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recht.de :: Thema anzeigen - unangekndigter Test als Schikane. 2/3 der Schler Note 5+6
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unangekndigter Test als Schikane. 2/3 der Schler Note 5+6
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mitternacht
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Anmeldungsdatum: 22.05.2005
Beitrge: 6331
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 07.11.08, 18:18    Titel: Antworten mit Zitat

0Klaus hat folgendes geschrieben::
Hallo,

msste nicht ein Volljurist in der Lage sein, eine vllig fremde Rechtsvorschrift, die im Internet zu finden ist, in angemessener Zeit auszulegen und anzuwenden -
Sicher. Aber die Volljuristen verirren sich so selten ins Schulrecht.
_________________
mitternchtliche Gre.


Gott wei alles - Lehrer wissen alles besser. Teufel-Smilie

Bin kein Jurist: Wer mir glaubt, ist selber schuld.
Meine Damen und Herren, heute Abend sinkt fr Sie: das Niveau!
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Kurt Knitz
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Anmeldungsdatum: 16.10.2005
Beitrge: 1377
Wohnort: Baden-Wrttemberg

BeitragVerfasst am: 08.11.08, 20:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Caludia,

Zitat:
Der Lehrer erklrt, dass "er j e d e r z e i t einen Test schreiben lassen kann!"
Stimmt das?

Scheint so zu sein. Ein "Test" drfte wohl die in 45, Abs. (2) der bergreifenden Schulordnung RLP erwhnte "schriftliche Ausarbeitung zur bung und zur Sicherung der Ergebnisse einzelner Unterrichtsstunden" sein. Fr diese gelten nicht die Einschrnkungen wie fr Klassen- und Kursarbeiten, z.B. Ankndigung mindestens eine Woche vorher. Normalerweise sollten aber alle Tests zusammen nicht mehr zhlen als eine Klassenarbeit.

Zitat:
man nehme an, ein Lehrer rgert sich darber, dass die heutigen Gymnasial-Schler in Rheinland-Pfalz in der 8en Klasse zu passiv sind. Er bringt ein Arbeitsblatt in den Unterricht mit einem Thema, das vor 3 Monaten besprochen wurde und jetzt als Grundlage fr das aktuelle Unterrichtsthema gut wre.

Als er sich wieder rgert, verteilt er spontan die Zettel als TESTS und kommentiert mit strengem Ton "Na, da wollen wir mal sehen, was ihr so drauf habt!"
Nun ja. Auch ein Lehrer ist mal schlecht drauf und reagiert dann berschieend. Wem ist das nicht schon mal passiert?

Schne Gre
Kurt
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Die lnderspezifischen Schulgesetze und vieles mehr auf dem Deutschen Bildungsserver:
http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=552
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Snowflake
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Anmeldungsdatum: 04.10.2004
Beitrge: 840
Wohnort: Frankfurt a.M.

BeitragVerfasst am: 10.11.08, 10:47    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist jetzt kein juristischer Rat sondern einer aus Erfahrung:

rger mit einer Lehrkraft in einem solchen Zusammenhang:

Schritt 1: Sofort Eltern einbeziehen, egal in welcher Altersstufe die Schler sein mgen, selbst wenn sie dreimal volljhrig sind. Der Lehrer, von dem die Rede ist, hat bewiesen, wie ernst er euch nimmt.

Schritt 2: Ohne Gezacker direkt a) zur Schulleitung - geschlossen samt Eltern und b) gleichzeitig einen freundlichen Brief an das Schulamt mit Schilderung des Geschehenen und der hflichen Anfrage, ob man eventuell "vermittelnd" ttig werden knnte bzw. mit der Frage, welches Vorgehen vom Schulamt empfohlen wird...

Schritt 3: Die Schulleitung im Gesprch wissen lassen, dass man das Schulamt schon einmal vorbereitend informiert hat, falls ein vermittelndes Einschreiten ntig werden sollte.

Schritt 4: Auf keinerlei - wie auch immer gearteten - Kuhhndel ala "Gut, wir lassen das jetzt mal so stehen, wir versprechen Ihnen aber ganz ganz doll, dass die Noten nicht in die Endnote einflieen!" einlassen.
So hart es klingt: Alles, aber auch wirklich alles schriftlich geben lassen und sehr genau auf die Formulierung achten.


