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Nie bestelltes Abo wird mit Rechnung zugestellt

 
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Asterix&Obelix
Interessierter


Anmeldungsdatum: 03.03.2009
Beitrge: 6

BeitragVerfasst am: 03.03.09, 23:42    Titel: Nie bestelltes Abo wird mit Rechnung zugestellt Antworten mit Zitat

Guten Abend,

hier der fiktive Fall mit fiktiven Firmen sowie Personennamen:

Vor einigen Wochen bekam Cordelia einen Anruf mit unterdrckter Rufnummer von Verlag Drcker. Der Anrufer fragt ob er ihr eine kostenlose Ausgabe der Zeitschrift DummDoof zusenden darf. Sie fragt: "wandelt sich das automatisch in ein Abo um?" Er antwortet: "Nein. Sie gehen keinerlei Verpflichtungen ein" "Na dann senden Sie mir die Zeitschrift mal zu." Und Cordelia nennt einen falschen Namen, da sie dem Braten nicht so ganz traut.
Am anderen Tag lag ein Schreiben dieses Verlags im Briefkasten mit der Mitteilung: Danke fr Ihr Abo" Angeschrieben wurde der falsche Name. Cordelia wirft das Schreiben in den Mll. Einige Zeit spter trudelt die Zeitschrift an. Adressiert an die nicht existente Person. Zwei Wochen spter bekommt sie erneut einen Anruf dieser Firma (mit unterdrckter Rufnummer) und wird erneut gefragt ob sie an einer kostenlosen Ausgabe interessiert sei. "Kein Interesse" und Cordelia legt auf.
Eine Woche spter liegt eine Rechnung ber ein Jahresabo in ihrem Briefkasten.

Meiner Meinung nach sollte Cordelia all die Schreiben und Rechnungen ignorieren. Oder muss man in Deutschland auf wirklich alles reagieren?
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Phnix3
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 21.02.2008
Beitrge: 2531

BeitragVerfasst am: 05.03.09, 04:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hier sind viele Fehler passiert.

1. Mit Drcker-Firmen sollte man nie Vertrge schliessen und
schon gar nicht telefonisch.

2. Man sollte auch nie Fantasienamen oder Fantasieadressen angeben.
Wie der Teufel es will, existiert eine solche Person und dann haben
wie Urkundenflschung, Namensmissbrauch. Auch ist es ziemlich
albern, "ja" zu sagen aber dann mit einem falschen Namen.
Dann htte man auch einfach und bequem "nein" sagen knnen.

3. Wirft man ein Schreiben einer solchen Firma nicht einfach weg.
(Es wre, wie ein Knllchen wegwerfen. Damit ist die Sache noch
lange nicht geregelt)

Nun, da hier so ziemlich alles verkehrt gemacht wurde, was man verkehrt machen kann, bleibt nur eines brig:

SOFORT der Firma ein Einschreiben mit Rckschein machen und schreiben:

Hiermit erklre ich hilfsweise Widerspruch/ Einspruch gegen dieses Abonement ber....... Es war von mir keine kostenpflichtige Zusendung gewnscht, auch kein kostenpflichtiges ABO.

Wenn dann weitere Schreiben erfolgen und Zeitschriften zugeschickt werden, einfach 1 Jahr lang aufbewahren zur Sicherheit. Soweit ich informiert bin, hat hier zwischenzeitlich das OLG Kln entschieden, dass keine Aufbewahrungspflicht mehr besteht fr unverlangt zugeschickte Waren. Hierin wird ein Wettbewerbsverstoss gesehen. (UWG)

Bitte korrigiert mich, wenn man die Angelegenheit noch fundierter und eleganter lsen kann.

LG Phnix
_________________
Gru
Ph-nixe

Zitat @ Dipl.-Sozialarbeiter: FDR heit "Forum deutsches Recht" und FGR = "Forum gefhltes Recht"...Lachen
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Asterix&Obelix
Interessierter


Anmeldungsdatum: 03.03.2009
Beitrge: 6

BeitragVerfasst am: 05.03.09, 20:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Phnix3,

vielen Dank fr die Mhe und Ratschlge.

