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Fluglinienstreik - Umbuchen vorgeschrieben?

 
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Gammaflyer
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Anmeldungsdatum: 06.10.2004
Beitrge: 8793

BeitragVerfasst am: 27.07.08, 08:37    Titel: Fluglinienstreik - Umbuchen vorgeschrieben? Antworten mit Zitat

Der Streik der groen deutschen Fluglinie wirft Fragen auf:

Soweit ich wei, gilt Streik laut EU-Verordnung als hhrere Gewalt. Ergo Umbuchung auf andere Flge bei Tickets, die diese Mglichkeiten eigentlich nicht bieten, ist eine Frage der Kulanz der Airline. Diese wird ja auch zugesichert.

Jetzt habe ich in einer FAQ-Liste einer Nachrichtenseite gelesen, dass die Airlines verpflichtet seien, die Kunden bei einem Streik auch auf andere Airlines mit freien Kapazitten umzubuchen.

Kann mir jemand dafr eine Grundlage nennen?
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Dass Laien am Rechtsverkehr teilnehmen ist zwar rgerlich aber eben unvermeidbar. spraadhans (cave: Ironie)
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Risus
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Anmeldungsdatum: 25.04.2006
Beitrge: 1167
Wohnort: Dsseldorf reloaded

BeitragVerfasst am: 27.07.08, 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gamma,
ich hab das auch gelesen und war anfangs erst mal verunsichert, was nun eingentlich stimmt.

So wie ich es inzwischen verstehe, ist ein Streik nicht automatisch "hhere Gewalt", sondern nur dann, wenn er fr die Airline pltzlich und unvorhersehbar eingetreten ist, also z.B. nicht angekndigt wurde.

Deshalb kann ich mich auch in der jngeren Geschichte an keine einzige Arbeitskampfmassnahme in der Luftfahrtbranche erinnern, die nicht laut und deutlich von den Gewerkschaften vorher verkndet worden wre.
Es darf spekuliert werden, ob die frhzeitige Ansage nur aus Rcksicht auf die Passagiere erfolgt ist oder nicht auch um sicherzustellen, dass der AG mit der Massnahme berhaupt getroffen wird und sich nicht hinter "hhere Gewalt" zurckziehen kann...

Grundlage drfte Artikel 14 der VO (EG) Nr. 261/2004 sein:
Zitat:
(14) Wie nach dem bereinkommen von Montreal sollten die Verpflichtungen fr ausfhrende Luftfahrtunternehmen in den Fllen beschrnkt oder ausgeschlossen sein, in denen ein Vorkommnis auf auergewhnliche Umstnde zurckgeht, die sich auch dann nicht htten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Manahmen ergriffen worden wren.

Ein Streik hebt ja die vertraglich vereinbarte Befrderungspflicht nicht per se auf, sondern nur, wenn es keine andere Chance auf Befrderung gegeben hat.
Ist der Streik angekndigt, dann hat die Airline geeigneten Ersatz zu beschaffen, um die vertraglich weiterhin geschuldete Leistung zu erbringen.

Ob das durch Ausleihe von Fremdpersonal oder gleich durch Umbuchung auf andere Airlines erfolgt, bleibt unerheblich.

Mit dem deutlichen Hinweis , dass "alle zumutbaren Massnahmen ergriffen werden mssen", kann keine Airline mehr seinen Angestellten Hungerlhne bezahlen oder schlechte Arbeitsbedingungen bieten (berstunden von Piloten) und dann bei einem vorhersehbaren Arbeitskampf sagen "Hhere Gewalt, knnen wir nichts dafr..."

Siehe auch AG Frankfurt am Main, Urteil vom 09.05.2006, Az. 31 C 2820/05

Grsse
Risus
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Der Trick dabei ist, den Fallstricken aus dem Weg zu gehen, die Chancen zu ergreifen. Und bis 6 Uhr wieder zuhause zu sein.
[ Woody Allen ]
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Gammaflyer
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Anmeldungsdatum: 06.10.2004
Beitrge: 8793

BeitragVerfasst am: 27.07.08, 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Mal schauen.
Morgen frh bin ich schlauer. Lachen
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Risus
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Anmeldungsdatum: 25.04.2006
Beitrge: 1167
Wohnort: Dsseldorf reloaded

BeitragVerfasst am: 27.07.08, 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

Na dann viel Erfolg!

Aber lass Dich nicht auf diese Maschine umbuchen.

Mr. Green

Risus
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Gammaflyer
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Anmeldungsdatum: 06.10.2004
Beitrge: 8793

BeitragVerfasst am: 02.08.08, 11:04    Titel: Antworten mit Zitat

Htt ich das Rad bis Rom genommen, wre ich wahrscheinlich jetzt noch nicht da.

Aber die Flge gingen und die einzigen Abstriche mussten beim Catering gemacht werden.
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