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Wer ist schuld an dem Reinfall?

 
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melatonin
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Anmeldungsdatum: 06.03.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 06.03.09, 19:38    Titel: Wer ist schuld an dem Reinfall? Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe folgendes Problem. Vor einem halben Jahr habe ich einen Anwalt fr eine zivilrechtliche Klage engagiert.

Zu der Gerichtsverhandlung bin ich zusammen mit meinem Anwalt (340km) gefahren.
Dem Anwalt lag eine Deckungszusage von meiner Rechtschutzversicherung vor.

Das Gerichtsverfahren endete mit einem Vergleich.

Nun erhalte ich heute ein Schreiben, in dem steht, dass meine Rechtschutzversicherung die Kosten fr die Fahrt zum Amtsgericht nicht bernommen hat. Der Anwalt fordert nun 192 Euro von mir.

Weiterhin schreibt er noch, dass er der Versicherung mitgeteilt hat, dass die Beauftragung eines Unterbevollmchtigtem teurer wre als die Terminwarnehmung.

Htte der Anwalt mich ber dieses Risiko informieren mssen? Muss ich die Kosten bezahlen?

Der Anwalt hatte vor dem Rechtstreit gemeint, dass die Kosten von der Rechtschutzversicherung bernommen werden. Ansonsten htte ich nicht geklagt, da der Streitwert unter 1000 Euro lag. Mir ging es dabei ums Prinzip, dass nicht jeder denkt, bei diesen Summen kann man machen was man will.

Es ist mir klar, dass es sich bei den Antworten um keine Rechtsberatung handelt. Mich interessiert nur was euch dazu einfllt, bzw. welche Gesetze etc. in dieser Sache interessant sein knnten.

Vielen Dank und viele Gre
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Milo
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 13.12.2004
Beitrge: 1572
Wohnort: Neu-Ulm

BeitragVerfasst am: 07.03.09, 03:12    Titel: Antworten mit Zitat

In den meisten Versicherungsvertrgen steht die Klausel, dass Anwaltskosten nur zu den Konditionen eines ortsansssigen Anwalts bernommen werden: D.h. keine Fahrtkosten.

Wieso sollte ein Anwalt darber aufklren mssen, was der Mandant fr Vertrge abgeschlossen hat? Das sollte der Mandant doch selbst am Besten wissen....
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"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Albert Einstein
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melatonin
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Anmeldungsdatum: 06.03.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 07.03.09, 11:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Arzt muss einen doch auch darber informieren, wenn Kosten entstehen die die Krankenkasse nicht bezahlt.

Welche Sachen eine Rechtschutzversicherung abdeckt, kann ein Laie nur schwer verstehen. Wenn der Anwalt nun Ttigkeiten nachgeht, die "in den meisten Versicherungsvertrgen" nicht abgeckt ist, msste doch eine Aufklrung stattfinden. Eigentlich msste fr diese Flle ein expliziter Auftrag erteilt werden, da dies Kosten nach sich zieht.

Bedeutet es demnach?:
Wenn einem Anwalt eine Deckungszusage vorliegt, darf dieser trotz ohne direkter Zustimmung Ttigkeiten nachgehen, die fr den Mandanten erhebliche Kosten (bezug auf den Streitwert?) verursachen?

Vielen Dank.
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Milo
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 13.12.2004
Beitrge: 1572
Wohnort: Neu-Ulm

BeitragVerfasst am: 07.03.09, 16:33    Titel: Antworten mit Zitat

Der Anwalt ist kein Arzt. Der Kassenarzt rechnet grundstzlich mit der Krankenkasse ab. Da ist die Rechnung an den Kassenpatienten die absolute Ausnahme. Der Anwalt schickt keine Rechnung an die RSV. Der Anwalt muss auch keine RS-Anfrage machen. Die Rechtschutzanfrage und die Korrespondenz mit der RSV sind eigentlich eine eigene gebhrenrechtliche Angelegenheit (Geschftsgebhr aus dem voraussichtlichen Wert der Anwalts- und Gerichtsgebhren). Der Anwalt stellt seine Rechnung auch an den Mandanten. Er schickt diese nur - wenn er nett ist - zur Begleichung an die RSV. Das ist alles freiwillige Serviceleistung.