Frage zu Punkt 1:

Ist es ein Vertragsabschluss wenn man sich einmalig und ohne weitere Verpflichtungen eine Zeitschrift zusenden lsst? (wie telefonisch vereinbart)

Zitat:


Zu Punkt 3:

3. Wirft man ein Schreiben einer solchen Firma nicht einfach weg.
(Es wre, wie ein Knllchen wegwerfen. Damit ist die Sache noch
lange nicht geregelt)


Knllchen- und Anruferthema knnte man miteinander vergleichen, wenn die Politesse einen Autofahrer in den Parkplatz einweist und versichert htte: "Hier drfen Sie definitv parken" aber Minuten spter ein Knllchen ausstellt.


Zitat:
Nun, da hier so ziemlich alles verkehrt gemacht wurde, was man verkehrt machen kann, bleibt nur eines brig:

SOFORT der Firma ein Einschreiben mit Rckschein machen und schreiben:


Warum muss Cordelia hier reagieren?
Warum Einschreiben mit Rckschein?

Wenn die Gegenseite keine Beweise fr eine Bestellung oder Zusage hat, dann steht doch sie in der Beweispflicht? Wie ist die Rechtslage?

Vielen Dank
Sasha
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nordlicht02
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.12.2006
Beitrge: 6040

BeitragVerfasst am: 05.03.09, 20:58    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt auch eine weitere Mglichkeit:
Drckerfirmen werben normalerweise selbstndig Abonnenten und verkaufen die Abos an die Zeitschriftenverlage.
Man kann sich mit dem Vertrieb des herausgebenden Verlags in Verbindung setzen und den Sachverhalt schildern. I. d. R. wird das Abo beendet. Die Mehrzahl der Verlage distanziert sich von derartigen Verkaufsmethoden.
_________________
Auf die besten Motive trifft man, wenn man keine Kamera dabei hat. (Murphys Foto-Gesetz)
Ich habe meine feste Meinung - bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachenfeststellungen.
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Asterix&Obelix
Interessierter


Anmeldungsdatum: 03.03.2009
Beitrge: 6

BeitragVerfasst am: 05.03.09, 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nordlicht02,

Was die Verlage angeht:

Nicht im geringsten zweifle ich an deren Kenntnis der Vermarktung ihrer Produkte.

Davon abgesehen verstehe ich nicht warum sich der, den man betrgen mchte, um die Klrung kmmern muss. Was soll berhaupt geklrt werden?
Blickt da jemand durch? Wie ist hier die Rechtslage nun wirklich?

Danke
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nordlicht02
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.12.2006
Beitrge: 6040

BeitragVerfasst am: 05.03.09, 22:37    Titel: Antworten mit Zitat

Asterix&Obelix hat folgendes geschrieben::
Nicht im geringsten zweifle ich an deren Kenntnis der Vermarktung ihrer Produkte.

Sicher haben die Verlage Kenntnis davon, dass Vertriebsfirmen ihnen Abos vermitteln.
Es gibt aber auch etliche Vertriebsfirmen, die seris arbeiten. Von denjenigen, die unseris arbeiten, den "Drckern", distanzieren sich die Verlage aber mehrheitlich. Aus diesem Grund stornieren die meisten Verlage auch derart zustande gekommene Abos. Des Weiteren kommt es nicht selten vor oder ist sogar der Regelfall, dass Verlage die Zusammenarbeit mit den betreffenden Vermittlern beenden.

Asterix&Obelix hat folgendes geschrieben::
Davon abgesehen verstehe ich nicht warum sich der, den man betrgen mchte, um die Klrung kmmern muss.

