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Hotel Angebot - verpflichtend?

 
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ganascia528
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Anmeldungsdatum: 31.05.2005
Beitrge: 321

BeitragVerfasst am: 19.08.08, 11:48    Titel: Hotel Angebot - verpflichtend? Antworten mit Zitat

Hotel A bietet Gast G ein Zimmer an, mit der Bitte, schnellstmglich zu reservieren.
Leider ist A ein Fehler unterlaufen (es geht um eine Mindestmietzeit), den er bei der folgenden Buchung von G berichtigt (A lehnt aus diesem Grund die Buchung fr nur eine Nacht ab). Nach mehreren Mails ist klar, das G das Zimmer nur fr 1 Nacht haben mchte.
Daraufhin zieht Hotel A das Angebot wegen Irrtums zurck.
G droht nun und behauptet, das hier Paragraph 145 BGB greifen wrde, und ein Irrtum ausgeschlossen ist. G wei das, weil G Azubi zur Brokauffrau ist.

Andere Variante:
Das Zimmer wre in der Zwischenzeit anderweitig verkauft worden.

Ist das Angebot nun bindend oder nicht?

Gre
Claudia
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Anmeldungsdatum: 27.03.2006
Beitrge: 5309
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 19.08.08, 21:23    Titel: Re: Hotel Angebot - verpflichtend? Antworten mit Zitat

ganascia528 hat folgendes geschrieben::
Leider ist A ein Fehler unterlaufen (es geht um eine Mindestmietzeit), den er bei der folgenden Buchung von G berichtigt (A lehnt aus diesem Grund die Buchung fr nur eine Nacht ab). Nach mehreren Mails ist klar, das G das Zimmer nur fr 1 Nacht haben mchte.
Daraufhin zieht Hotel A das Angebot wegen Irrtums zurck.
Das Hotel war im Irrtum, dass das Zimmer nicht fr eine Nacht vermietet wird?? Das ist m.E. kein Anfechtungsgrund.

Aber folgendes ist interessant:
Zitat:
Hotel A bietet Gast G ein Zimmer an, mit der Bitte, schnellstmglich zu reservieren.
War das ein Angebot (Antrag)? Ein Angebot ist normalerweise konkret, also mit Festlegung auf die berlassungszeit, das Entgelt...
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Recht ist interessant, aber sehr umfangreich; bin kein Fachmann

"Wenn ich schon lge, dann am liebsten indem ich ausschlielich die Wahrheit sage."
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ganascia528
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Anmeldungsdatum: 31.05.2005
Beitrge: 321

BeitragVerfasst am: 20.08.08, 06:49    Titel: Antworten mit Zitat

Das Angebot sah so aus:
z.b. DZ fr x vom 11.12.-12.12.
Es wird KEINE Option angegeben, das Hotel arbeitet generell nicht mit Optionen.
"Bitte schnellstmglich reservieren, da es das letzte Zimmer ist....."

Gre
Claudia
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Anmeldungsdatum: 27.03.2006
Beitrge: 5309
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 20.08.08, 18:53    Titel: Antworten mit Zitat

Dann drfte G Recht haben. Wenn G dadurch gezwungen wird, ein vergleichbares Zimmer woanders teuerer zu haben, darf er die Differenz von A verlangen.
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ganascia528
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Anmeldungsdatum: 31.05.2005
Beitrge: 321

BeitragVerfasst am: 21.08.08, 08:56    Titel: Antworten mit Zitat

Wie kann das Hotel zuknftig solche Sachen verhindern?
Reicht es, in den AGBs zu schreiben, das die Angebote freibleibend sind und ggf. zurckgezogen werden?
Heit das, wenn ein Gast ein Angebot bekommt, mu das Hotel dieses wochenlang aufrechterhalten?

Gre
Claudia
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Anmeldungsdatum: 27.03.2006
Beitrge: 5309
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 21.08.08, 10:26    Titel: Antworten mit Zitat

ganascia528 hat folgendes geschrieben::
Reicht es, in den AGBs zu schreiben, das die Angebote freibleibend sind und ggf. zurckgezogen werden?
Je nachdem, wie diese AGB aussehen. Wenn diese Klausel deutlich sichtbar ist, dann ist sie zumindest nicht berraschend. Aber es knnte eine unangemessene Benachteiligung des Gastes sein: Er will ja sicher sein, zum gewnschten Zeitpunkt ein Zimmer zu haben, ohne hektisch suchen zu mssen. Aber im Einzelfall knnte das Hotel dem potenziellen Gast sagen: "Wir haben fr Sie zum Zeitpunkt X ein Zimmer fr Y Euro pro Nacht, aber evtl. wird das Zimmer doch besetzt sein." Dann liegt es am Gast, ob er sich darauf verlassen mchte Winken.
Fraglich ist auch, ob eine Vereinbarung berhaupt wirksam wre, welche fr das Hotel unverbindlich und fr den Gast verbindlich ist. Oder wre es fr das Hotel in Ordnung, wenn der Gast ein Zimmer z.B. eine Woche im Voraus reserviert, das Zimmer deswegen fr diese Zeit freigehalten wird und der Gast pltzlich am Vorabend des Eincheckens einen Rckzieher macht, ohne zahlen zu mssen?