Wenn es jemand verbockt hat, dann die Werbung von Anwalts Liebling, die suggeriert, Karte auf den Tisch und gut.

Man muss die RSV eher mit einer Haftpflichtversicherung vergleichen. Wenn ich mir ein Surfbrett miete und versenke, ist es mein Problem, ob der Fall von der Haftpflicht abgedeckt ist oder nicht und nicht das Problem des Surfbrettverleihers.

Und was soll heien:

Zitat:
Welche Sachen eine Rechtschutzversicherung abdeckt, kann ein Laie nur schwer verstehen.


Sie werden doch wissen, wofuer Sie monatlich die 14 bis 20 zahlen? Sie haben die Leistung doch "erkauft"?
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melatonin
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Anmeldungsdatum: 06.03.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 07.03.09, 17:50    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank fr die Antwort.

Demnach msste ich einer Ttigkeit des Anwalts vor der Ausfhrung widersprechen?

Mir war auch nicht bewusst, dass es die "gngige" Alternative mit einem ortsansssigen Anwalt gibt. Ist es nicht paradox, dass Mein Anwalt, den ich ja extra fr diese Sachen (Rechtsfragen, Verfahrensverlauf etc.) engagiert habe, mir diese Alternative nicht genannt hat.

Alternativen nennen etc. wre somit eine "freiwillige" Zusatzleistung des Anwalts?


Mein Fehler war somit, dass ich zu wenig den Verlauf eines Verfahrens (bzw. Alternativen) kenne und davon ausgegangen bin, dass mich mein Rechtsanwalt vor so Problemen beschtzt bzw. "vollstndig" bert?

Vielen Dank
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Milo
FDR-Moderator


Anmeldungsdatum: 13.12.2004
Beitrge: 1572
Wohnort: Neu-Ulm

BeitragVerfasst am: 08.03.09, 11:35    Titel: Antworten mit Zitat

melatonin hat folgendes geschrieben::
Vielen Dank fr die Antwort.

Demnach msste ich einer Ttigkeit des Anwalts vor der Ausfhrung widersprechen?


N. Aber sich Gedanken ber die Kosten machen. Um beim Arzt zu bleiben: Wenn der Zahnarzt sagt, er macht jetzt doch keine Fllung sondern setzt ne Keramikkrone, dann werde ich ihn nach den Kosten fragen und ob diese auch oder noch von der Versicherung bernommen werden, egal wieviel Gerte und fremde Finger ich gerade im Mund habe. Der Zahnarzt hingegen muss nicht, wenn dies die einzige verbleibende medizinische Lsung ist, dem Patienten Alternativen aufzeigen wie Suppen oder Brei.


Zitat:
Mir war auch nicht bewusst, dass es die "gngige" Alternative mit einem ortsansssigen Anwalt gibt. Ist es nicht paradox, dass Mein Anwalt, den ich ja extra fr diese Sachen (Rechtsfragen, Verfahrensverlauf etc.) engagiert habe, mir diese Alternative nicht genannt hat.


Naja, die Alternative, "suchen Sie sich einen anderen Anwalt" ist keine, die ein Anwalt gerne nennt. Auerdem ist es keine "gngige" Alternative. Die meisten Mandanten wollen vielleicht nicht fr jede Vorbesprechung 340 km zu ihren Anwalt fahren, nur um fr den Fall, dass es zu einer Gerichtsverhandlung kommt, keine Fahrtkosten zu zahlen.

Ganz abgesehen davon, dass der erste Anwalt bereits die Beratung abrechnen darf, nur um dem Mandanten diese Mglichkeiten aufzuschlsseln und vor allem, um diesen zu sagen, wo geklagt werden muss. Die RSV wrde aller Wahrscheinlichkeit nach entweder diese Beratung nicht bezahlen oder die Gebhrenerstattung beim nchsten Anwalt entsprechend krzen.

Zitat:

Alternativen nennen etc. wre somit eine "freiwillige" Zusatzleistung des Anwalts?


