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Erbe bei zweiter Ehe an Kind aus erster Ehe

 
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Asellus
Interessierter


Anmeldungsdatum: 13.01.2009
Beitrge: 16

BeitragVerfasst am: 08.03.09, 13:47    Titel: Erbe bei zweiter Ehe an Kind aus erster Ehe Antworten mit Zitat

Hallo,

nach einem Hausbau mchte ich nun meine Erbe regeln. Das Testament werde ich letztlich ber einen Notar machen, mchte mich aber gerne zuvor schlau machen, welche Mglichkeiten ich habe.
Neben dem Anliegen, dass mein Nachlass nach Mglichkeit in meiner Verwandschaft bleibt, mchte ich auch erreichen, dass das Erbe nur mit geringer Erbschaftssteuer belegt wird.

Die Ausgangsituation ist:
  1. Aus erster Ehe habe ich eine Tochter. Sie soll nach Mglichkeit den Nachlass erhalten.
  2. Sollte meine Tochter zum Zeitpunkt meines Todes nicht mehr leben oder ber den Nachlass nicht mehr verfgen knnen - weil sie etwa kurze Zeit spter stirbt -, soll der Sohn meiner Schwester an Stelle meiner Tochter das Vermgen erben.
  3. Meine zweite Frau soll nach meinem Tod unser gemeinsam gebautes Haus weiter abzahlen knnen, sofern notwendig, und bis zu ihrem Tod im Haus wohnen drfen, d.h. meine Erbe soll fr die Schuldentilgung und den Hausunterhalt herangezogen werden. Nach dem Tod meiner Frau soll mein Anteil am Haus meinem Erben (Tochter, ggf. Neffe) dann uneingeschrnkt zuflieen.
  4. Meine Erbe soll erst ab dessen 25. Lebensjahr ber den Nachlass verfgen knnen. Zuvor soll meine Frau bzw. in Vertretung meine Schwester den Nachlass verwalten.

Stand heute hat das alles keine groe Aussagekraft. Der grte Teil meines Vermgens steckt im Haus, das erst in einigen Jahren abgezahlt sein wird. Das Bezugsrecht meiner Kaptiallebensversicherungen liegt im Todesfall bei meiner Frau, damit sie das Haus zum greren Teil damit abbezahlen kann. Stand heute reichen die Versicherungen dafr nicht.
Allerdings mchte ich gerne nun ein Testament machen, dass ich nicht stndig anpassen muss, insbesondere dann nicht, wenn sich die beschriebenen Lebensumstnde nicht ndern.

Was ich vom Erbrecht glaube verstanden zu haben, ist:
  • Wrde ohne Testament meine Tochter zusammen mit mir etwa im Auto verunglcken und nach mir sterben, wrde meine Exfrau als Erbin unserer Tochter einen groen Teil meines Erbes erhalten. Das mchte ich natrlich vermeiden. Daher mchte ich in einem solchen Fall meinen Neffen als Erben einsetzen.
  • Da meine Tochter kein Kind meiner Ehefrau ist, kann meine Frau ihr kein Vermgen vererben, ohne dass darauf erhebliche Erbschaftssteuer fllig wird. D.h. Vorerbschaft/Nacherbschaft ist aus Steuergrnden keine Option, da, soweit ich verstanden habe, das Nacherbe steuerlich voll bercksichtigt wird. Den Nachlass, den mein Erbe erben soll, muss ich daher direkt an sie (ihn) vererben. Die Nutzung des Hauses msste dann als Niebrauch meiner Frau im Grundbuch eingetragen werden.

Es ergeben sich nun einige Fragen:
  1. Stimmt das, was ich glaube verstanden haben?
  2. Kann ich einfach dafr sorgen, dass mein Erbe in meiner Verwandschaft bleibt, also zunchst meine Tochter erbt, dann mein Neffe, falls meine Tochter ber das Erbe nicht (mehr) verfgen kann, dann meine Schwester? "Nicht ber das Erbe verfgen" soll heien, dass der Erbe evtl. selbst schon tot ist oder ggf. nicht mehr fhig sein wird, etwa wegen Krankheit jemals ber das Erbe verfgen zu knnen.
    Ich wrde das Testament im Falle des Todes eines bedachten Erbens ndern. Aber es ist nicht sichergestellt, dass ich das dann noch kann bzw. schaffe.
  3. Kann ich dafr sorgen, dass der Erbe (meine Tochter, ggf. mein Neffe) erst mit 25 ber den Nachlass verfgen darf und der Nachlass zuvor steuerunschdlich durch von mir benannte Personen verwaltet wird? Ich wrde gerne vermeiden, dass das Geld in jungen Jahren verprasst wird.
  4. Kann ich dafr sorgen - im Einverstndnis mit meiner Frau -, dass mein Erbe nach dem Tod meiner Frau ein Vorkaufsrecht auf ihren Anteil an unserem Haus erhlt, damit das Haus in nur eine Hand bergeht und nicht in einer Erbengemeinschaft rumdmpelt?
  5. Kann ich dafr sorgen, dass meine KLV-Ertrge und mein Vermgen an meine Frau geht, soweit sie es bentigt, ihr Niebrauchrecht auszuben, der Rest aber an meinen Erben geht, damit der Nachlass mglichst steuerunschdlich weitergegeben werden kann?
    Wie kann ich das Bezugsrecht einer KLV so festlegen, dass es nur dann meiner Frau zukommt, wenn sie das Geld braucht? Angenommen, ich sterbe frh, so soll das Geld an meine Frau gehen, damit sie das Haus weiter abbezahlen und damit nutzen kann. Sterbe ich spt, soll es zu einem greren Teil an meinen Erben gehen, weil meine Frau nicht erbschaftssteuerfrei an meinen Erben weitervererben kann.
    Kann ich etwa die Versicherungsleistung per Testament festlegen/ndern?

Sicher ist meine Darstellung unvollstndig und in dem einen oder anderen Fall falsch. Fragen beantworte ich gerne.

Vielen Dank
Asellus
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Franz Knigs
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beitrge: 4915
Wohnort: Bad Honnef

BeitragVerfasst am: 08.03.09, 19:08    Titel: Antworten mit Zitat

Die Vorstellungen des knftigen Erblassers drften sich wohl durch entsprechende Verfgungen in einem Testament umsetzen lassen, soweit es sich um das Vermgen des knftigen Erblassers selbst handelt, und nicht um Vermgen, das dem knftigen Erblasser nicht selbst gehrt, wie z.B. den Anteil seiner Ehefrau an dem gemeinsamen Haus. ber das Vermgen einer anderen Person kann der knftige Erblasser nicht testamentarisch verfgen.

Eine denkbare Konstellation scheint der knftige Erblasser in brigen nicht bedacht zu haben: dass nmlich seine Tochter bei ihrem Tod Abkmmlinge hinterlsst.

Als Regelungen in einem Testament des knftigen Erblassers knnten etwa vorgesehen werden: die Bestimmung eines Ersatzerben (Neffe anstelle der Tochter), die Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft (Tochter wird zunchst Erbin, spter der Neffe), die Aussetzung von Vermchtnissen (Anteil an der Versicherungsleistung, Niebrauch am Anteil am Haus) und die Bestellung eines Testamentsvollstreckers (Verwaltung des Nachlasses bis zum 25. Geburtstag des Erben).

Die testamentarischen Bestimmungen wren aber voraussichtlich so kompliziert, dass nur die Errichtung eines notariellen Testaments in Betracht kommen drfte.
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