ganascia528 hat folgendes geschrieben::
Heit das, wenn ein Gast ein Angebot bekommt, mu das Hotel dieses wochenlang aufrechterhalten?
Wenn das Hotel Wochen im Voraus ein Angebot gibt, m.E. ja. Aber das Hotel ist ja nicht gezwungen, ein Angebot abzugeben.
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ganascia528
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Anmeldungsdatum: 31.05.2005
Beitrge: 321

BeitragVerfasst am: 21.08.08, 12:35    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht habe ich gerade ein Brett vorm Kopf. Wie soll ein Hotel dann arbeiten?
Normalerweise sieht der Ablauf so aus:
1. 1 Gast schreibt (ruft an) eine Anfrage
2. Hotel macht ein Angebot mit Preis usw.
3. Der Gast bucht verbindlich (stornierung ist immer bis 48Std im Voraus kostenlos mglich)
4. Das Hotel schickt innerhalb einer Stunde eine verbindliche Buchungsbesttigung.

andere Variante
3. der Gast meldet sich nie wieder
oder
3. das Hotel verkauft das Zimmer andersweitig - danach mchte der Gast buchen

Wieso ist ein Angebot auf eine Anfrage (ohne Buchungsbesttigung) unendlich gltig?
Kann man z. B. reinschreiben unsere Angebot sind 2 Stunden gltig?

Gre
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Anmeldungsdatum: 27.03.2006
Beitrge: 5309
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 21.08.08, 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

ganascia528 hat folgendes geschrieben::
Wieso ist ein Angebot auf eine Anfrage (ohne Buchungsbesttigung) unendlich gltig?
Was heit denn "unendlich"?
Natrlich kann man ziemlich viel vereinbaren. Nur es muss/sollte mehr oder weniger ohne Benachteiligung einer Partei sein.
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nce
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beitrge: 963
Wohnort: Halle/Saale

BeitragVerfasst am: 21.08.08, 21:29    Titel: Antworten mit Zitat

ganascia528 hat folgendes geschrieben::

Normalerweise sieht der Ablauf so aus:
1. 1 Gast schreibt (ruft an) eine Anfrage
2. Hotel macht ein Angebot mit Preis usw.
3. Der Gast bucht verbindlich (stornierung ist immer bis 48Std im Voraus kostenlos mglich)
4. Das Hotel schickt innerhalb einer Stunde eine verbindliche Buchungsbesttigung.


Genau so luft es - und die allerallerallermeisten Winken Hotels stellen in ihren AGB (und auf ihren Buchungsformularen etc.) klar, dass der Vertrag erst mit Schritt 4 zustande kommt. Schritt 3 ist also die verbindliche Willenserklrung des Gastes, aus der mit der verbindlichen Willenserklrung des Hotels (Schritt 4, Buchungsbesttigung) ein Vertrag wird.

Fazit: Das Hotel kann sogar ohne einen Grund anzugeben die Buchung ablehnen. "Nein, ich will nicht" reicht, ob das mit einem Irrtum im Angebot zu tun hat oder damit, dass das Zimmer inzwischen schon vergeben werden konnte, ist ganz gleich.

Selbstverstndlich kann man es auch anders machen, in dem Sinne, dass das Hotel schon mit Schritt 2 eine verbindliche Willenserklrung abgibt. In diesem Fall wird man sinnvollerweise eine angemessene Frist angeben, innerhalb derer der Gast das Angebot annehmen muss, damit ein Vertrag zustande kommt. Wenn ich mir den normalen Hotelalltag aber so vorstelle, ist das wenig praktikabel Winken
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"Der Verwender von AGB muss sich nicht genauer ausdrcken als der Gesetzgeber." (AG Ludwigsburg 4 C 2111/06)
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Anmeldungsdatum: 27.03.2006
Beitrge: 5309
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 21.08.08, 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt habe ich's kapiert. Ich meinte eher, dass der Vertrag (angenommenes Angebot) "unendlich" bis zum jeweiligen Termin gltig ist. Aber sonst dachte ich, dass die Buchungsbesttigung lediglich eine Vertragsbeurkundung ist.
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