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Demokratie bei einer Pauschalreise?

 
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fluxy
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 22.09.2005
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 25.09.05, 04:03    Titel: Demokratie bei einer Pauschalreise? Antworten mit Zitat

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

A ist auf einer Abenteuer-Pauschalreise in einem Schwellenland unterwegs in dem Streiks an der Tagesordnung sind. Dort ereignet sich folgendes:

Als in der Region X, deren Besuch in der Tour vorgesehen war, ein Streik ausbricht informiert der Reiseleiter die Reisegruppe von A: Es sei damit zu rechnen, dass der Reisebus der Gruppe in X mit Steinen beworfen oder die Gruppe sogar angegriffen wrde. Der Reiseleiter hatte bei vorangegangenen Touren entsprechende Negativerfahrung gemacht. Der Reiseleiter lie die Gruppe abstimmen, ob sie trotzdem die vom Streik betroffene Region X besuchen wolle. Die Mehrheit ist gegen den Besuch.

Da A sich sehr auf die Besichtigung von X gefreut hatte und jetzt von der Gruppe berstimmt war, mche A das angebotene Alternativprogramm nicht mitmachen und statt dessen auf eigene Faust X besichtigen. A bucht ohne Rcksprache mit dem Reiseveranstalter eine Tour bei einem unabhngigen lokalen Anbieter und besichtigt X. Bei der Besichtigung stellt sich heraus, dass der Reiseleiter von A bervorsichtig war, es ereignen sich keinerlei Zwischenflle.

A mchte jetzt gerne die ihm persnlich fr die Besichtigung von X entstandenen Kosten K vom Reiseveranstalter zurckerstattet haben. Der Reiseveranstalter stellt sich quer und behauptet, dass A eine schriftliche Mngelrge htte einreichen und dem Veranstalter eine angemessene Frist htte einrumen mssen, um die von A geforderte Leistung selbst zu erbringen.

Ich bin gespannt auf eure Kommentare! Insbesondere interessiert mich:
1. Hat A eine Chance den von ihm ausgelegten Betrag K zurckzufordern, obwohl er keine Mngelrge eingereicht hat?
2. Htte A eine Minderung zugestanden, wenn er eine solche Rge eingereicht htte und der Veranstalter sich trotzdem mit Bezug auf die Abstimmung geweigert htte das ursprngliche Programm anzubieten?
3. Kann eine Mngelrge von A nachgereicht werden, auch wenn er am Alternativprogramm teilnimmt?
4. Wer wrde bei einer Verletzung durch Steinbewurf haften, wenn sich die Gruppe demokratisch fr die Besichtigung von X ausspricht? Der Veranstalter oder A?
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fluxy
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 22.09.2005
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 25.09.05, 04:10    Titel: Noch eine Frage Antworten mit Zitat

Da habe ich doch glatt eine wichtige Frage vergessen:
5. Wer htte gehaftet, wenn A bei seiner Tour auf eigene Faust etwas zugestoen wre: der Veranstalter oder A?
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mosaik
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied


Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beitrge: 1055
Wohnort: Anif

BeitragVerfasst am: 25.09.05, 09:26    Titel: Re: Demokratie bei einer Pauschalreise? Antworten mit Zitat

fluxy hat folgendes geschrieben::
1. Hat A eine Chance den von ihm ausgelegten Betrag K zurckzufordern, obwohl er keine Mngelrge eingereicht hat?


Nein, A hat berhaupt kein Anrecht auf Zahlung seiner eigenen ohne Rcksprache mit dem Reiseveranstalter selbst gebuchten Ausflug


fluxy hat folgendes geschrieben::
Htte A eine Minderung zugestanden, wenn er eine solche Rge eingereicht htte und der Veranstalter sich trotzdem mit Bezug auf die Abstimmung geweigert htte das ursprngliche Programm anzubieten?


ohne Land und Streikarten zu kennen, neige ich hier zu "ja"

fluxy hat folgendes geschrieben::
Kann eine Mngelrge von A nachgereicht werden, auch wenn er am Alternativprogramm teilnimmt?


In diesem speziellen Fall eher "nein", da vor Ort ein Vertreter des Reiseveranstalters da war, der "ohne besondere Mhe erreichbar gewesen ist".

fluxy hat folgendes geschrieben::
Wer wrde bei einer Verletzung durch Steinbewurf haften, wenn sich die Gruppe demokratisch fr die Besichtigung von X ausspricht? Der Veranstalter oder A?


eine schwere Frage: der Veranstalter wollte wegen hherer Gewalt und damit mglicher Gefhrdung von Leben den Teil streichen. Auf ausdrcklichen Wunsch der Gruppe fhrt er ihn doch durch... da muss ein Richter entscheiden: 50:50 dass A selbst haftet.

Und zur letzten Frage:Wer htte gehaftet, wenn A bei seiner Tour auf eigene Faust etwas zugestoen wre: der Veranstalter oder A?

