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Cross Ticketing Verbot

 
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Susi23
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Anmeldungsdatum: 02.08.2007
Beitrge: 661

BeitragVerfasst am: 23.06.08, 13:20    Titel: Cross Ticketing Verbot Antworten mit Zitat

Es gibt inzwischen einige Urteile zum sog. Cross Ticketing.

Zitat:
Cross-Ticketing rechtswidrig - Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gewinnt Muster-Verfahren gegen British Airways
AGB verbraucherfeindlich

19.12.2007 - Ein Rckflugticket behlt seine Gltigkeit, wenn der Hinflug aus persnlichen Grnden nicht in Anspruch genommen wird. Mit diesem Urteil gegen die Fluggesellschaft British Airways hat das Landgericht Frankfurt am Main ein wichtiges Signal gegen die gngige Praxis der Fluggesellschaften des sogenannten Cross-Ticketing gesetzt. Damit gewinnt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in erster Instanz eines seiner Musterverfahren gegen diese verbraucherfeindliche Geschftsbedingung. Ein weiteres Verfahren ist gegen die Lufthansa anhngig.

Was bedeutet Cross-Ticketing? In den allgemeinen Geschftsbedingungen der Fluggesellschaften heit es sinngem, dass Flugtickets ihre Gltigkeit verlieren, wenn sie nicht in der im Flugschein angegebenen Reihenfolge genutzt werden. Dies hat in der Praxis zur Folge, dass ein gebuchter und bezahlter Rckflug verfllt, wenn der Hinflug zum Beispiel wegen Krankheit nicht wahrgenommen werden kann. Diese Klausel in den allgemeinen Geschftsbedingungen ist, nach der heutigen Entscheidung, unzulssig.

Nicht nur British Airways und Lufthansa verwenden diese Klausel. hnliche Klauseln werden unter anderem auch von Air France, Austrian Airlines und Spanair verwendet. In insgesamt 15 Fllen hat der vzbv Abmahnungen ausgesprochen, die Verfahren jedoch bis zur Entscheidung der Verfahren gegen British Airways und Lufthansa zurckgestellt.

Die Verfahren zur Unterbindung des Cross-Ticketing sind Teil einer umfassenden Offensive des vzbv gegen die in der Flugbranche weit verbreiteten verbraucherunfreundlichen Geschftsbedingungen und irrefhrenden Preiswerbungen. Untersttzung erhielt der vzbv jngst von der Europischen Kommission, die einen Vorsto angekndigt hat, der Fluggesellschaften zur Werbung mit Endpreisen verpflichten soll.

(Urteil LG Frankfurt a.M. vom 14.12.07, Az: 2-2 O 243/07)


Kann man diese Rechtsprechung auf "NICHT-Verbraucher" bertragen ? Z.B. eine Firma bucht die Flge fr Mitarbeiter.
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AntoniaW
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Anmeldungsdatum: 01.03.2008
Beitrge: 173

BeitragVerfasst am: 23.06.08, 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

Interessante Frage. Im Verhltnis Reisegast - Fluggesellschaft ist man ja immernoch Kunde. Auch der Sitzplatz wird von einer natrlichen Person und eben gerade keiner juristischen besetzt.
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Susi23
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Anmeldungsdatum: 02.08.2007
Beitrge: 661

BeitragVerfasst am: 24.06.08, 05:35    Titel: Antworten mit Zitat

Das AG Frankfurt hat es auch fr "Nicht Verbraucher" als unzulssig erklrt.

http://www.reise-weblog.de/50226711/fluggesellschaft_darf_rackflug_nicht_stornieren.php
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mosaik
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Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beitrge: 1055
Wohnort: Anif

BeitragVerfasst am: 25.06.08, 12:24    Titel: Antworten mit Zitat

Zumindest in sterreich ist nach dem Konsumentenschutzgesetz auch ein Unternehmen Verbraucher und fllt daher unter verschiedene Regeln im Reiserecht.

Mir ist zitiertes Urteil ebenfalls bekannt.

Es ist aber weiterhin gngige Praxis, dass Fluglinien Cross-Ticketing bei nicht bentzten Hinflgen die Rckflge automatisch stornieren.

Ich persnlich neige trotz des richterlichen Urteils dazu, dass die Fluggesellschaften im Recht sind. Denn jedes Unternehmen kann fr seine Produkte Verkaufsregeln aufstellen. Akzeptiert nun ein Kunde eine bestimmte Regel und erhlt dafr auch das Produkt gnstiger, so kann er sich nicht darauf berufen, dass es beispielsweise der Fluggesellschaft egal sein kann, welchen der Flge er nun wirklich abfliegt (Vergleich: ein Drei-Gang-Men und man isst nur den letzten Gang).

Aber der gerne zitierte Menvergleich hinkt meines Erachtens eben: htte der Wirt VOR Bestellung NACHWEISLICH ausgemacht, er serviert die Hauptspeise erst nachdem der Gast die Suppe vollstndig aufgegessen hat, und die Nachspeise erst nach der tatschlich verzehrten Hauptspeise, so wre es dem Kunden freigestellt, ob er berhaupt dieses "Angebot" annehmen will.

Beim Flug: Hintergrund sind ja die verschiedenen Bedingungen fr solche meist ja gnstige Hin- und Rckflge: sie mssen sptetstens 7, 14 oder 21 Tage vor Abflug gebucht und bezahlt werden, meist kann man nicht oder nur gegen Gebhr umbuchen oder stornieren, sie sind nur in begrenzter Zahl buchbar, man muss die Flge in der gebuchten Reihenfolge abfliegen, sonst verfallen eben alle weiteren gebuchten Flugsegemente u. a.

das wei alles der Konsument - wieso also bricht ein Konsument wissentlich einen Vertrag und verklagt dann noch jene Partei, die nichts Unrechtes gemacht hat?

Natrlich ist der Hintergrund von Cross-Ticketing jedem bekannt: bucht man am Tag X einen Hin- und Rckflug, so ist dieser Tarif samt Steuern oftmals wesentlich teurer, als wenn man den Hinflug zum gewnschten Ort am Tag X bucht, allerdings einen Rckflug erst Tage spter und ein zweites Ticket, das schon Tage davor eigentlich hin geflogen werden msste und der Rckflug aber eben am Tag X wre. So verfllt beim 1. Ticket der Rckflug und beim 2. Ticket der Hinflug. Und eben beide Tickets kommen in Summe billiger als eines.

Und dabei umgeht man eine Bedingung der Fluglinie, mit der man sich eigentlich einverstanden erklrt hatte. Man htte ja auch teurer zu erlaubten Konditionen buchen knnen.

Dies also ist der Streitpunkt und ich bin wirklich gespannt, wer hier letzten Endes Recht behalten wird.

Behlt der Konsument recht, mssen unweigerlich diese billigen Tarife verschwinden und Fliegen wird um einen weiteren Schritt teurer.

Meint
Peter
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