadens ab, da A nach dortiger Ansicht nicht Schadensverursacher ist.

Nach ca. einem Jahr (A hat seinen Wagen inzwischen nach Einstellung der bisherigen Verfahren verkauft) ergeht nun Zivilklage, wo nunmehr also die Aussagen von B und Z gegenberstehen und weitere belastbare Beweise nicht zur Verfgung stehen.

Meine Frage:

1.) Wird in diesem Zusammenhang die Einstellung der vorherigen Verfahren als
Entlastungsbeweis gewrdigt?
2.) Kann A der Verkauf des Wagens angelastet werden?
3.) Werden nur die Zeugenaussagen gewertet
4.) Knnte angesichts der dnnen Beweislage auf beiden Seiten ein Antrag auf
Parteivernehmung des A nach 448 bzw. vllt. auch 447 ZPO erfolgen?

Kennt vielleicht jemand Urteile zu dem Thema?

Vielen Dank im Voraus
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stgtklaus
Account gesperrt


Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beitrge: 2745

BeitragVerfasst am: 05.01.07, 09:26    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
1.) Wird in diesem Zusammenhang die Einstellung der vorherigen Verfahren als
Entlastungsbeweis gewrdigt?

Nein es gab ja kein Verfahren bei dem die Unschuld rauskam, es war nur zuviel Arbeit weiter zu ermittelm

Zitat:
2.) Kann A der Verkauf des Wagens angelastet werden?

Nein

Zitat:
3.) Werden nur die Zeugenaussagen gewertet

Je nach dem wie glaubwrdig die Zeugen sind

Zitat:
4.) Knnte angesichts der dnnen Beweislage auf beiden Seiten ein Antrag auf
Parteivernehmung des A nach 448 bzw. vllt. auch 447 ZPO erfolgen?


In einem Zivilprozess werden Sie kaum auch noch als Zeuge vernommen. Was Sie sagen werden Sie ja wohl im Schriftsatz melden.

Das ganze wird so laufen das der Richter Ihren Zeugen in der Luft zerreissen wird. Falls dieser dann nicht nachgibt wird der Klger mit den teuren Gutachterkosten bedoht. Dann bietet man einen Vergleich an in der Hoffnung das einer nachgibt.

A sollte das Vorgehen mit Versicherung absprechen das ist eh deren Bier

Klaus
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Alle Antworten beziehen sich auf einen fiktiven Fall.
Auch wenn das anders klingen sollte. Das ist keine Rechtberatung - davon htte ich keine Ahnung.
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Vormundschaftsrichter
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 03.01.2005
Beitrge: 2473
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 05.01.07, 10:49    Titel: Antworten mit Zitat

Die Antworten von stgt sind doch arg ungenau (um es hflich zu sagen), deshalb folgende Anmerkungen:
stgtklaus hat folgendes geschrieben::
Zitat:
1.) Wird in diesem Zusammenhang die Einstellung der vorherigen Verfahren als
Entlastungsbeweis gewrdigt?

Nein es gab ja kein Verfahren bei dem die Unschuld rauskam, es war nur zuviel Arbeit weiter zu ermittelm

Auch wenn die Unschuld rausgekommen wre, wrde das Strafverfahren im Zivilprozess nicht als "Entlastungsbeweis" gewrdigt.

Zitat:
Zitat:
3.) Werden nur die Zeugenaussagen gewertet

Je nach dem wie glaubwrdig die Zeugen sind

Die Aussagen werden auch gewertet, wenn die Zeugen nicht glaubwrdig sind.

Zitat:
Zitat:
4.) Knnte angesichts der dnnen Beweislage auf beiden Seiten ein Antrag auf
Parteivernehmung des A nach 448 bzw. vllt. auch 447 ZPO erfolgen?


In einem Zivilprozess werden Sie kaum auch noch als Zeuge vernommen. Was Sie sagen werden Sie ja wohl im Schriftsatz melden.

Der TE fragte doch nach Parteivernehmung, und zwar deshalb, weil A natrlich nicht als Zeuge vernommen werden kann. Da auf beiden Seiten Zeugen vorhanden sind, wird eine Parteivernehmung wohl nicht erfolgen. I.d.R. werden die Parteien aber persnlich angehrt ( 141 ZPO). Dies ist zwar kein frmliches Beweismittel i.S.d. ZPO. Das Ergebnis der Anhrung kann aber in die Wrdigung der Zeugenaussagen mit einflieen.
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Gru
Vormundschaftsrichter


der stellvertretende nimmt seine nightstick und beginnt das Schlagen der daylights aus der Anwalt
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Charon-
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 12.07.2006
Beitrge: 130

BeitragVerfasst am: 05.01.07, 15:15    Titel: Antworten mit Zitat

Danke fr die Antworten, hatte mir sowas schon gedacht.

Allerdings htte ich noch eine Frage:

Was ist mit "der Richter wird Ihren Zeugen in der Luft zerreissen" gemeint? Und warum der Richter, wre das nicht Aufgabe der generischen Partei?
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Michael A. Schaffrath
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 15339
Wohnort: Rom

BeitragVerfasst am: 05.01.07, 18:21    Titel: Antworten mit Zitat

Charon- hat folgendes geschrieben::
Was ist mit "der Richter wird Ihren Zeugen in der Luft zerreissen" gemeint?