Wenn Sie von den hier von Phnix3 und mir erteilten Ratschlgen nichts annehmen wollen verstehe ich allerdings nicht, weshalb Sie hier berhaupt nachfragen?
_________________
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Ich habe meine feste Meinung - bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachenfeststellungen.
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Phnix3
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 21.02.2008
Beitrge: 2531

BeitragVerfasst am: 05.03.09, 22:59    Titel: Antworten mit Zitat

Zwei Fragen vom Threadschreiber mchte ich noch beantworten.
1. Einschreiben mit Rckschein deshalb, weil bei einem Probe-Abo DANN zugestimmt wird,
wenn man der Kunde NICHT widerspricht !
Die Firma knnte sagen "wir haben kein Schreiben bekommen"

2. Die Beweispflicht liegt wohl schon bei der Firma, die nachwiesen muss, da ein
Bertrag zustandegekommen ist.

Aber es erledigt sich im voraus, denn, wenn es soweit kommt, ist auch eine Widerspruchsfrist vorber und das ABO klebt einem erst mal an der Schuhsohle wie Kaugummi.

Ich persnliche fahre stets sehr gut damit (auch wenn ich das nicht msste)
hilfsweise Widerspruch einlegen, darauf hinweisen, da keine kostenpflichtige Dienstleistung oder kostenpflichtiges Produkt gewnscht war.
Ich habe Internetpiraten auch schon mit der STA gedroht. Dann war Ruhe.

Hoffe dennoch, da mein Beitrag ein bichen von Nutzen war und danke auch an die anderen Mitschreiber. Kann ich doch auch gleich mit-lernen Auf den Arm nehmen

LG Phnix
_________________
Gru
Ph-nixe

Zitat @ Dipl.-Sozialarbeiter: FDR heit "Forum deutsches Recht" und FGR = "Forum gefhltes Recht"...Lachen
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Asterix&Obelix
Interessierter


Anmeldungsdatum: 03.03.2009
Beitrge: 6

BeitragVerfasst am: 05.03.09, 23:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Phnix3,

Phnix3 hat folgendes geschrieben::
Zwei Fragen vom Threadschreiber mchte ich noch beantworten.
1. Einschreiben mit Rckschein deshalb, weil bei einem Probe-Abo DANN zugestimmt wird,
wenn man der Kunde NICHT widerspricht !
Die Firma knnte sagen "wir haben kein Schreiben bekommen"


Es gibt kein Probeabo! Hat es nie gegeben. Die Firma kann schreiben was sie will.


Zitat:
2. Die Beweispflicht liegt wohl schon bei der Firma, die nachwiesen muss, da ein
Bertrag zustandegekommen ist.

Aber es erledigt sich im voraus, denn, wenn es soweit kommt, ist auch eine Widerspruchsfrist vorber und das ABO klebt einem erst mal an der Schuhsohle wie Kaugummi.


Es gab und gibt kein Abo! Weder mndlich noch schriftlich! Warum dann noch die Kosten fr Brief, Rckschein und sonstigem Schnickschnack?

Zitat:

Ich persnliche fahre stets sehr gut damit (auch wenn ich das nicht msste)
hilfsweise Widerspruch einlegen, darauf hinweisen, da keine kostenpflichtige Dienstleistung oder kostenpflichtiges Produkt gewnscht war.
Ich habe Internetpiraten auch schon mit der STA gedroht. Dann war Ruhe.


Ja, aber dafr hast du Porto sowie Telefonkosten gehabt. Das mchte Cordelia aber nicht. Warum auf etwas reagieren womit man nichts zutun hat?

Genauso knnte ich jetzt jedem aus dem rtlichen Telefonbuch ein Schreiben zu senden und mich fr deren Abo bedanken. Zwei Wochen spter schicke ich all den Leuten eine Rechnung von 60 Euro fr ihr Abo zu. Die einen widersprechen, die anderen werden aus Verunsicherung berweisen. Und mein Konto wre satt.

Und hier die obligatorische Frage: Wie ist die Rechtslage?
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