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KZ und Guantanamo
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carn
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 15.02.2006
Beitrge: 2872

BeitragVerfasst am: 05.12.07, 05:44    Titel: Antworten mit Zitat

syn hat folgendes geschrieben::
carn hat folgendes geschrieben::
Meiner Ansicht nach kein KZ, da nur versucht wird Leute zu inhaftieren...


Knnen Sie mir kurz erklren, was Sie mit "versucht" meinen.

Die heutigen Verfahrensweisen sind ja nicht erfunden worden, um Staatsanwaelte zu aergern, sondern weil es zur Minimierung der Zahl der unschuldig Verurteilten noetig ist.
Da die Amis bei Guantanamo eben auf moderne Verfahren der Schuldfindung/Gefaehrdungseinschaetzung verzichten ist es eigentlich sicher, dass sie auch Leute inhaftieren/inhaftiert haben, die weder Al Quiada oder Taliban Mitglied sind noch sonstwie gekaempft haben oder beabsichtigen zu kaempfen.
Und deswegen waere die Aussage "Die Amis sperren nur Leute ein, die kaempfen, Anschlaege verueben, die Absicht fuer beides haben oder Alquida/taliban angehoeriger sind" faktisch falsch, denn sie sperren ja ziemlich sicher auch andere ein. Da sie solche Leute aber nicht einsperren wollen(weswegen sie auch viele wieder freigelassen haben, leider sind dann einige freigelassenen dann gleich wieder nach Afghanistan, um fuer einen Gottesstaat zu kaempfen), ist die Aussage "Die Amis versuchen nur Leute einzusperren, die ..." richtig.
syn hat folgendes geschrieben::

carn hat folgendes geschrieben::
Aus diesem Grund greifen sie uaf die Mehtode von vor vielleicht 100 Jahren zurueck, hatte der Verdaechtige die Moeglichkeit, passt seine Biografie(=ist er ein "boeser") und gibt es keine Gegenbeweise, dann ist er schuldig.
Nachdem die USA aber bei Prozessen mit Oeffentlichen Interesse nicht sicher stellen koennen, dass die Gerichte so verfahren(bei irgendwelchen farbigen Verdaechtigen mag das in einigen Gegenden noch gehen, wenn die Oeffentlichkeit nicht hinschaut), wird diese Gerichtsarbeit eben provisorisch von den Geheimdiesnten erledigt.(Wie das z.b. der Geheimdienst von Israel seit Jahrzehnten praktiziert.)


Und das finden Sie o. k. Geschockt


Das ist natuerlich nicht in Ordnung.
Aber es ist genauso wenig in Ordnung jemanden, der bei einem Gefecht verletzt wurde und moeglicherweise ein feidlicher Kaempfer ist, gesund zu pflegen und ihn anschliessend wegen zu duenner beweislage laufen zu lassen, nur um ihn dann wenige Wochen spaeter "zufaelligerweise" wieder nach einem Gefecht, in dem mehrere US-Soldaten und afghanische Polizisten getoetet wurden, verletzt aufzufinden, wieder in der Gewissheit, dass man keinen echten Beweis hat, dass er daran beteiligt war. Oder noch schlimmer, man muss herausfinden, dass er sich, neben ein paar US-Soldaten in die Luft sprengt, waehrend diese von Kindern um Geld oder Suessigkeiten angebettelt werden.

Fuer moch ist nicht eindeutig was moralisch oder auch juristisch die saubere Loesung waere, denn ein Rechtsstaat darf weder das eine noch das andere zu lassen/machen.

syn hat folgendes geschrieben::

carn hat folgendes geschrieben::
Meiner Ansicht nach die beste Methode die Amis von einem anderen Verhalten zu ueberzeugen, waere ihnen eine Alternative aufzuzeigen, bei denen sie nicht zu viele Feinde wieder laufen lassen muessen, die aber etwas rechtstaatlicher ist.


Etwas rechtstaatlicher? Frage

Gru
syn

ein wesentlicher Kernaspekt eines Rechtsstaates ist in meinen Augen, dass er nicht nur versucht moeglichst keine Unschuldigen einzusperren, aber trotzdem so viele Schuldige, dass die kriminalitaet ausreichend eingedaemmt wird, sondern dass er das auch groestenteils tatsaechlich schafft.
Und dass was ich im wesentlichen an Guantanamo problemtisch finde ist nicht so sehr die drastisch eingeschraenkten Rechte, sondern dass diese Einschraenkungen(man hat ja unter anderem kein faires Gerichtsverfahren) dazu fuehren, dass viele Unschuldige eingesperrt und dann noch nur schlechte Moeglichkeiten haben, ihre Unschuld zu beweisen.
Deswegen waere das wichtigste an Guantanmo die Unschuldigen/Schuldigen quote zu verringern.

Was mich nur wenig juckt, sind die, die tatsaechlich schuldig sind und unter diesen Umstaenden eingesperrt werden. Aufgrund des gesunden Menschenverstandes sollte man wissen, dass wenn man in einem Kriegsgebiet kriminell aktiv ist, einer versteckt operierenden Terrorgruppe angehoert oder sich als Kaempfer versucht zwischen Zivilisten zu verstecken, dass man dann nicht sofort seinen Anwalt anrufen darf und in 24 Stunden einem Richter vorgefuehrt wird, wenn man erwischt wird - also ganz einfach selbst schuld, aufhoeren zu jammern, damit haette man rechnen muesse.

Und wenn man wie Bin Laden schwoert so viele amerikanische Zivilisten wie moeglich zu toeten und seinem Schwur schon in ein paar tausend Faellen gerecht geworden ist, dann ist man auch selbst schuld, wenn die Amis bis an oder ueber die Grenze der Folter gehen, um sicherzustellen, dass man ihnen alles ueber aktuelle und zukuenftige Massenmordplaene veraet.
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carn
FDR-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 15.02.2006
Beitrge: 2872

BeitragVerfasst am: 05.12.07, 05:50    Titel: Antworten mit Zitat

Andreas Httig hat folgendes geschrieben::
Hm, ich hab mir mal eine Definition (wikip.) von Rechtsstaat durchgelesen:
Zitat:
Ein Rechtsstaat ist ein Staat, in dem die ffentliche Gewalt an eine in ihren Grundzgen unabnderliche und im Ganzen auf Dauer angelegte objektive Wert- und Rechtsordnung gebunden ist. Im Gegensatz zum absolutistischen Staat wird die Macht des Staates umfassend durch Gesetze determiniert, um die Brger vor Willkr zu schtzen (formeller Rechtsstaatsbegriff). Ein Rechtsstaat moderner Prgung ist darber hinaus auf die Herstellung und Erhaltung eines materiell gerechten Zustands gerichtet (materieller Rechtsstaatsbegriff). Objektive Wertentscheidungen haben anders als subjektive Rechte des Einzelnen die Funktion einer Begrenzung der Gesetzgebung durch festgeschriebene Prinzipien.

Meiner Meinung nach widerspricht Guantanamo dem in keinster Weise, da die Gesetze und die ffentliche Gewalt nur auf den "Brger" bezogen werden. Rechte und Pflichten der Gesetze des Rechtsstaates gelten also nur fr die Brger. Und die Leute in Guantanamo sind ja nunmal keine Amis (oder sind da auch Amis?).

Die Wertordnung moederner Staaten beinhaltet aber im allgemeinen auch, dass alle Menschen, nicht nur Buerger, gewisse Rechte haben. Deswegen muss ein Rechtstaat, soweit wie moeglich, auch Nicht-Buerger mit denen er zu tun hat, richtig behandeln.
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