Wahrscheinlich meint er, da es recht wahrscheinlich ist, da dem neutralen Z eher geglaubt wird als dem Beifahrer B - entsprechend mte sich der B wohl darauf einstellen, besonders kritisch befragt zu werden.

Charon- hat folgendes geschrieben::
Und warum der Richter, wre das nicht Aufgabe der generischen Partei?


Nicht unbedingt. In den meisten Fllen bernimmt in DE das Gericht die ausgiebige Befragung der Zeugen (inkl. "Auseinandernehmen" von offensichtlich die Unwahrheit sagenden Zeugen) und nicht der Anwalt der Gegenpartei. Der kmmert sich nur um solche Dinge, an die das Gericht nicht mehr gedacht hat. Cool
In den USA ist das anders, dort ist das Gericht nur fr die Einhaltung der Form verantwortlich (also unzulssige Fragen abzublocken), whrend die eigentliche Befragung ("deposition") durch die Anwlte erfolgt.
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Metzing
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 29.01.2006
Beitrge: 8913
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 05.01.07, 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Nach ca. einem Jahr (A hat seinen Wagen inzwischen nach Einstellung der bisherigen Verfahren verkauft) ergeht nun Zivilklage, wo nunmehr also die Aussagen von B und Z gegenberstehen und weitere belastbare Beweise nicht zur Verfgung stehen.

Abschlieend wre noch darauf hinzuweisen, da der A aus dem Versicherungsverhltnis verpflichtet ist, die gerichtliche Inanspruchnahme ohne schuldhaftes Zgern seiner Haftpflichtversicherung mitzuteilen. Diese beauftragt dann regelmig ihrerseits einen RA damit, die Interessen ihres VN (die sich letztlich mit ihren decken) wahrzunehmen.

Beste Gre

Metzing
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stgtklaus
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Anmeldungsdatum: 29.10.2004
Beitrge: 2745

BeitragVerfasst am: 06.01.07, 10:50    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Charon- hat folgendes geschrieben::
Was ist mit "der Richter wird Ihren Zeugen in der Luft zerreissen" gemeint?

Wahrscheinlich meint er, da es recht wahrscheinlich ist, da dem neutralen Z eher geglaubt wird als dem Beifahrer B - entsprechend mte sich der B wohl darauf einstellen, besonders kritisch befragt zu werden.


Einer lgt doch offensichtlich. Da auf Falschaussage bse Strafen stehen wird man wohl genau nachfragen. Der unbekannte Passant hat ja kein eigenes Interesse zu lgen.

Klaus
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Charon-
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 12.07.2006
Beitrge: 130

BeitragVerfasst am: 06.01.07, 14:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hmm, und ich dachte, mir wollte man mit der Fallkonstellation in Form einer Beweislastfrage eine Falle stellen, aber wie ich sehe, ist es berhaupt kein Problem:

Z ist neutral, da B Beifahrer war, somit ist Z zunchst einmal glaubhafter als B.

Ich glaub, mein Prof haut mich, wenn ich mit der Argumentation ankomme. Immerhin knnte B auch ein weitlufiger Bekannter des A sein und Z Mitbewohnerin oder Familienmitglied des Geschdigten.

Aber immerhin, jetzt wei ich ja, wies in der Praxis laufen wrde. Aber danke nochmal fr die Einlassung zur Parteivernehmung.
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Michael A. Schaffrath
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beitrge: 15339
Wohnort: Rom

BeitragVerfasst am: 06.01.07, 21:55    Titel: Antworten mit Zitat

Charon- hat folgendes geschrieben::
somit ist Z zunchst einmal glaubhafter als B.


Nein. Wenn sich allerdings Zweifel an der Aussage des B ergeben, drften diese durch die Tatsache, da B mglicherweise ein Motiv fr eine Geflligkeitsaussage hat, durchaus bestrkt werden. Ein pauschales "X ist kein so glaubwrdiger Zeuge, weil er Verwandter/Freund/etc. der Partei ist" gibt es hingegen nicht - ansonsten knnte man Nichtfremde als Zeugen immer vergessen.

Charon- hat folgendes geschrieben::
Immerhin knnte B auch ein weitlufiger Bekannter des A sein und Z Mitbewohnerin oder Familienmitglied des Geschdigten.


In der Theorie geht immer viel. B knnte auch ein Anhalter sein und mit A gar nichts zu tun haben. Zweifel an der Neutralitt des Z mte aber der A plausibel machen...
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Charon-
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Anmeldungsdatum: 12.07.2006
Beitrge: 130

BeitragVerfasst am: 06.01.07, 23:44    Titel: Antworten mit Zitat

Also, nach Rcksprache stellt sich der Bezug zu den Zeugen so dar:

Sowohl B als auch Z sind Nachbarn der entsprechenden Parteien.

Kein Ausweg also ber eine Geflligkeitsaussage, oder?

Ich bin langsam etwas am Verzweifeln, lsst sich der Sachverhalt berhaupt anders als durch Vergleich auflsen?
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