Wie gesagt - kein juristischer Rat. Man wrde dir vermutlich sogar davon abraten, das Schulamt anzugehen, weil das Protokoll eigentlich einen anderen Weg vorschreibt.. erst zum Fachbereichsleiter... dann zur Schulleitung... etc.

Aber auf dem "ordentlichen" Weg kommt man i.d.R. nicht weit, wenn man eben nicht bereit ist, bis vor Gericht zu gehen. Eure "Gegner" wissen viel zu genau wie sie solche Verfahren in den Rdchen der Brokratie zu Tode mahlen knnen. Die haben jahrelange Erfahrung darin.

P.S.:
Deshalb sollten Menschen, die nicht charakterfest sind, nicht in den Lehrberuf. Wer mit einer "mal schlechten Laune" ruckzuck die Zukunft anderer Menschen mageblich beeinflussen kann, der hat solche Launen schlichtweg nicht zu haben oder sich einen andren Beruf zu suchen.
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Nichts macht die Menschen so unvertrglich wie das Bewutsein, genug Geld fr einen guten Rechtsanwalt zu haben.
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Hafish
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Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beitrge: 1168

BeitragVerfasst am: 10.11.08, 11:11    Titel: Antworten mit Zitat

Also vielleicht bin ich der einzige, aber ich finde das Verhalten des Lehrers mehr als nur angebracht. Die Kinder sitzen da und vergessen bereits nach drei Monaten, wie sie eine Zeitform im Englischen bilden sollen? Und werden dann noch frech weil sie dafr ein mangelhaft bekommen? Ich denke auf einem Gymnasium ist es nicht zu viel verlangt, wenn man mehr als eine Prsens-Form berherrschen soll. Wie wollen die Kinderchen denn je Abitur machen?

Ich verstehe auerdem nicht, warum sich hier alle auf die darauf beziehen, wann das fragliche Arbeitsblatt ausgeteilt wurde und ob deshalb noch ein Test geschrieben werden darf.
Es geht ja hier nicht um spezielle Daten zu irgendwelchen Historischen Ereignissen. Es geht um das richtige Bilden der Verben! Diese Dinge sind mE Thema jeder Englischstunde und knnen somit immer berprft werden.

Ich hab 'damals' in der ersten Englischstunde ein Wort gerlernt und stellt euch vor, das wurde dann auch noch 3 Jahre spter abgefragt.

Ach ja:
Zitat:
j e d e r z e i t (damit ist seine Unterrichtszeit gemeint) Tests schreiben lassen und benoten kann. Wre das so richtig, dann stnden sehr viele Schler unter massivem Lern- und Angststress

Das ist einfach nur Unfug. Die Schler sollen ja gerade in der Schule was lernen, dafr haben wir vor langer Zeit die Schulpflicht eingefhrt. Wer nicht lernt, der soll halt "Angst" (auch wenn das Wort irgendwie nicht passt in dem Kontext) davor haben, eine schlechte Benotung zu bekommen. Wer lernt, der braucht keine Angst zu haben. Davon abgesehen muss man nicht mal so viel lernen. Wenn man nut halbwegs aufpasst im Unterricht und seine Hausaufgaben macht, der kann auch gute Noten kriegen. Das geht natrlich nicht, wenn man im Unterricht mit dem Handy rumsimst oder sich berlegt welchen TV-Sender man statt den Hausaufgaben einschaltet.
Und diese ganze "Angst"-Debatte wegen Schulnoten halte ich auch fr vllig berzogen. Ich habe immer mehr den Eindruck, dass Schler es als Schikane und Zumutung ansehen, sich auch auerhalb der Schulzeit noch mit Unterrichtsstoff beschftigen zu mssen. Von 8-14 Uhr ist fr die meisten schon zu viel Schule. Gemeinheit von den Erwachsenen dann auch noch zu verlangen, Hausaufgaben zu machen. Und wenn der Hund die dann mal gefressen hat, gibts auch noch einen "Strich"! Diese Einstellung der Kinder ist es, die die aktuelle Hauptschuldebatte verursacht.Ich schweife ab, aber dieses Thema bringt mich immer zum Kochen.