Jein... Wenn der Anwalt den Auftrag hat, die RS-Deckung einzuholen und der Klageauftrag unter der Bedingung gestellt wurde, dass beim Mandanten keinerlei Kosten entstehen, dann knnte theoretisch ein Schadensersatzanspruch gegen den Anwalt entstehen, in dessen Hhe mit den Fahrtkosten aufgerechnet werden knnte.

Da der Anwalt jedoch im Gebhrenprozess nur das entstehen der Fahrtkosten beweisen muss, der Mandant hingegen (in Ermangelung einer gesonderten Rechnung fr die RS-Prfung, welche brigens nicht von der RSV getragen wird) den Auftrag zur Prfung des RS-Vertrages nebst gltiger AGB (seit 2005 gibt es nmlich keine einheitlichen ARB mehr) sowie den bedingten Klageauftrag beweisen muss, knnte es schwierig werden.

Es besteht auch noch die Gefahr, dass auf der Rechtschutzzusage die Einschrnkung hinsichtlich der Kosten fr einen ortsansssigen Anwalt im Kleingedruckten steht.

Zitat:

Mein Fehler war somit, dass ich zu wenig den Verlauf eines Verfahrens (bzw. Alternativen) kenne und davon ausgegangen bin, dass mich mein Rechtsanwalt vor so Problemen beschtzt bzw. "vollstndig" bert?


Nein, der Fehler war, wie ein Kassenpatient und nicht wie ein Privatpatient zu denken. Der Kassenpatient gibt das Krtchen ab und fertig. Der Privatpatient erhlt die Rechnung, muss diese bezahlen und dann darauf vertrauen, dass er bei Vertragsabschluss diese Behandlung bedacht hat und das ihm die PKV die Kosten erstattet. Zu welcher Hhe, mit welcher Eigenbeteiligung usw. braucht den Arzt nicht zu interessieren.

Selbes gilt bei der RSV. Die Rechnung geht an den Mandanten, der Anwalt schickt nur als Serviceleistung diese Rechnung fr den Mandanten direkt an die RSV. Wenn der Mandant nicht wei, was fr Vertrge er abgeschlossen hat, muss er den Anwalt mit einer Vertragsprfung beauftragen und dafr extra zahlen.

Wobei sich der Mandant im vorliegenden Fall glcklich schtzen kann, dass er berhaupt einen Anwalt gefunden hat, der die Sache zu den gesetzlichen Gebhren gemacht hat.
Fr Streitwerte unter 1000,- nehmen die wenigsten Anwlte Auswrtstermine war.

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Albert Einstein
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melatonin
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Anmeldungsdatum: 06.03.2009
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 08.03.09, 12:02    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank fr die ausfhrliche Antwort.
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Folkert Janke
Interessierter


Anmeldungsdatum: 03.09.2008
Beitrge: 12

BeitragVerfasst am: 10.03.09, 14:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kenne die ARB Ihres Vertrages nicht, aber in einigen steht, dass Korrespondenzanwaltsgebhren (nur) bernommen werden, wenn sich der zustndige Gerichtsort mehr als 100km Luftlinie vom Wohnort des Versicherungsnehmers entfernt befindet. Dies steht dann auch so in der Deckungszusage fr das Klageverfahren.

Bei 340km Fahrtkosten gehe ich mal von einer Entfernung Luftlinie von ber 100km aus. So einen groen Umweg kann man eigentlich kaum fahren.

Wenn Ihre ARB diesen Passus enthalten, muss die RSV auch die Fahrtkosten erstatten. Denn diese sind (nach Aussage Ihres Anwalts) sogar geringer als die Kosten eines Unterbevollmchtigten. Er htte hier sogar im wirtschaftlichen Interesse der Versicherung gehandelt.

Manchmal stellen sich RSV auch einfach zickig an. Vielleicht sollten Sie mal bei Ihrer RSV anrufen und sich erklren lassen, warum die Fahrtkosten nicht erstattet werden.

Ihr Anwalt scheint Ihnen auch nur die reinen Fahrtkosten in Rechnung gestellt zu haben, ihm drfte aber auch ein Tage- und Abwesenheitsgeld zustehen.
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