Eindeutig A - mit der alternativ gebuchten Tour hatte ja wohl der Reiseveranstalter gar nichts zu tun und ist aus eigenem Willen von A gebucht worden!

Die Vereitelung einer Reise oder Teile einer Reise wegen hherer Gewalt, worunter auch Streiks fallen (sofern sie nicht von im Einflussbereich des Reiseveranstalters stehenden Personengruppen sind!!!) - sieht eine Auflsung dieses Reiseteils vor. Das heit, der Veranstalter muss ersparte Aufwendungen fr diesen Teil der Reise zurck zahlen, ist aber nicht schadenersatzpflichtig.

Bei der Sorgfaltspflicht - bervorsichtig - neigen die Richter sehr wohl zu einer "bervorsicht"! Das heit einfach ausgedrckt, bei einer 25 prozentigen Wahrscheinlichkeit htte der Kunde bereits das Kndigungsrecht des Reisevertrages (bitte - mglicherweise in diesem konkreten Fall auch etwas hher, ich wei ja nicht, worum es sich handelt).

Dazu kommt, dass bei Reisen mit Expeditionscharakter andere Mastbe angelegt werden drfen, sofern der Reiseveranstalter entsprechende Hinweise in seiner Ausschreibung hat.

Gru
Peter
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Klabautermann
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Anmeldungsdatum: 16.06.2005
Beitrge: 865

BeitragVerfasst am: 25.09.05, 09:30    Titel: Antworten mit Zitat

Frage 5 ist klar: A

Frage 4: wohl auch A, wenn er trotz Warnungen seitens des Veranstalters darauf besteht, das Krisengebiet zu besuchen

Frage 3: nein, die ist sofort zu stellen, Abhilfe ist mit angemessener Frist zu verlangen, geht das nicht, leiten sich daraus gegebenenfalls Rechte ab.

Frage 2: es geht nicht um Abstimmungen, sondern um Inhalte des Reisevertrages, hier geht es allerdings ganz speziell auch um hhere Gewalt und die Abwgung, ob man Vorsicht walten lt (ist wohl vernnftig) oder das Risiko eingeht, das wird ein Veranstalter nicht auf sich nehmen oder verantworten knnen.

Frage 1: wohl eher nicht...

Die Tatsache, da A aktuell nichts passiert ist, heit bei weitem nicht, da nicht eine akute oder latente Gefahr bestanden hat.

A kann auch schlicht und einfach unverschmtes Glck gehabt haben...
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peterO
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Anmeldungsdatum: 10.10.2004
Beitrge: 1080

BeitragVerfasst am: 25.09.05, 14:49    Titel: Antworten mit Zitat

Bei einem solchen Prozedere erhebt sich mir die Frage, ob der Reiseleiter einfach nur keinen "Bock" hatte. Bei einer Rundreise in einem nicht Schwellenland erzhlte der einheimische Reiseleiter seinen Kunden immer am 3. - vorletztem - Tag, dass die geplante Strecke langweilig und der Aufstieg zu einem Berg - Sinn + Zweck dieses Tages - sehr gefhrlich und fr die berwiegend ltere Klientel viel zu anstrengend sei; er htte da ein super Alternativprogram. Abstimmung war immer klar, nix Berg. Die Alternative: Besuch einer Schnitzerei, eines Schmuckladens und einer Teppichweberei. Ersparniss fr das Busunternehmen ber 200 km; aber Verkaufsprovisionen fr den Reiseleiter.
Aber es war eine super interessante Strecke, mit - mautpflichter Strae - bis auf den Berg.
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mosaik
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Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beitrge: 1055
Wohnort: Anif

BeitragVerfasst am: 26.09.05, 06:58    Titel: Antworten mit Zitat

Nun ganz so einfach wie PeterO das darstellt ist es aber nicht immer. Ich denke, gerade bei Abenteuer oder Expeditionsreisen msste man jetzt genau wissen, welche Art von Bedrohung oder Streik wo wann welche Besichtigung verhinderte.

Das Beispiel mit dem Reiseleiter mag durchaus manchmal bei "normalen" Besichtigungsreisen zutreffen, wobei ich meine, dass es aber sich hier vorwiegend um lokale, einheimische Reiseleiter handelt. Ein vom Veranstalter mitgeschickter Reiseleiter wird sich, sofern es sich um ein serises Unternehmen handelt, nicht erlauben knnen, einen wichtigen Programmpunkt so einfach unter den Tisch fallen zu lassen.

Um das von dir erwhnte, klarererweise fiktive Beispiel herauszunehmen: wenn es sich um eine Gruppe mit lteren Teilnehmern handeln wrde, die nicht in der Lage wren, den Berg X zu ersteigen... erhebt sich nmlich die Frage der Informationspflicht: hat der Veranstalter in seinen Ausschreibungsunterlagen korrekt informiert...?

Gru
Peter
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