Zuletzt bearbeitet von Hafish am 10.11.08, 11:22, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Redfox
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Anmeldungsdatum: 31.10.2005
Beitrge: 8443
Wohnort: Am Meer

BeitragVerfasst am: 10.11.08, 11:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hafish hat folgendes geschrieben::
Also vielleicht bin ich der einzige, aber ich finde das Verhalten des Lehrers mehr als nur angebracht.


Es kommt aber nicht darauf an, was vielleicht angebracht ist, sondern erst einmal darauf, was berhaupt erlaubt ist.

Eine passende Ohrfeige des Lehrers fr den Schler mag angebracht sein, erlaubt ist sie aber selbst in Bayern nicht mehr.
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Toleranz sollte eigentlich nur eine vorbergehende Gesinnung sein: Sie mu zur Anerkennung fhren. Dulden heit beleidigen. (Goethe, Maximen und Reflexionen).
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Hafish
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Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beitrge: 1168

BeitragVerfasst am: 10.11.08, 11:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich rede nicht von Krperverletzung, sondern von Tests. Auch wenn das meiste in meinem Post sich auf die Situation von Schule im allgemeinen bezieht, ndert das nichts an meiner Aussage:
Zitat:
Es geht um das richtige Bilden der Verben! Diese Dinge sind mE Thema jeder Englischstunde und knnen somit immer berprft werden.
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Redfox
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Anmeldungsdatum: 31.10.2005
Beitrge: 8443
Wohnort: Am Meer

BeitragVerfasst am: 10.11.08, 11:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hafish hat folgendes geschrieben::
Ich rede nicht von Krperverletzung, sondern von Tests.


Auch die sind, wie wir oben lesen knnen, reglementiert.

Und krperliche Zchtigungen waren - Krperverletzung hin oder her - bis 1973 (in Bayern noch bis 1980) zulssig.
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Snowflake
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Anmeldungsdatum: 04.10.2004
Beitrge: 840
Wohnort: Frankfurt a.M.

BeitragVerfasst am: 10.11.08, 14:36    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist ein vor allen Dingen in Deutschland weit verbreitetes und mir weitlufig Gnsehaut machendes Phnomen, dass Erwachsene Menschen immer wieder regelrecht verstndnisvoll auf Willkr an Schulen reagieren.

Das fngt bei "ja gut, das entspricht jetzt nicht GENAU den Regel, aber..." an und endet in der tatschlichen Einschrnkung der Rechte von Schlern. Schule sticht Bund. Und ein Haufen Erwachsener steht applaudierend drum herum und kloppt Phrasen ala "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" und "Als Ich noch zur Schule ging, da hat der Lehrer noch zugeschlagen, wenn mans nicht konnte".

Richtig.
Und Frauen durften nicht whlen, Kinder durften von ihren Eltern krperlich gezchtigt werden und Abtreibung war illegal.

Na herzlichen Glckwunsch.
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mitternacht
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Anmeldungsdatum: 22.05.2005
Beitrge: 6331
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 10.11.08, 18:46    Titel: Antworten mit Zitat

Snowflake hat folgendes geschrieben::
und Abtreibung war illegal.
Immer noch, StGB 218 ist nicht gestrichen.
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Redfox
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Anmeldungsdatum: 31.10.2005
Beitrge: 8443
Wohnort: Am Meer

BeitragVerfasst am: 11.11.08, 09:34    Titel: Antworten mit Zitat

Snowflake hat folgendes geschrieben::
Kinder durften von ihren Eltern krperlich gezchtigt werden


Nicht nur die.

"Das 1794 erlassene Preuische Landrecht (ALR) gab dem Ehemann das 'Recht der migen Zchtigung' seiner Ehefrau. Es wurde 1812 per Edikt abgeschafft.

Nach dem bayerischen Codex Josephinus von 1758 bestand ebenfalls ein Zchtigungsrecht des Ehemanns. Dieses wurde seit Erlass des BGB von 1896 von den Gerichten nicht mehr angewendet, aber erst 1947 offiziell aufgehoben." --> http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCchtigungsrecht#Z.C3.BCchtigungsrecht_bei_Eheleuten
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0Klaus
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Anmeldungsdatum: 30.12.2004
Beitrge: 2595

BeitragVerfasst am: 11.11.08, 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

machen Sie mal in einem Lehrgang fr Erwachsene mit Durchschnittsbildung den Vorschlag von Hausaufgaben. Da kommt garantiert eine Welle der Ablehnung.

Ein Schler kann im Unterricht nicht immer alles erfassen. Vieles sind langweilige Fakten, die man nie mehr braucht. Oder knnen Sie jetzt herunterbeten, wann Goethe mit wem verheiratet war, wann er (mit Tag) gelebt hat oder welche Merkmale eine bestimmte Baumsorte hat oder wann genau die Konferenz von Sowieso geschichtlich war. Oder die Bildungsmerkmale, Signalwrter und Anwendungsbereiche von englischen Zeitformen vollumfnglich ansagen (das mag vielleicht noch gehen).

Ich denke auch, dass man Schule in gewisser Weise als Behrde begreifen sollte und auch dort das Rechtsstaatsprinzip anwenden sollte. Ein Beamter hat mal mutmalich 16 Euro zu wenig Fahrtkostenerstattung bekommen und ist deswegen bis zum Verwaltungsgericht gezogen. Dort wird das Rechtsstaatsprinzip hoch gelobt, bei Schlern, deren Noten und damit die Berufsaussichten nach unten gehen, hat der Lehrer immer recht.

Ich wrde fr Schler einen einfachen und kostengnstigen und vor allem schnellen Rechtsweg einrichten. Schulaufsichtsbehrden sollten durch fhige Juristen besetzt sein und Bewertungen auf eine Beschwerde der Schler berprfen. Wenn man das einige Zeit macht, nehmen Lehrer ihren Beurteilungsspielraum ernster.

Zu begren ist zumindest, dass ihr Bundesland wenigstens greifbare Vorschriften erlassen hat.
_________________
mfg
Klaus
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Mensch0
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Anmeldungsdatum: 04.11.2008
Beitrge: 39

BeitragVerfasst am: 12.11.08, 14:56    Titel: Antworten mit Zitat

Am besten nochmal persnlich beim Schulleiter nachfragen.

gru
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Anton Reiser
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Anmeldungsdatum: 15.11.2006
Beitrge: 359
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 17.11.08, 03:11    Titel: Antworten mit Zitat

Caludia schrieb:
Zitat:
Wenn ein Lehrer zu j e d e r Z e i t einen Test schreiben lassen kann, warum gibt es dann die Regelung mit der Hausaufgabenberprfung? Diese Regelung wre dann doch vllig berflssig!

Dem Gesetzgeber war eben lediglich wichtig, die Leistungsberprfung im Bereich "berprfung von Hausaufgaben", "schriftliche berprfungen" und "Klassenarbeiten" genauer zu normieren, bei anderen berprfungsformen sieht er offenbar keinen Normierungsbedarf. Das schliet "Tests" und andere berprfungsformen jedoch ausdrcklich nicht aus. Auch die Leistungsfeststellung beispielsweise bei der mndlichen Mitarbeit wird nicht weiter normiert und unterliegt somit allein der pdagogischen Verantwortung des Lehrers.
Caludia schrieb:
Zitat:
In der Rheinland-Pflzer Schulordnung stehen Regelungen zu Klassenarbeiten, Kursarbeiten und schriftlichen berprfungen (Umgangssprachlich 10-Std-Test genannt) und zu den Hausaufgaben (s.o.). Zu weiteren Test steht dort kein Wort. Heit das nun, da alle mglichen Test erlaubt sind und es einfach keine Regelungen dazu gibt? Oder sind weitere Test ausgeschlossen, weil ja nur die o.g. geregelt sind?

Weil nur die genannten Dinge ausdrcklich durch gesonderte Normierung geregelt sind, unterliegen alle anderen berprfungsformate zur Leistungsbeurteilung ausschlielich der pdagogischen Verantwortung des Lehrers, knnen also in der Tat jederzeit von ihm angewendet werden - auch "Tests". Grundlage bildet die zitierte Schulordnung von Rheinland-Pfalz:
[b]Schulordnung Rheinland Pfalz:

Zitat:
45 Grundlagen der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung
(1) Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung werden gem 25 Abs. 1 SchulG durch die pdagogische Verantwortung und die Freiheit des Lehrers bestimmt. Schlerleistungen sind als Schritte und Resultate im Lernproze zu sehen.

(2) Bei der Leistungsfeststellung und der Leistungsbeurteilung ist nach Eigenart des Faches eine Vielfalt von mndlichen, schriftlichen und praktischen Arbeitsformen zugrunde zu legen, wie Beitrge zum Unterrichtsgesprch, Diskussionsbeitrge, mndlicher Vortrag, mndliche berprfung, Hausaufgaben, mndliches und schriftliches Abfragen der Hausaufgaben, Unterrichtsprotokolle, schriftliche berprfung ( 47 Abs. 4), schriftliche Ausarbeitungen zur bung und zur Sicherung der Ergebnisse einzelner Unterrichtsstunden, Klassenarbeiten, Kursarbeiten und praktische bungen im knstlerisch-musischen und technischen Bereich sowie im Sport. Alle zur Leistungsfeststellung herangezogenen Arbeitsformen mssen im Unterricht gebt worden sein.

Da in Absatz 1 die Freiheit des Lehrers sowie die pdagogische Verantwortung des Lehrers zur Feststellung der Schlerleistung ausdrcklich festgestellt wird, wrde es m.E. wenig Sinn machen, diese Freiheit bei der "Vielfalt der schriftlichen Arbeitsformen" auf die in Absatz 2 namentlich genannten schriftlichen berprfungsformate zu beschrnken (Unterrichtsprotokolle, schriftliche Ausarbeitung). Die anderen Formate unterliegen ohnehin einer weiteren Normierung (Hausaufgaben, schriftliche bung, Klassenarbeiten). Die Nennung der berprfungsformate in Absatz zwei ist demnach erkennbar nicht abschlieend, sondern hat beispielhaften Charakter. Leistungen whrend Gruppenarbeitsphasen mit ihren Mischformen aus mndlichen und schriftlichen Beitrgen werden z.B. ebenfalls nicht ausdrcklich erwhnt. Sollte eine Bewertung dieser Leistungen deshalb ausgeschlossen sein?

Der beschriebene "Test" entspricht in qualitativer Hinsicht weder einer Klassenarbeit noch einer schriftlichen berprfung (die im Fach Englisch ohnehin nicht zulssig wre), da er lediglich als Lckentest konzipiert ist und dabei ausschlielich einen ausschnitthaften Kenntnis-bzw. Fertigkeitsstand im Bereich Grammatik berprft, nicht aber Hr- bzw. Leseverstehen oder erweiterte Schreibkenntnisse in Anbindung an erarbeitete Inhalte - wie es sicherlich bei einer Klassenarbeit im Fach Englisch erforderlich wre. Vielleicht wre dem TE mit einer etwas weniger martialischen Ausdrucksweise fr dieses berprfungsformat gedient, beispeilsweise "Grammar contest". Eine solche Leistung wie im Betreff genannt, wrde aber gleichwohl das Ergebnis sein und natrlich nicht der sogenannten "Drittelregelung" unterliegen, aber natrlich in die Gesamtnote einflieen.

Im brigen empfehle ich die Lektre des von von heini12 gesetzten Links, da ich durchaus der Meinung bin, dass sich die Verhltnisse hier hnlich gestalten: Was dort die Disziplinlosigkeit einiger Schler ist, verbirgt sich hier offenbar in der Formulierung, dass die Schler des 8.Jahrgangs zu "passiv" sind - was immer das heien mag.

Abschlieend kann ich es mir nicht versagen festzustellen, dass die Ratschlge einer Schneeflocke nicht blo wegen der drohenden Erderwrmung nicht von hinreichender Nachhaltigkeit geprgt sind, sondern wegen ihrer weitgehenden, insbesonderen rechtlichen und praktischen Substanzlosigkeit... Aber versuchen kann man natrlich alles, um die eigene und die Zeit anderer zu verschwenden.

Mit freundlichem Gru
Anton Reiser
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